Argentinien - Iguazú Wasserfälle

Iguazú National Park – Das Spektakel der größten Wasserfälle der Welt

Ein Ziel unserer Lateinamerika-Reise, worauf wir uns mit am meisten freuten und auch im Nachhinein eines der absoluten Highlights war, sind die Wasserfälle von Iguazú! Mit einer enormen Wucht, größer als die Niagara-Fälle und die Victoria-Fälle, hat uns Iguazú nachhaltig beeindruckt. Wir gingen den Tag nicht als stille Genießer an. Im Gegenteil! Unsere inneren Adrenalinjunkies erwachten zum Leben und so wurde unser Tag auf der argentinischen Seite der Wasserfälle zum Once-in-a-lifetime-Moment. Wir haben dir in diesem Beitrag die wichtigsten Informationen sowie persönliche Eindrücke zusammengestellt – von der Organisation über die Gestaltung bis hin zu Aktivitäten im und um den Iguazú National Park.

Reisedaten

Lateinamerika:
Reisezeit: August - Oktober 2017
Reisedauer: 50 Tage

Argentinien:
Reisezeit: September 2017
Reisedauer: 7 Tage
Unterkunftsart: Hostel

Ausblick auf die Wasserfälle von Iguazú

Iguazú National Park – Wissenswertes zum Weltnaturerbe

Die Wasserfälle von Iguazú liegen am Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay, wobei diese nur von den ersten beiden genannten Ländern direkt sichtbar sind. Demnach gibt es zwei Seiten, von wo aus die Iguazú Fälle betrachtet werden können. Analog zur Wirkung und Optik der Wasserfälle selbst, unterscheiden sich ebenso die Schreibweisen. Die Cataratas de Iguazú auf Spanisch stehen den portugiesischen Pendant Cataratas do Iguaçu gegenüber. Wir verwenden in diesem Beitrag die spanische Schreibweise, weil wir die argentinische Seite besucht haben. Iguazú kommt aus dem Guaraní und bedeutet so viel wie „Großes Wasser“. Es ist übrigens der Fluss selber, der den tosenden Wasserfällen ihren Namen gibt.

Ein Großteil des Gebietes ist durch einen Nationalpark geschützt. Dieser ist von UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt worden und erstreckt sich sowohl über Argentinien als auch Brasilien. Im Vergleich zu den ca. 34m hohen Niagarafällen, erreichen die größten Wasserfälle im Iguazú National Park bis zu 82m. Über insgesamt 2,7km existieren 20 große und 255 kleinere Fälle, wovon der sogenannte Teufelsschlund mit Abstand der größte ist (dazu später mehr). Na, jetzt bist du baff oder?! Diese Wassermengen können einen sprichwörtlich erschlagen.

Puerto Iguazú – Die argentinische Seite der Wasserfälle

Die Mehrheit der rund 275 Wasserfälle liegen auf der argentinischen Seite des Iguazú National Parks. Dies hat zur Folge, dass man von dieser Seite aus definitiv näher dran ist. Die brasilianische Seite hat ihren Charme wohl daher eher im Panorama aus der Ferne. Wir haben uns für die argentinische Seite entschieden und werden hier deshalb auch nur dafür sprechen können.

Der nächstgelegene Ort und damit auch Ausgangspunkt ist Puerto Iguazú. Das Örtchen besitzt einen eigenen Flughafen, der von uns aus Buenos Aires aus kommend genutzt wurde. Eine Anreise mit dem Bus ist auch möglich. Puerto Iguazú an sich ist sehr übersichtlich. Ähnlich wie wir es bei anderen typischen „Ausgangsorten“, wie z.B. Uyuni, bereits erfahren haben. Supermärkte, Restaurants, Hostels und Reisebüros bieten alles was man für einen Aufenthalt dort braucht. In den Reisebüros findest du bereits organisierte Touren für einen oder mehrere Tage. Wir entschieden uns für den frühestmöglichen Bus, der direkt vor die Eingangstore des Iguazú National Park fährt. Wenn du Geld sparen willst, solltest du dich definitiv dafür entscheiden. Das klappt alles ganz einfach und reibungslos! Der Eingang erinnerte uns auf den ersten Blick etwas an das Phantasialand©. Aufgrund der Frühe mussten wir kaum anstehen und das Abenteuer konnte losgehen…

Auf zur brasilianischen Seite der Iguazú Fälle!

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Organisation und Ablauf – Was erwartet mich im Park?

Um die Frage erst einmal ganz episch zu beantworten: Dich erwartet fantastischer Dschungel, eine ohrenbetäubende tosende Geräuschkulisse und ein atemberaubendes gigantisches Panorama, wie du es vermutlich wenn überhaupt sehr selten erlebt hast! Auf deiner Südamerika Bucket-List sollten die Iguazú Wasserfälle definitiv ganz weit oben stehen.

Preise und Öffnungszeiten

Nun zu den Fakten. Der Eintritt in den Iguazú National Park beträgt für ausländische Erwachsene 800 argentinische Pesos. Das sind je nach Schwankungen des Wechselkurses rund 12€. Geöffnet ist der Park von 8 Uhr bis 18 Uhr. Wir haben den Bus um 07:15 Uhr genommen und waren kurz vor Öffnung (typisch deutsch) pünktlich vor Ort.

Der Park und seine Highlights

Direkt zu Beginn bekommst du einen Übersichtsplan mit eingezeichneten Highlights und Wegen. Auch dies erinnerte uns irgendwie an einen Freizeitpark. Zu Fuß erkundbar sind der Circuito Inferior und der Circuito Superior, quasi der untere und der obere Rundweg. Wie die Namen verraten, können die Wasserfälle vom Circuito Inferior von unten betrachtet werden, während der obere Weg einen Blick vom Kopfe der Fälle ermöglicht. Beides ist absolut beeindruckend!

Vom Circuito Inferior gibt es ebenso die Möglichkeit mit dem Schlauchboot innerhalb weniger Minuten auf die Insel San Martín überzusetzen. Dort befindet sich sogar ein kleiner Strand mit Blick auf die wunderschönen Wasserfälle. Eine kleine Wanderung bringt dich zu einem Aussichtspunkt, der wirklich ein absolutes Muss ist! Trocken bleibst du da auf jeden Fall nicht ganz.

Iguazú - Aussichtspunkt von San Martín

Was du nicht unterschätzen solltest: Der Iguazú National Park auf der argentinischen Seite ist insgesamt fast 68.000 Hektar groß. Vom Circuito Superior bringt dich ein kleiner Zug (im Preis inklusive) zur Hauptattraktion, der Garganta del Diablo („Teufelsschlund“). Nach ca. 1km Fußweg über den Rio Iguazú erreichst du das Ziel, hören wirst du es schon viel früher. Schaut man für mehrere Sekunden auf die herabprasselnden Wassermassen wird man fast hypnotisiert!

Video abspielen

Für Backpack Stories TV * haben wir einen Reisevortrag zum Thema “Argentinien & Brasilien – Von der Großstadt in den Dschungel” gedreht. Schau doch mal vorbei!

[*Affilate Link]

Aktivitäten – Adrenalin oder stiller Genuss?

Spätestens nach dem Eingang des Parks solltest du dich entscheiden, ob du Action willst oder ob dir das ruhige Betrachten dieses Naturwunders ausreicht. Auch die Kleiderauswahl spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle, weshalb eine frühere Entscheidung sogar noch besser wäre. Die Action, auf die wir uns beziehen, trägt den Namen Aventura Náutica („Wasserabenteuer“).

Im Prinzip hast du 3 Optionen:

Dreimal darfst du raten, für was wir uns entschieden haben. Ja, natürlich Nummer 2! Der Spaß ist zugegebenermaßen recht schnell vorbei und mit ca. 43 € nicht gerade günstig. Wir waren trotzdem rundum glücklich und können es jedem Adrenalinjunkie nur ans Herz legen. Außerdem beinhaltet das Gran Aventura noch eine Safari-Tour im Jeep durch den Dschungel, bei der einem die Flora und Fauna nähergebracht wird.

Hier die offizielle Website des Tour-Anbieters:
http://www.iguazujungle.com/eng/

Auch alleine das Spazieren durch den Nationalpark ist ein großes Erlebnis. Zwar sind die Wasserfälle selbst vermutlich für jeden das Spektakulärste, aber auch die Flora und Fauna versetzt einen in eine Traumwelt. Tausende von Schmetterlingen in verschiedensten Farben und zwitschernde Vögel untermalen die Dschungel-Atmosphäre. Auf den Wegen kannst du ab und an auch Nasenbären oder Echsen begegnen. Hier ist jedoch etwas Vorsicht geboten, insbesondere bei den erstgenannten Artgenossen. Auf Füttern solltest du unbedingt verzichten!

Wege durch den Iguazú Nationalpark

Guïra Oga – Abwechslungsreicher Tagesausklang

Auf dem Rückweg vom Iguazú National Park nach Puerto Iguazú liegt eine Auffangstation für hilfsbedürftige Tiere des anliegenden Dschungels, die den Namen Guïra Oga trägt. Der Name stammt aus der lokalen Sprache Guaraní und heißt übersetzt so viel wie „Haus der Vögel“. Wenn man es wie wir nicht auf die brasilianische Seite schafft, ist ein Besuch dort eine sehr gute Alternative zum Parque das Aves. Nicht nur Vögel, sondern auch andere hilfsbedürftige Tiere des Dschungels wie z.B. Affen werden hier aufgepäppelt, vor Wilderei gerettet oder deren Bestand stabilisiert. Stets mit dem Ziel, den Tieren wieder Zugang zu ihrem natürlichen Zuhause zu schaffen. Die Pfleger sind wirklich nett und erklären den Besuchern in aller Ruhe die Geschichten der Tiere. Die letzte Kleingruppen-Tour startet gegen 17 Uhr und der Eintritt beträgt eine Spende in Höhe von ca. 6€.

Tagebuchausschnitt (Henrik), Argentinien 26.09.2017:

„Wow, was war das für ein Tag! Ja, der heutige Tag an den Wasserfällen von Iguazú war mit Sicherheit der teuerste Tag auf unserer langen Reise, aber auch eines der spektakulärsten und intensivsten Erlebnisse. Schon jetzt fällt es mir schwer jedes einzelne Detail wiederzugeben, so viel haben wir gesehen und so beeindruckt waren wir.

Los ging es mal wieder in aller Frühe. Wir hatten uns vorher entsprechend informiert und uns daher für die argentinische Seite, die wohl schönere und lohnenswertere Seite entschieden. Allerdings war dadurch der Besuch des großen Vogelparks auf der brasilianischen Seite nicht möglich. Doch selbst dies wurde später noch ersetzt. Beide Seiten an einem Tag unterzubringen ist wirklich ziemlich unmöglich…

Der Iguazú National Park war groß ausgebaut und komplett touristisch erschlossen. Anfangs hat man sogar eher den Eindruck, es sei eine Art Freizeitpark. Aber hier sind die Wasserfälle, das Wildwasserrafting und der Dschungel echt! So gönnten wir uns zusätzlich das „große Abenteuer“, eine Jeeptour durch den Dschungel und eine Raftingtour durchs Wildwasser, die zum Abschluss einmal quer durch die Wasserfälle fahren würde.

Obwohl wir an diesem Morgen die allerersten Besucher waren und in der ersten Tour Platz nehmen konnten, knallte die Sonne schon vom Himmel. Wir hatten ausnahmsweise mal Glück mit dem Wetter, da sich die Gegend sonst quasi durch ständige Regenzeit auszeichnet. Und so war dann der einzige Regen den wir erfuhren, die prasselnden Wassermassen der Wasserfälle. Es war eine angenehme Erfrischung, aber auch echt hart und heftig als wir mit dem Speedboat wirklich komplett unter einem Wasserfall verschwanden. Ausnahmslos alle waren klitschnass und das Wasser stand literweise im Boot, aber es war ein Heidenspaß!

Unsere Beutel waren wasserdicht verpackt worden, so dass wir uns keine Sorgen um unser Equipment machen mussten und auch wir waren etwas später schon wieder gut getrocknet. Nach diesem rasanten Beginn ging es erstmal auf die Insel San Martín, um einen kurzen Abstecher auf den dortigen „Mirador“ zu machen. Von diesem Aussichtspunkt sahen wir die Wasserfälle, die Boote, die Natur und konnten von oben herab wunderschöne Aufnahmen machen. Anschließend ging es auf einen der großen Trails, den vorgegeben Wanderrouten zum Erkunden des Parks und der Wasserfälle aus den verschiedensten Blickwinkeln. Eine circa 15-minütige Fahrt mit einer kleinen Bahn brachte uns dann in Fußnähe zur „Garganta de Diablo“, dem Teufelsschlund. Der so benannte größte Wasserfall bildet einen zu 2/3 geschlossenen Kreis und war ohne Zweifel das Highlight des Parks. Es war wirklich beeindruckend den unglaublichen Wassermassen dabei zuzusehen. Wir hatten sogar noch gelesen, es soll anfangs der Woche montags und dienstags meistens etwas weniger sein, aber noch mehr war nicht vorstellbar.

Ansonsten wanderten wir über die abgesteckten Rundgänge. Wir erlebten typischen Regenwald mit all seinen Pflanzen, enorm vielen, großen und prächtigen Schmetterlingen und leider auch Moskitos. Dazu sahen wir einige Nasenbären, aber leider keine Äffchen, keine Papageien oder Tukane. Daher beeilten wir uns dann am späten Nachmittag ein wenig, um noch den letzten Rundgang in einer Aufzuchtstation kurz vor Puerto Iguazú, hatten, zu schaffen. Denn dort sollte es die erwähnten Tiere alle geben. Es war eine wirklich gute und interessante Führung. Gerade hier war es eine lohnenswerte Investition, da wir Papageien, Tukane, Falken, Äffchen und unzählige andere aufgefangenen Tiere aus nächster Nähe betrachten durften. In dieser Station sollten diese teilweise ausgesetzten, missbrauchten oder verunglückten Tiere wieder fit für das Leben da draußen gemacht werden oder falls dies nicht mehr möglich ist, so noch Nachkommen produzieren.

Ein gutes Projekt, welches wir so gerne direkt unterstützten. Es war mal wirklich alles zu unserer Zufriedenheit und es ging frohen Mutes auf den Flug nach Rio!“

Herrlich! Ehrlich?

Oft haben wir gelesen, dass ein Tag für die argentinische Seite der Iguazú Wasserfälle nicht ausreichen würde. Unserer Erfahrung nach tut es das schon. Mit Sicherheit hätte es vielleicht entspannter ablaufen können, mehr Zeit kann man sich immer lassen. Unsere Ambition für dieses Reiseziel lag jedoch nicht primär in der Ruhe und Entspannung, sondern in Action. Wir haben alles gesehen und erlebt, was wir wollten. Nein, eigentlich hat unser Besuch unsere Erwartungen sogar übertroffen.

Dann wäre da noch das „Phantasialand-Gefühl“. Irgendwie passt alles in Bild – der Eingang, die Übersichtspläne und natürlich die „Wildwasserbahn“. Einerseits war der Eindruck für uns negativ behaftet, da es auf den ersten Blick das Gefühl von Authentizität, Freiheit und Natürlichkeit mindert.

Andererseits ist es nun mal ein geschützter Nationalpark, der einen logistischen Rahmen erfordert. Nicht nur zum Schutze der Natur, sondern in diesem Falle auch der Besucher. Der Preis für die Speedboot-Tour ist natürlich recht happig, aber definitiv den Spaß und das Erlebnis wert. Beim besten Willen ist dies auch das Einzige, was annähernd, je nach Betrachtungsweise, nicht ganz so herrlich ist. Jetzt mal ehrlich! Die Iguazú Wasserfälle sind einfach der absolute Wahnsinn und auf unserer Highlight-Liste ganz weit oben, wenn nicht sogar der Spitzenreiter!

geschrieben von Hannah

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