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Buenos Aires – Von Highlights und Kultur

Buenos Aires – unsere Base in Argentinien war nochmal eine richtige Mega-Metropole. Je nachdem wieviel Umland man in die Region mit dazu zählt, kommt Argentiniens Hauptstadt auf 15 Mio. Einwohner. Das bedeutet ziemlich genau 1/3 der argentinischen Gesamtbevölkerung von ca. 45 Mio. wohnt in der Provinz Buenos Aires.  So groß und facettenreich zeigt sich Buenos Aires. Auf der einen Seite eine wirklich schicke und moderne Metropole, auf der anderen Seite aber auch wirklich arme und kriminelle Viertel. Gerade diese Extreme prallen hier enorm aufeinander und verwoben mit der Kultur, dem Essen, der Architektur, ob modern oder alt, versprüht das Ganze seinen eigenen Charme.

Plaza del Congreso in Buenos Aires
Unsere 5 Highlights

An dieser Stelle könnten wir die unzähligen Sehenswürdigkeiten dieser Metropole durchgehen. Wir haben uns auf der vorletzten großen Station unserer langen Reise gezielt ruhige Zeit für uns genommen. Einige Orte die uns in Erinnerung geblieben sind, möchten wir hier explizit erwähnen:

Plaza de Mayo

Die Plaza de Mayo nennen wir an dieser Stelle stellvertretend für die vielen beeindruckenden Paläste, Kathedralen und großen Plätze, denen man immer wieder zwangsläufig begegnet, wenn man sich frei durch das historische Zentrum von Buenos Aires bewegt. Trotz der riesigen, massiven Bauwerke ringsherum, wirkt der Platz, entgegen gleichartiger Plätze in anderen südamerikanischen Städten, angenehm ruhig und luftig. Wir nutzten die Plaza de Mayo gerne für eine Verschnaufpause auf unseren Erkundungstouren.

Buenos Aires - Plaza de Mayo
Puerto Madero

Das Hafenviertel von Buenos Aires liegt absolut im Trend. Bis auf das Wetter erinnert einen hier vieles an Hamburg. Die charakteristischen Backsteinhäuser der Speicherstadt kombiniert mit moderner Architektur in Form von Brücken und schicken Bürokomplexen, in denen internationale Großkonzerne sitzen. Unten im Hafenbecken schwanken die dazugehörigen Luxusyachten und Segelschiffe im Wasser. Gerade in der Dämmerung ist Puerto Madero ein absoluter Foto- Hotspot! Man wird geradezu eingeladen hier entlang zu flanieren und es sich gutgehen zu lassen. Die anliegenden Cafés und Restaurants greifen einem aber auch entsprechend tief ins Portemonnaie.

Puerto Madero in Buenos Aires
Reserva Ecológica

Angrenzend liegt das wirklich riesige Naturschutzgebiet Reserva Ecológica Costanera Sur direkt am Ufer des Rio de la Plata. Dieses soll ein wirklich herrlicher Rückzugsort, in den ansonsten zugegebenermaßen recht lauten Straßen Buenos Aires, sein. Wir haben dieses leider nur von außen begutachtet, da der Park teilweise geschlossen und unsere Zeit doch sehr begrenzt war.

Reserva Ecológica in Buenos Aires

Eine ausführlichere Berichterstattungzur Reserva Ecológica findest du bei Ingrids Welt:

https://www.ingrids-welt.de/reise/arg/html/bareserva

San Telmo

Nicht nur kulinarische Vielfalt, sondern auch Tangoklänge an jeder Ecke, findet man im sehr beliebten und belebten Barrio (Viertel) San Telmo. Antiquierte Bauten treffen hier auf Street Art und moderne Bars. Ein besonderes Erlebnis ist dabei der Besuch des Mercado San Telmo. In einer wirklich imposanten Markthalle aus dem 19. Jahrhundert erwartet einen ein vielseitiges Sortiment von Souvenirs und Antiquitäten bis hin zu frischen Lebensmitteln und besonderen kulinarischen Spezialitäten. Empanadas, Wein, aber durchaus auch Bier, lassen sich hier besonders volkstümlich verkosten. Unser Tipp: Wenn du nicht in den Menschenmassen und der Hektik untergehen willst, solltest du diesen touristisch sehr beliebten Markt definitiv nicht am Wochenende zu besuchen!

La Boca

La Boca – das berühmte bunte Viertel von Buenos Aires zeigt wie kein anderes Viertel den kulturellen Reichtum, die Kreativität, die Kraft der Einwohner, trotz Armut, Gewalt und widrigster Umstände. Eine ganz eigene Atmosphäre verbreitet sich in den engen Gassen. Entstanden zwischen den in allen bunten Farben erstrahlenden Wellblechhütten, zwischen Marktschreiern, Künstlern und Musikern, die ihre Ware an den Mann bringen wollen, vor den Tores des „Bombonera“ (Pralinenschachtel), des Fußballstadions der Boca Juniors. Diese Verschmelzung der Kulturen, auch durch den großen Einfluss italienischer Immigration, macht La Boca zu einer mittlerweile sehr beliebten Touristenattraktion. Doch auch wenn wir nichts dergleichen erlebt haben, so war uns in einigen umliegenden leereren Gassen schon auch mulmig. Es wird empfohlen diese, besonders in der Dämmerung, zu meiden. Denn Kriminalität ist leider besonders hier allgegenwärtig.

Barrio La Boca in Buenos Aires
Stadio Bombonera in Buenos Aires

Für Backpack Stories TV * haben wir einen Reisevortrag zum Thema „Argentinien & Brasilien – Von der Großstadt in den Dschungel“ gedreht. Schau doch mal vorbei!

[*Affilate Link]
Ausflüge ins Umland
Tigre Delta

Einer der typischen touristischen Ausflüge ist der ins naheliegende Tigre Delta. Auch hier gilt, wenn du kannst, komme nicht am Wochenende, denn dann fällt gefühlt halb Buenos Aires hier ein. Tigre ist der Rückzugsort der Einheimischen. An den Ärmeln des Deltas liegen eine Vielzahl von Wochenend- und Ferienhäuschen. Mit dem Zug fährt man zwar eine gute Stunde, aber recht einfach bis nach Tigre. Die Kleinstadt selber hat auch ihren besonderen Charme, mit dem großen Hafen, schönen Märkten und Lädchen und dazu auf den Tourismus abgestimmte teils außergewöhnliche und extravagante Restaurants. Eine typische Bootstour durch das Delta haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen (mehr dazu bei Herrlich! Ehrlich?).

Uruguay

Für einen Kurztrip in ein weiteres südamerikanisches Land, bietet sich Colonia del Sacramento in Uruguay an. Hier kommst du zu unserem dazugehörigen Beitrag.

Kultur pur
Tango

Tangocafés, wie das berühmte Café Tortoni, professionelle Shows und die typischen Milongas, (Tanztreffen gerne auf öffentlichen Plätzen) findet man in diversen Vierteln der Stadt. Die Plaza Dorrego, angeblich Buenos Aires ältester Platz, gilt dabei als pulsierendes Herz des Tango, der allgegenwärtigen Tanzkunst Argentiniens. Mitten in San Telmo bietet sie klassisches, ursprüngliches und originales Tangoflair, fernab der broadwayähnlichen Hochglanzshows. Wir können es nur empfehlen dort zu verweilen, vielleicht in einem der Cafés oder Restaurants Platz zu nehmen und die Darbietungen zu verfolgen. Und für die ganz Mutigen gibt es auch immer wieder offene Stunden, in denen man sich einzeln oder paarweise einfach dazugesellen und das Tanzbein schwingen kann.

Café Tortoni in Buenos Aires
Milonga in Buenos Aires
Fußball

An dieser Stelle können wir nicht unerwähnt lassen, wie fußballverrückt nicht nur das Barrio La Boca, sondern die ganze Stadt ist. Wenn man das Umland, also die gesamte Provinz, miteinbezieht stellt Buenos Aires aktuell sagenhafte 15 der 24 argentinischen Erstligisten. Die Teams von Racing Club, Indenpendiente, Estudiantes, River Plate und natürlich die Boca Juniors sind die berühmtesten und zumindest die beiden letztgenannten auch weltweit große Namen im Fußball. Leider können wir hier keinen persönlichen Erfahrungsbericht der unglaublichen Fankultur vorweisen, da wir es an unseren Tagen organisatorisch nicht hinbekommen haben, ein Fußballspiel zu besuchen.

Carlos Tevez Graffiti in Buenos Aires
Süße Spezialitäten

In Buenos Aires gibt es ein wahnsinnig vielseitiges kulinarisches Angebot! Nicht zuletzt waren wir zur Abwechslung einfach mal um die Ecke bei einem Inder sehr typisch und lecker essen. Aber an einigen lokalen Spezialitäten kommt man definitiv nicht vorbei. Neben den bekannten argentinischen Spezialitäten wie Rumpsteaks, Empanadas oder der scharfen Chimichurri Sauce, ist aufgrund der Nähe zur italienischen Kultur, auch Pasta sehr beliebt. Hervorzuheben ist für uns aber die süße Vielfalt, vertreten insbesondere durch Dulce de Leche. Diese Paste aus karamellisierter Kondensmilch wird unter anderem als Füllung für Alfajores verwendet. Alfajores sind Doppelkekse, gerne noch zusätzlich mit Schokolade und/oder Kokosraspeln überzogen. Sie sind der süße Snack schlechthin und im Alltag omnipräsent. Aber auch Media Lunas (Halbmonde), kleine croissantartige Teilchen, erfreuen sich großer Beliebtheit in den vielen Cafés. Und selbst in Bars entdeckten wir Shots kombiniert mit kleinen Süßigkeiten. Fazit, Buenos Aires mag es sehr, sehr süß!

Tagebuchausschnitt (Hannah), Argentinien 25.09.2017:

„Buenos Aires – gute Lüfte auf Deutsch – empfing uns mit Hitze. Nach einigem Hin und Her am Flughafen um Geld zu tauschen und den richtigen Bus zu finden, half uns ein netter, älterer Herr auf die Sprünge. Gustavo zeigte uns wie wir am besten zu unserem Hostel kommen, bot uns sogar ein bisschen Geld an und begleitete uns ein Stück. Das war echt super nett. Sowas haben wir in Deutschland, aber auch in keinem anderen Land der Reise bisher so erlebt.

Angekommen mussten wir dann ja auch erstmal zum nächsten ATM, was sich als Herausforderung darstellte und in einer ungewollten ersten längeren Walkingtour endete. Ungewohnterweise nahmen hier nämlich sämtliche Automaten plötzlich enorme Gebühren, denen wir natürlich aus dem Weg gehen wollten. Unabhängig von den hohen Abhebegebühren war der Maximalbetrag auch noch auf umgerechnet ~ 100€ begrenzt. Wir gönnten uns anschließend ausnahmsweise mal ein recht feines Abendessen in einem indischen Restaurant gleich bei unserem Hostel um die Ecke. Hauptsächlich aufgrund der kulinarischen Abwechslung und weil wir mit VISA zahlen konnten. Das leckere Essen und die Flasche Wein tat uns wirklich gut und wir genossen es enorm.

Der nächste und erste richtige Tag in Buenos Aires war dann leider total verregnet. Nachdem wir unsere dreckige Wäsche in eine „Lavanderia“ (Wäscherei) gebracht und vergeblich schonmal versucht hatten irgendwo Fährentickets nach Uruguay zu kaufen, waren wir klitschnass und gingen heiß duschen.

Am Samstag stand dann der erste Ausflug an und wir fuhren auf eigene Faust zum Tigre Delta, ca. 30km nördlich von Buenos Aires. Die Metrofahrten gleichen hier einem Theater. Nach nahezu jeder Station kommt ein neuer Verkäufer und versucht auf originelle Art seine Sachen loszuwerden. Der erfolgreichste war wohl der Chipa-Verkäufer (Brotkringel) – „Chi-Chi-Chi Pa-Pa-Pa Chipa-Chipa-Chipa“ – war sein ureigener Gesang.

In Tigre machten wir eine einstündige Bootsfahrt durch 6 Flüsse des Deltas. Entgegen unserer Erwartung reihten sich am Ufer mehr oder weniger schicke Ferienhäuschen mit Stegen aneinander. Es war nicht so beeindruckend, aber trotzdem schön. Danach schlenderten wir noch über den Markt am Puerto de Frutos (Hafen der Früchte), fuhren nach Hause und kochten frisch vom Eingekauften. Abends wollten wir dann etwas Tango sehen und gegebenenfalls auch tanzen. Wir dachten ein Samstag würde sich dafür anbieten, aber irgendwie hatten viele Clubs (noch) zu. Nach wieder mal einem langen Walk fanden wir ein Café, waren aber geschockt über den Altersschnitt der Tangoschüler. Gefühlt war keiner unter 70 Jahre alt…Wir überlegten es uns dann doch anders in der Hoffnung noch am Sonntag auf dem Mercado de San Telmo etwas Tango mitzubekommen.

Unser letzter Tag in Buenos Aires war eine richtige geplante, längere Walkingtour. Bei perfektem Wetter schlenderten wir durch die Straßen, machten Stopp an bekannten Sehenswürdigkeiten und genossen die Umgebung und das Wetter. Der Sonntag ist, entgegen unseren Gepflogenheiten, wohl der lebendigste Tag in Buenos Aires. Die Straßen sind voller flohmarktähnlicher Stände und Menschen. Nachdem wir nachmittags noch ins Viertel La Boca zur Spielstätte der Boca Juniors und den berühmten bunten Häuschen wanderten, erwartete uns dann am Plaza Dorrego die sehnlich erwartete Milonga – eine Art freier Open Air Tango Tanz für Jedermann/frau. Erst dachten wir das lange Warten (auch hier begann es erst wieder recht spät) lohnt sich nicht, aber am Ende war es doch trotzdem sehr interessant und schön anzusehen. Die wohl authentischste Art Tango in Buenos Aires zu erleben. Zwar nicht perfekt durchchoreografiert, dafür jeder wie er wollte/konnte und echt ehrlich! So ging auch der letzte Abend dann bei gutem Wein zu Ende. Alfajores und Dulce de Leche sind zwar lecker, aber etwas weniger süß könnten die nächsten Tage dann schon werden.“

Herrlich! Ehrlich?

Buenos Aires bietet einem wirklich viele Möglichkeiten. Daher muss man aufpassen am Ende nicht davon erschlagen zu werden. Wir waren durchaus müde und erschöpft von der langen Reise, die hinter uns lag und haben daher bestimmt nicht so viel unternommen, wie wenn wir ausschließlich die knappe Woche Buenos Aires gebucht hätten. Dabei eine gute Auswahl zu treffen ist oftmals die große Herausforderung. Das Tigre Delta selber hat uns beispielsweise ehrlich nicht besonders beeindruckt. Der Fluss war sehr dreckig und schlammig, an den Seiten rechts und links wenig Natur, sondern eher ein Ferienhaus neben dem anderen. Uns gefielen vor allen Dingen Orte der Kultur, wo man diesen besonderen argentinischen Vibe spürte, wie in La Boca. Achtung: Auch wenn die Stadt zunehmend zu einer schicken Hochglanzmetropole mutiert und genannte Orte touristisch erschlossen und beliebt sind, darf man die Barrios nicht unterschätzen, denn hier sind Armut und Gewalt leider immer noch allgegenwärtig.

Reisedaten

Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

Lateinamerika:
Reisezeit: August - Oktober 2017
Reisedauer: 50 Tage
Argentinien:
Reisezeit: September 2017
Reisedauer: 7 Tage
Unterkunftsart: Hostel

geschrieben von Henrik

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