Peru - Laguna Humantay Thumbnail

Laguna Humantay – Der heilige Gletscher-See

Die Laguna Humantay liegt auf 4250m Höhe und ist tatsächlich ein optisches Highlight. Ein außergewöhnlich schöner Gletschersee umgeben von schneebedeckten Gipfeln inmitten der Anden. Schon die etwa zweistündige Wanderung hinauf ist ein prägendes Erlebnis! Dieser Ausflug bietet sich insbesondere für alle an, die leider keine Zeit (oder Kraft) haben tagelange Trekking-Touren in Kauf zu nehmen. Und auch wenn man das Bild der Laguna Humantay mittlerweile bei Instagram & Co kennt, so hatten wir den Eindruck, dass es noch nicht so völlig überlaufen ist wie andere Ziele. 

Reisedaten

Lateinamerika:
Reisezeit: August - Oktober 2017
Reisedauer: 50 Tage

Peru:
Reisezeit: August/September 2017
Reisedauer: 11 Tage
Unterkunftsart: Gastfamilien

Wie anstrengend der Aufstieg für uns war, ob es sich gelohnt hat und was du sonst noch zu diesem Ausflug wissen solltest, erfährst du in diesem Beitrag.

Aussicht auf die Laguna Humantay

Before you go – Ausgangspunkt & Organisation

Der klassische Ausgangspunkt ist Cusco. Hier bekommt man mittlerweile überall entsprechende Touren angeboten. Bekanntermaßen macht ein hohes Angebot die Auswahl schwieriger und gewisse Bedingungen sollten beachtet werden. Nimm definitiv nicht das erstbeste Angebot, sondern hör dich um. Achte genau darauf, was inklusive ist und was nicht (z.B. Wanderstöcke und Eintrittsgelder). Frage dich außerdem, welche Prioritäten du setzt. Beispielsweise, ob dir späteres Aufstehen und ausreichende Erholung für die Wanderung lieber sind als ein verlassenes Panorama.

In der Regel kannst du mit einem Preis von rund 25€ pro Person rechnen, wenn du etwas Verhandlungsgeschick an den Tag legst. Als Spartipp können wir auf jeden Fall empfehlen mehrere Ausflüge bei einer Agentur zu buchen, da du dann das Gesamtpaket meistens noch besser runterhandeln kannst. Wir haben den Trip zur Laguna Humantay sowie zwei Tage später zum Rainbow Mountain zusammen gebucht und dadurch einiges gespart.  Dies erhöht im Umkehrschluss jedoch auch das Risiko, weil du gleich für mehrere Ausflüge an einen Veranstalter gebunden bist. Denke generell auch daran, dass du meistens noch Spenden und Trinkgelder einplanen solltest.

Unserer Erfahrung nach stecken viele Agenturen auch letztendlich unter einer Decke bzw. organisieren ihre Ausflüge nicht alle individuell. Dies hat zur Folge, dass du oftmals mit anderen Reisenden einen Ausflug erlebst, die ganz woanders einen teilweise komplett anderen Preis bezahlt haben.

Trek zur Laguna Humantay vorbei an Tipis

Von Früh bis Spät – Der Ablauf

Touren zur Laguna Humantay starten stets sehr früh. Dies hat mehrere Gründe. Einerseits braucht man bis zu 4 Stunden mit dem Minivan/Kleinbus von Cusco bis zum Startpunkt Soraypampa. Es ist eine sehr rumplige Strecke durch enge Bergserpentinen und üblicherweise hält man zwischendurch auch noch in einem Dorf an um zu Frühstücken. Andererseits möchte man ja auch möglichst früh vor Ort sein, um die Pracht am Zielort möglichst in aller Ruhe und Idylle erleben zu können. Hier als ungefähre Richtlinie der zeitliche Ablauf unserer Tour:

4:30 Uhr – Abholung und Einsammeln sämtlicher Teilnehmer

5:00 Uhr – Abfahrt von Cusco

8:00 Uhr – Frühstückspause in einem typisch peruanischen Dorf

09:00 Uhr – Ankunft Soraypampa und Start des Treks

Laguna Humantay - Ortsschild Soraypampa
Trek zur Laguna Humantay

10:30 -11:00 Uhr – Ankunft Laguna Humantay

12:00 Uhr –  Rückweg nach Soraypampa

13:00 Uhr –  Abfahrt von Soraypampa

14:00 Uhr – Mittagessen im gleichen Dorf wie Frühstück

17:00 Uhr – Ankunft Cusco

*

Der Trek von Soraypampa – Wie hart ist er wirklich?

Der gängige Trek von Soraypampa (ca. 3800m NN) bis zur Laguna Humantay (ca. 4200m NN) ist durchaus als anspruchsvoll einzustufen. Er bietet sich aber trotzdem, aufgrund der Distanz von lediglich etwas mehr als 4km, als hervorragender Einstieg und Test für härtere oder längere Treks an. Mit 404m Höhenunterschied auf lediglich 4,3km Strecke, kommt der Aufstieg allerdings auf fast 10% Steigung. Dies ist wirklich enorm und absolut nicht zu unterschätzen. An die Höhe sollte man sich schon vorher gewöhnt haben, wobei das Gefühl im Vergleich zu Cusco nach unserem Empfinden keinen außergewöhnlichen Unterschied macht.

Der Abstieg ist generell deutlich schneller und spürbar leichter zu bewältigen, geht aber mit einer merklich höheren mechanischen Belastung der Gelenke einher. Ob währenddessen oder im Anschluss, es kann sehr schmerzhaft ausfallen. Um dies zu verhindern oder zumindest zu minimieren, sollte man beim Abstieg langsam und behutsam vorgehen sowie sich auf die Schritte konzentrieren. Insbesondere schnelles Hinunterlaufen ist nicht zu empfehlen!

Steiniger Anstieg zur Laguna Humantay

Alles in allem lässt sich festhalten, dass man bei der Wanderung zur Laguna Humantay nicht in vollkommen schlechter körperlicher Verfassung sein sollte. Ansonsten ist der Trek sehr gut zu bewältigen, wenn man sich die (für sich persönlich) notwendige Zeit nimmt. Es besteht auch die Möglichkeit, sich auf dem Rücken eines Pferdes hochtragen zu lassen. Sowohl aus sportlichen Gründen als auch im Hinblick auf das Tierwohl, ziehen wir diese Alternative nie in Betracht.

In Soraypampa startet übrigens auch der berühmte Salkantay Trek, einer beliebten alternativen Wanderroute zum Inka Trail mit dem Ziel Machu Picchu.

Daran solltest du denken – Die Packliste

Die erforderliche Ausrüstung unterscheidet sich kaum von anderen vergleichbaren Wandertouren. Nichtsdestotrotz hier nochmal eine Zusammenstellung der wichtigsten Aspekte sowie einigen Besonderheiten:

  • Im Optimalfall solltest du Trekking-Schuhe Insbesondere bei diesem Trek liegt doch eine Menge unbefestigtes Geröll herum und teilweise muss man schon sehr aufpassen, um nicht wegzurutschen oder umzuknicken. Wie gesagt, die Steigung hat es zudem in sich und begünstigt mögliche Verletzungen. Daher sollte auf eine griffige Sohle Wert gelegt werden.

  • Denke dran – die Tour startet in den sehr frühen Morgenstunden. Dementsprechend ist es noch dunkel und verdammt kalt. Zieh dir zu Beginn also einen Wollpulli und eine Multifunktionsjacke Auch Handschuhe und Mütze solltest du ebenso nicht vergessen. Hab aber auch je nach Saison unbedingt ein T-Shirt drunter, wenn tagsüber die Sonne rauskommt. Dann kann es beim Wandern ordentlich warm werden. Auch eine Sonnenbrille und Sonnencreme sollten in deinem Rucksack greifbar sein.

  • Proviant ist wesentlich! Auch wenn in der Tour angeblich alles inklusive ist, so ist dies nicht immer zugänglich. Nimm dir auf jeden Fall genug Wasser mit. Auch wenn der Rucksack entsprechend schwerer wird, empfehlen wir hier durchaus bis zu 2l pro Person, um während des Tages nicht zu dehydrieren. Jeder Mensch reagiert anders auf die Anstrengung in der Höhe. Des Weiteren können kleine Snacks wie Nüsse, Riegel oder Obst zum Energietanken und zur Überbrückung zwischen den inklusiven Mahlzeiten dienen. Hier gilt: Lieber zu viel als zu wenig – für deine Kraft und Gesundheit.

  • Und zu guter Letzt sollte das für dich notwendige Kamera-Equipment natürlich mit am Start sein um das ganze Erlebnis festzuhalten und zu dokumentieren.
Panoarama der Laguna Humantay

Geschafft und genießen! – Die Laguna Humantay

Am Ziel offenbart sich dir dann ein wirklich imposantes Panorama. Türkisblau schimmernd liegt der Bergsee eingebettet in die Landschaft vor teils schneebedeckten Gipfeln. Je nach Wetter spiegelt sich die Natur wunderbar im Wasser. Genau der richtige Moment, nicht nur um ein paar herrliche Schnappschüsse zu machen, sondern auch einmal die Macht und Stille dieser überwältigenden Natur zu erleben. Die Lagune ist für die Eingeborenen ein heiliger Ort. Auch du bist eingeladen mit deinem Guide ein kurzes Gebet an Pachamama (Mutter Erde) zu richten.

Wettertechnisch kann die Laguna Humantay ganzjährig besucht werden, wobei insbesondere die Zeit zwischen Mai und November empfehlenswert ist. Zu der Zeit ist kaum mit Regen zu rechnen.

Jetzt steht einer anstrengenden, aber atemberaubenden Wanderung nichts mehr im Wege

Tagebuchausschnitt (Hannah), Peru 08.09.:

 „Der Trek zur Laguna Humantay war dann ein erstes Kräftemessen unserer sportlichen Kondition und dem Umgang mit der Höhe. Doch überraschenderweise geht es insbesondere mir wirklich gesundheitlich top! Das Einzige was identisch zur letzten Reise aufkam, war etwas Nasenbluten. So kamen meine neuen Wanderschuhe direkt zum Einsatz. Und bewaffnet mit Wanderstöcken ging es circa 2h einen sehr steilen und steinigen Pass hinauf. Dort wurden wir belohnt! Klar kann man die Sinnhaftigkeit hinterfragen , ob man mühsame 2h Hin- und Rückweg plus lange Fahrten und extrem frühes Aufstehen auf sich nimmt, nur um eine halbe Stunde vor Ort eine atemberaubende Aussicht zu haben und entsprechende Fotos zu schießen… Aber ich sehe das anders!

Für mich ist bereits der erste Schritt auf dem Weg ein Erlebnis und trotz Anstrengung versuche ich den Moment zu genießen. Wir können stolz auf uns sein, wir haben es geschafft. Vor einer Kulisse von schneebedeckten Gipfeln erschien ein blau-grüner See, indem sich die angrenzende Landschaft wunderbar spiegelte. Wir genossen den Ausblick, machten Fotos und picknickten etwas während uns unser Guide erzählte, dass die Lagune nur durch Schnee entstand und dieser Punkt für die Ureinwohner heilig sei. Dann fing es langsam aber stetig an zu hageln. Schnell runter. Aua das Knie!

Ich liebe Peru! Dieses Land hat so viel zu bieten. Hier fühle ich mich wohl. Aber jetzt wollen wir Neues erleben. Auf geht’s nach Bolivien!“

Herrlich! Ehrlich?

Natürlich gab es auch auf diesem Ausflug einige Schattenseiten, die wir an dieser Stelle nicht aussparen möchten. Der extrem frühe Start hat einen Grund, den man in Kauf nehmen sollte. Touren die erst später starten, führen dich auch deutlich später ans Ziel. Dementsprechend voll wird es dann vor Ort, was das Erlebnis absolut trüben kann. Ein weiterer Aspekt, dem man machtlos ausgeliefert ist, betrifft das Wetter. Selbst wenn es unten noch klar und angenehm scheint, so kann es oben doch schnell wolkig, verhangen und ungemütlich werden. Sei nicht enttäuscht, wenn sich dir nicht das volle Panorama in all seiner Pracht zeigt. Es ist ganz normal und in den allermeisten Fällen sieht es nicht so spektakulär und wahnsinnig toll aus wie auf den überall kursierenden Fotos. Zum Glück wurden wir erst auf dem Abstieg von einem spontanen Hagelschauer überrascht.

Mit Sicherheit ist die Tour auch auf eigene Faust zu organisieren. Hier können wir dir jedoch leider keine eigenen Erfahrungen an die Hand geben. Dabei ist der Transport von Cusco nach Soraypampa vermutlich der schwierigere Teil des Vorhabens. Der eigentliche Trek war für uns auch gut ohne Führer und Betreuung zu bewältigen.


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Henrik

Hi, ich bin Henrik - Mitbegründer von Generation World. Als Autor, mentale Stütze, Motivator und Weggefährte arbeite ich leidenschaftlich im Hintergrund und unterstütze Hannah bei der Umsetzung unseres gemeinsamen Herzensprojektes.

Wie auf unseren Reisen, gibt es keinen Berg, der nicht zu erklimmen und keinen Weg, der zu weit ist. Kommst du mit uns?

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