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Lissabon – 6 Highlights für einen Tagesausflug

Von der Algarve ging ein weiterer größerer Tagesausflug nach Lissabon, der Hauptstadt und größten Stadt Portugals. In hügeliger Lage, ziemlich direkt an der Atlantikküste, erlebten wir Lissabon als eine offene, lebensfrohe Metropole voller verschiedener Einflüsse, voller Kultur und Kunst. Wir nahmen lediglich für den Transfer hin und zurück einen Bus in Anspruch. Dieser brauchte von unserer Unterkunft in Alporchinhos  2 ½ bis 3 Stunden nach Lissabon, weshalb es sehr früh losging…
Wir entschieden uns aber gegen jegliche geführten Touren. Doch diesmal hatten wir uns vorher keinen so exakten Plan bezüglich der Aktivitäten vor Ort zurechtgelegt und hätten im Nachhinein, bei effizienterer Nutzung der Zeit, bestimmt noch einiges mehr erleben können.

Aber auch so haben wir einiges sehen können und vor allen Dingen die Zeit vor Ort genossen. In diesem Beitrag erfährst du, was an einem Tag in Lissabon möglich ist. Lass dich inspirieren von unseren persönlichen, sehenswerten und einfach erreichbaren Highlights im Zentrum Lissabons:

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Reisedaten

Reisezeit: September 2016
Reisedauer: 10 Tage
Unterkunftsart: Appartement

1. Belém

In die Stadt hinein ging es über die Ponte 25 de Abril. Gleich links davon, bevor es in die Innenstadt ging, war der Praça do Imperio, der Reichsplatz unser erster Halt. Dieser ist zwar sehr ordentlich geometrisch angeordnet, aber durchaus einladend mit seinen Grünflachen, wunderschönen Pflanzen und Blumen. Viele Bänke bieten an sich niederzulassen, um sich nach der langen, beschwerlichen Busfahrt, etwas mit der Energie der aufsteigenden Sonne aufzuladen. Am besten kann man sich dort mit einem kleinen süßen Snack stärken. Prädestiniert dafür sind die berühmten, im Original aus diesem Viertel stammenden Pastéis de Belém oder auch Pastel del Nata genannt.

Lissabon - Praca do Imperio

Pastéis de Belem sind Blätterteigtörtchen mit Pudding gefüllt und meist mit Puderzucker oder Zimt bestreut. Uns läuft heute noch das Wasser im Mund zusammen, wenn wir an diese regional charakteristische Spezialität denken. Nicht nur direkt vor Ort sind sie DAS süße Gebäck des Landes und der Verkaufsschlager schlechthin. Das Originalrezept stammt direkt aus dem Stadtteil Belém und wurde angeblich bereits im 18. Jahrhundert im anliegenden Kloster Mosteiro dos Jeronimos von Mönchen kreiert und nach Schließung des Klosters an eine Zuckerraffinerie verkauft. Quasi seitdem werden sie von der Patisseria Casa Pastéis de Belem in die ganze Welt geliefert, aber auch vor Ort an ursprünglichster Stätte im betriebseigenen Café dargeboten. Wir ließen uns diese Chance nicht nehmen, genossen das Ambiente und natürlich die Pastéis. Allerdings muss man auch sagen, der Andrang ist enorm. Als wir es endlich geschafft hatten, das ein oder andere Exemplar zu ergattern, haben wir uns lieber wieder in Ruhe auf den Praça do Imperio zurückgezogen und das dichte Treiben hinter uns gelassen.

Lissabon - Pasteis de Belem

Ebenso liegt in Belém, direkt an der Mündung des Flusses Tejo, der berühmte Turm von Belém. Er ist eines DER architektonischen Wahrzeichen Lissabons. Das Weltkulturerbe der UNESCO ist nämlich eines der wenigen Bauwerke, die das schwere Erdbeben 1755 nahezu unbeschadet überstanden haben und wurde bereits im 16. Jahrhundert als Leuchtturm und Orientierung für Schiffe genutzt. Der Turm von Belém strotzt also nur so von Historie und ist einfach ein prächtiges Bauwerk mit besonderer Lage. An ihm fuhren wir lediglich vorbei, doch wir hätten die Freizeit vorher bestimmt auch dafür nutzen können, ihm einen kurzen Besuch abzustatten. Allerdings hatten die Pastéis bei uns einfach eine höhere Priorität 😉

2. Bairro Alto & Baixa

Als wir dann nach ein paar Minuten mit dem Bus in der Innenstadt hielten und für die kommenden 4 Stunden erstmal in die Freiheit entlassen wurden, landeten wir direkt in einem der extravagantesten und wohl schönsten Viertel Lissabons. Das Bairro Alto ist eines der Szeneviertel Lissabons und wohl insbesondere aufgrund seiner Kneipen und Bars alles andere als ein Geheimtipp für Nachtschwärmer.  Da diese urtypische Atmosphäre bei Nacht an uns vorbeigehen würde, erfreuten wir uns an dem, was uns geboten wurde. Und das ist auch absolut erwähnenswert.

Lissabon - Bairro Alto

Denn auch wenn sich das Bairro Alto tagsüber still und unscheinbar zeigt, so offenbaren sich darin die charakteristischen, teils steilen gepflasterten Straßen zwischen alten, gelben teilweise auch mit moderner Street-Art verzierten Häusern. Im Bairro Alto zeigt sich viel von dem historischen Lissabon und es lässt sich gut erahnen, wie es hier einmal ausgesehen hat. Pittoresk zeigt sich auch eine gelb-weiße altertümlich anmutende Standseilbahn, der Elevador da Bica. Sie bringt sowohl Einheimische, wie auch Touristen, verlässlich von A nach B.

Nur scheinbar etwas moderner geht es im angrenzenden Stadtviertel Baixa zu. Hier ermöglicht einem der Elevador de Santa Justa einen fantastischen Ausblick direkt aus der Innenstadt über die Innenstadt. Der Elevador de Santa Justa ist ein schon 1901 gebauter Personenaufzug.  Mit seiner Stahlkonstruktion erinnert er ein wenig an den Eifelturm, nur dass er nicht spitz zuläuft, sondern sich als Turm mitten ins Stadtbild drängt. Oben, auf 45m Höhe, befindet sich nicht nur eine Aussichtsplattform, sondern auch die Verbindung zu den höher gelegenen Stadtteilen Chiado und Bairro Alto.

Nicht umsonst wird Bairro Alto mit Oberstadt und Baixa mit Unterstadt übersetzt. Hauptsächlich aufgrund der Touristenmassen vor Ort entschieden wir uns allerdings weiter zu schlendern und landeten schnell im moderneren Lissabon mit seinen zig mehr oder weniger bekannten Boutiquen und Stores.  Hier findet man definitiv alles was das Shopping-Herz begehrt, unsere Intention war dies eher nicht. Wir wollten mehr sehen von der Stadt und den Leuten.

Lissabon - Bairro Alto Elevador Bica
Elevador da Bica

3. Praça do Comercio

Etwas weiter Richtung Flussufer des Tejos, am Ende der Rua Augusta, ging es dann durch einen riesigen, prachtvollen Torbogen auf den Praça do Comercio, dem Platz des Handels. Bis 1755, dem großen Erdbeben, befand sich hier, direkt am Lissabonner Hafen, das Königsschloss. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Doch neben dem pompösen Triumphbogen bildet eine berühmte Reiterstatue, welche den ehemaligen König Portugals Joseph I zeigt, ein weiteres prunkvolles Kunstwerk des Gedenkens. Sie bildet das Zentrum des Platzes, der heutzutage aufgrund seiner großen Fläche und des drastischen Parkverbots sehr frei und offen daliegt.

Oft wird der Praça do Comercio für Veranstaltungen oder Märkte genutzt, insbesondere an Wochenenden. Hat man ihn einmal überquert und sich nicht von den vielen Vögeln attackieren lassen, erreicht man das Flussufer des Tejos. Nicht zuletzt aufgrund dieser flussnahen Lage in der Nähe des Hafens, wo der Handel floriert, trägt der Praça do Comercio seinen Namen. Auf dem Platz hat man zwar einerseits Ruhe gegenüber dem geschäftigen Treiben in den engen Gässchen und Verkaufsstraßen, andererseits aber auch entsprechend teure Cafés. Also entscheide selber, ob du dich nicht lieber mit einem Getränk oder einem Snack auf der Hand an die Uferpromenade setzt.

Lissabon - Praca do Comercio

4. Uferpromenade

So nutzten wir die Gelegenheit an der Uferpromenade Lissabons etwas zu verschnaufen und in ruhiger Atmosphäre den Ausblick zu genießen. Nicht nur auf die vorbeifließenden Wassermassen des Tejos, sondern auch mit Blick auf die berühmte Ponte Vasco da Gama, einem der Sinnbilder Lissabons. Diese Autobahnbrücke ist mit ihren über 17km die längste Brücke Europas und mit ihrer charakteristischen Schrägseilkonstruktion wahrlich besonders. Unser Bus fuhr leider einen anderen Weg, daher blieb uns auch hier nur der Anblick aus der Ferne. Bei einer Brücke ist dieser aber ohnehin meistens der vielversprechendere, insbesondere wenn diese eher für ihre Länge als für ihre Höhe steht.

Wir erliefen uns Lissabon weiter, der langen Uferpromenade entlang gen Westen. Hier ist es spürbar ruhiger und so bietet die Promenade Spaziergängern ordentlich Strecke. Wir kamen ungefähr bis auf Höhe des Museo Nacional de Arte Antiga bevor wir umdrehten, da wir die Strecke ja auch wieder zurückmussten. Dabei wollten wir allerdings wieder etwas weg vom Ufer, durch die kleinen Gässchen. So verließen wir das Ufer nicht ohne einen weiteren Blick auf den Tejo und die hier befindliche Ponte de 25 April zu werfen, auf welcher wir in die Stadt hineinfuhren. Von hier aus war auch ein weiteres Wahrzeichen der Stadt gut und deutlich zu sehen, der Cristo Rei.

Lissabon - Tejo - Ponte Vasca da Gama
Im Hintergrund die Ponte Vasco da Gama sowie der Cristo Rei

5. Cristo Rei

Über der Stadt Lissabon wacht der Cristo Rei. Von der Uferpromenade aus erblickten wir ihn abermals. Ähnlich wie sein größeres, berühmteres Pendant in Rio de Janeiro hebt er von hoch oben symbolisch seine Arme schützend über die Stadt. Die eigentliche Statue ist nur 28m hoch und damit lediglich die siebthöchste der Welt.

Die für Touristen zugängliche Plattform auf dem 75m hohen Sockel bietet eine wohl fantastische Aussicht über ganz Lissabon. Obwohl wir eigentlich immer den Berg einer Stadt erklimmen, war es uns hier leider nicht möglich den Cristo Rei näher zu begutachten und Lissabon einmal aus dieser besonderen Vogel-Perspektive zu erleben. Auch wenn überall Ausflüge angeboten werden, hierfür brauch man Minimum einen halben Tag. So sahen wir den Cristo Rei lediglich von unten aus der Ferne. Aber wir haben ihn auf der Liste und wenn wir zurückkehren, dann nehmen wir uns die Zeit.

*

6. Fado

Mit der untergehenden Sonne erwacht Lissabon. Mehr und mehr Klänge ertönen,  vermischen sich mit den lauten Stimmen und beginnenden Tänzen zu einer kulturellen Melange. Fado heißt ein portugiesischer Musikstil, eine Vortragsart, eine Philosophie, ja ein Lebensgefühl, welches hier insbesondere in den Barrios Alfama, Bairro Alto und Mouraria beheimatet ist. Kneipen, Bars und öffentliche Plätze werden zu Tanzflächen und Lissabon zeigt sich in all seiner Pracht, wenngleich es sich meist eher um traurige Werke und Lieder voller Sehnsucht und Schmerz handelt. Wir bekamen davon leider nicht mehr viel mit und können nur erahnen wie schön es sein mag. Um nicht völlig in die Nacht hineinzugeraten, mussten wir uns frühzeitig mit dem Bus auf den langen Rückweg nach Alporchinhos machen. Nicht ohne uns zu schwören, einmal wieder zu kommen und einige Nächte hier zu verbringen!

Und jetzt du! Wenn du schon einmal in Portugal an der Algarve bist, dann schau definitiv in Lissabon vorbei! Allerdings muss dir klar sein, dass du in ein paar Stunden nicht annähernd einen umfassenden Eindruck dieser auf so viele Arten eindrucksvollen Metropole bekommst. Du kannst bestenfalls schon  einmal reinschnuppern, ein paar ausgewählte Spots auf dich wirken lassen um dich anzufixen bald mit mehr Zeit zurückzukehren. Auf jeden Fall kann ein Tagestrip nach Lissabon eine mehr als gelungene Abwechslung während deines Urlaubs an der Algarve sein.

Ach ja, kulinarisch haben wir uns leider auch etwas verrannt… Daher der abschließende Tipp, wenn du nicht grade viel Geld für wenig und vor allen Dingen langweiliges Essen ausgeben möchtest, meide die großen Prachtboulevards und informiere dich am besten vorher (online), falls du nach was Bestimmten suchst.

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Henrik

Hi, ich bin Henrik - Mitbegründer von Generation World. Als Autor, mentale Stütze, Motivator und Weggefährte arbeite ich leidenschaftlich im Hintergrund und unterstütze Hannah bei der Umsetzung unseres gemeinsamen Herzensprojektes.

Wie auf unseren Reisen, gibt es keinen Berg, der nicht zu erklimmen und keinen Weg, der zu weit ist. Kommst du mit uns?

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