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Rio de Janeiro – Unsere 6 Highlights in der City

Rio de Janeiro – der allerletzte Stopp auf unserer Reise war in vielerlei Hinsicht der Höhepunkt, der Gipfel unserer Reise, aber auch leider schon das Ende. Über die Highlights dieser Stadt alleine sind Bücher gefüllt worden und auch wir können einige Seiten füllen. Dabei versuchen wir nicht nur unsere persönlichen Highlights vorzustellen, sondern stets auch interessante Fakten zu bringen, die vielleicht noch nicht jeder auf dem Schirm hat. Den Anfang unserer „(T)riologie“ macht dieser Beitrag mit unseren Lieblingsplätzen und Ausflugsmöglichkeiten zentral in Rio de Janeiro. Enjoy!

Cristo Redentor – Der Wächter der Stadt

Die berühmte, riesige Statue von Jesus Christus thront über Rio de Janeiro und breitet schützend ihre Arme über die Stadt. Jeder kennt das Wahrzeichen von Rio de Janeiro und möchte oben auf dem Corcovado ein Foto schießen. Unser Tipp, der frühe Vogel fängt den Wurm! Fahre möglichst früh morgens als Allererstes rauf, dann ist das Gedränge mit etwas Glück vielleicht noch nicht so dicht. Angefertigt in den frühen 30ern dient der Cristo Redentor als Vorlage für eine Vielzahl anderer, gleichartiger Statuen in vielen anderen christlichen Städten weltweit. Doch mit ihrer Höhe von gut 30m ist sie zwar das Original und unserer Meinung aufgrund ihrer Lage auch die mit Abstand beeindruckendste, jedoch seit 2010 nicht mehr die größte ihrer Art. In Schwiebus im Westen Polens ließ der örtliche Gemeindepfarrer doch glatt eine 6m höhere Christusstatue errichten. Na, wer hätte das gewusst?

Cristo Redentor in Rio de Janeiro
Zuckerhut – Die atemberaubende Aussicht

Der zweite berühmte Berg, von dem man einen ebenso herrlichen Ausblick über Rio de Janeiro hat, ist der Zuckerhut. Zuckerhut heißt der Berg aufgrund seiner kegelförmigen Optik, aber wusstest du, dass er eigentlich Zuckerbrot (portugiesisch: Pão de Açúcar) heißt? Wer hoch möchte, sollte die Seilbahn nehmen. Die Fahrt lohnt sich und auch das Aussteigen und Erkunden der verschiedenen Ebenen ist ein besonderes Erlebnis. Aufgrund der hohen Passagierzahlen und diversen Ausbauten ist diese Seilbahn modern, komfortabel und sicher. Der Zuckerhut muss also nicht per anstrengendem Aufstieg erklommen werden. Nichtsdestotrotz kann man auch zumindest bis zur ersten Plattform, dem Morro de Urca, hinauf wandern. Ein wohl etwas teurerer, aber umso extravaganterer Ausflug (im wahrsten Sinne des Wortes) kann von hier unternommen werden. Hier starten Helikopter-Ausflüge, um Rio wie im gleichnamigen Zeichentrickfilm aus Vogelperspektive zu erleben!

Blick auf den Zuckerhut von Rio de Janeiro
Santa Teresa – Das hippe Künstlerviertel

Das Viertel Santa Teresa war unser temporäres Zuhause in Rio de Janeiro. Hier hielten wir uns gerne auf und hier kamen wir immer wieder gerne hin. Santa Teresa ist ein sehr bunter und lebensfroher Teil von Rio de Janeiro. Viele Cafés, Restaurants, Bars und auch kulturelle Einrichtungen, wie Theater und sonstige Bühnen findet man an jeder Ecke. Eine Vielzahl an Ateliers und Galerien machen den Eindruck des Künstlerviertels rund. Die verwinkelten Straßen und Wege auf den Hügeln des Viertels sind meist von Pflastersteinen geprägt und eine alte Trambahn, die „Bonde“, bahnt sich ihren Weg hinauf und hinab. Ein wirklich spezielles Erlebnis ist die Fahrt mit dieser Bahn, die einmal oben angekommen ernsthaft noch händisch aus der Oberleitung gelöst und andersrum wieder eingehängt wird, um exakt denselben Weg zurückzufahren.

Tram in Santa Teresa, Rio de Janeiro
Escadaria Selarón – Hotspot der Neuzeit

Ein ganz besonderes Foto-Objekt bildet den Übergang von Santa Teresa nach Lapa, die sogenannte Escadaria Selarón. Diese mit bunten Fliesen aus aller Welt gekachelten Stufen waren Schauplatz für eine Vielzahl von Werbeclips sowie unter anderem das weltweit bekannte Musikvideo zur Single Beautiful von Pharrell Williams und Snoop Dogg. Benannt sind sie nach Jorge Selarón, einem chilenischen Künstler, der 1990 begann die Stufen vor seinem Haus auf ganz besondere Art und Weise zu renovieren. Er wählte dominierend die Farben gelb, grün und blau, die Farben der brasilianischen Flagge und bezeichnete die Stufen später als seine persönliche Liebeserklärung an das Land. Dort kann man sich heute ein ganz spezielles und besonderes Andenken sichern. Wenn du Lust hast, kannst du dich fotografieren und das Bild auf eine Fliese drucken lassen.

Hannah und Henrik auf der Escadaria Selarón in Rio de Janeiro

Für Backpack Stories TV* haben wir einen Reisevortrag zum Thema „Argentinien & Brasilien – Von der Großstadt in den Dschungel“ gedreht. Schau doch mal vorbei!

*[Affilate Link]

Ipanema – Caipis, Strand und Sonnenschein

Stellvertretend für die vielen großen Strände von Rio de Janeiro möchten wir an dieser Stelle insbesondere Ipanema herausstellen und nicht etwa das noch berühmtere Pendant Copacabana. Ipanema ist ein sehr angesagtes Viertel am gleichnamigen Strand, der nicht nur Badende, sondern mit seiner felsigen Halbinsel auch Surfer in seinen Bann zieht. Am Strand liegend den Sonnenuntergang mit dem weltbekannten gleichnamigen (alkoholfreien) Cocktail zu genießen, ist wahrlich Balsam für die Seele. Aber Achtung: Die angrenzenden schicken Boutiquen und auch Bars und Restaurants sind mit das Teuerste was Rio de Janeiro bietet. Hier ist mittlerweile Luxustourismus auf der Agenda und eine Vielzahl von protzigen Hotels säumen die Uferpromenade. Doch am Strand trifft sich Jedermann. Zwischen Sonnenschirmen und Handtüchern wird Fußball, Volleyball oder Footvolley gespielt und mehr oder weniger Durchtrainierte stellen offensiv ihren Körper zur Schau. Ipanema strahlt einfach eine unglaubliche Lässigkeit aus. Das alles mag ebenso zu 100% auf die Copacabana zutreffen, aber alleine schon wegen des Panoramas mit Blick auf die Felsen Dois Irmãos (zwei Brüder) ist Ipanema unserer Meinung nach schöner, besonderer als Copacabana.

Sonnenuntergang in Ipanema, Rio de Janeriro
Maracanã – „Wir sind Weltmeister!“

Das altehrwürdige Maracanã ist definitiv das bekannteste Fußballstadion der Weltmetropole. In diesem Fußballtempel wurden schon einige Schlachten geschlagen. Angefangen in den 1950er Jahren als größtes Fußballstadion weltweit mit bis zu 200.000 Zuschauern bis zum Weltmeistertitel Deutschlands 2014 war das Stadion Ort vieler, (sport-)geschichtsträchtiger Dramen. Nach einer Vielzahl an Umbaumaßnahmen über die Jahre, nicht zuletzt für die WM 2014 und Olympia 2016, fasst das offiziell Estadio Jornalista Mario Filho genannte Stadion heutzutage nur noch 78.800 Plätze. In den letzten Jahren verwahrloste das Maracanã, da es nur noch für wenige ausgewählte Länder- oder Pokalendspiele genutzt wurde. Doch es gibt Planungen das Flamengo den Betrieb der Spielstätte übernimmt, um sich einen kompletten Stadionneubau zu sparen. Dabei soll die Kapazität durch mehr günstige Stehplätze wieder erhöht werden.

Leeres Maracana Stadion in Rio de Janeiro
Tagebuchausschnitt (Hannah), Brasilien 30.09.2017:

„Auch wenn es bereits die letzten Tage unserer Reise sind, besonders sind sie auf jeden Fall. Endlich ist der Countdown abgelaufen, wann ich meine Mama wiedersehe. Nach langem Hin und Her vor der Reise, ob sie das wirklich machen soll, haben wir es tatsächlich geschafft, uns in Rio de Janeiro in Brasilien zu treffen. […]

Der Fußweg zu unserem Hostel war allerdings ziemlich beschwerlich, da es mitten in einer Favela liegt und nicht befahrbar ist. Aber wir wollten es ja so und Matti, der nette Gastgeber, half uns auch gleich mit den Koffern. Kurz sortiert, machten wir uns direkt auf nach Lapa zu Mama. Da haben wir uns wieder, wie schön 😊. Und ihr Hotel war gefühlter Luxus im Vergleich zu all unseren Hostels. Am Abend gingen wir alle gemeinsam noch was Essen (Mama und ich teilten uns Pizza und Salat, Henrik hatte einen komischen Fleischtopf ganz für sich) und natürlich Caipis trinken. Allerdings nicht allzu lange, denn am nächsten Tag war ja Mamas Geburtstag und wir wollten zum Cristo, zum Zuckerhut und und und … […]

Nach einem überraschend guten Frühstück fuhren wir wieder nach Lapa und machten erstmal große Bescherung für meine Mama. Sie freute sich sehr über die Andenken, die wir aus jedem Land zu diesem Zweck für sie gesammelt hatten. Auch wir freuten uns und unsere Koffer waren wieder um 1 bis 2kg erleichtert. Mit dem Zug ging es dann rauf zur berühmten Christusstatue. Nachher ist Mama versehentlich fast weggelaufen, ich bin ihr etwas übertrieben panisch hinterhergesprintet. Das war ich nicht gewohnt so aufpassen zu müssen, aber im Nachhinein war es lustig. Oben angekommen war es wie in meiner Erinnerung (ich war vor 3 Jahren ja schon einmal hier): voll und eng an eng. Es ist echt schwierig dort Fotos ohne Menschenmassen zu schießen. Trotzdem genossen wir den Ausblick über ganz Rio und gaben unser bestes die Motive in Szene zu setzen.

Nachdem wir in Botafogo erst zu früh ausgestiegen sind, schafften wir es trotzdem zum Zuckerhut. Diesmal ging es mit der Seilbahn hoch – puh, dabei war es ganz schön windig geworden. Für mich war es eigentlich nichts Neues, hatte ich es doch 2014 alles schon einmal alleine erlebt, aber es freute mich umso mehr, dass alles mit meinen beiden Liebsten teilen zu können. Nach einem entspannenden Bier und einem ersten Kurzbesuch am Ipanema Beach wurde es frisch und wir machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Der Drang nach Abwechslung führte uns zu einem kleinen Araber, der landestypische Spezialitäten anbot. Sein wirklich leckerer Falafelteller überzeugte uns vollends. Zur Krönung des Feiertages bekam ich am Ende des Abends noch vollkommen unerwartet die Note meiner Bachelorarbeit. Tatsächlich 97/100 Punkten, Wahnsinn! Das war ein guter Tag 😊 Darauf noch ein paar Caipis!

Heute hat es sich dann leider mal richtig eingeregnet und so blieben nicht viele Alternativen außer mal ein bisschen Shoppen zu gehen. Dafür fuhren wir nach Ipanema. Beim Schlendern durch den Regen verging die Zeit und wir hatten langsam Hunger. So kehrten wir wieder bei unserem liebgewonnenen Araber „Baghdad“ ein. Am Ende des Tages kam Mama noch kurz mit hoch nach Santa Teresa. Wir nahmen uns vor, dass auch nochmal bei Tag zu machen!“

Tagebuchausschnitt (Henrik), Brasilien 04.10.2017:

„[…] Nach diesem kleinen Dschungel-Abenteuer im Tijuca-Forest beeilten wir uns dann ein wenig, denn wir wollten bei dem überragenden Wetter unbedingt noch ein paar Minuten in Ipanema am Strand liegen. Dort angekommen wussten wir dann auch, wo die ganzen Menschen waren. Ipanema war proppevoll und es herrschte hektisches Treiben. Zig laufende Verkäufer von Maiskolben, Zigaretten, Caipis, ja sogar Bikinis, wollten uns ihre Waren ans Herz legen. Wir haben uns nach einem wunderschönen Sonnenuntergang allerdings eher an den Ständen des angrenzenden Hippie-Markts ausgelassen und eine letzte Fuhre Andenken und Mitbringsel für uns, Familie und Freunde besorgt. Den Abend, den letzten von Hannahs Mutter, ließen wir dann ein weiteres Mal bei Buffetessen und obligatorischen Caipis in aller Ruhe ausklingen.

Montag ging es dann nochmal bei schönem Wetter an die berühmten Selarón Stufen und es wurde mit der altertümlichen Bimmelbahn über die Berge von Lapa gefahren. Wie die gesamten Tage hier, ja eigentlich die gesamte Reise, ging auch dieser Tag mega schnell um und schwupps – standen wir abends vorm Taxi und mussten uns von Hannahs Mutter verabschieden, die ihren Rückflug antreten musste. Uns blieb noch ein weiterer Tag in Rio, an dem es aber wieder einmal nur regnete. Trotzdem machten wir uns noch auf, denn ich wollte wenigstens noch das Maracanã erleben, wo Deutschland vor gut 3 Jahren Weltmeister wurde. Da es terminlich leider wieder nicht zu einem Spiel reichen sollte, machten wir wenigstens eine Führung. Diese war absolut ihr Geld wert und gewährte unter anderem intime Einblicke in die Kabinen. Den angepeilten Zoo haben wir dann anschließend links liegen gelassen und sind dafür mit dem Express-Bus nochmal quer rüber zur Copacabana. Ach ja, im Stress heute Mittag habe ich mir dann noch ein weiteres Andenken mitgenommen, denn der Schlüssel vom Hostel begleitet uns auf unserem Flug.“

Herrlich! Ehrlich?

Rio de Janeiro ist ein bekanntes, beliebtes und belebtes Reiseziel. An den allermeisten Tagen sind die genannten Highlights völlig überlaufen. Daher können wir nur zu Zeiten raten, wo vielleicht nicht Hochsaison ist, früh morgens oder wochentags.  Wir hätten an dieser Stelle noch deutlich mehr nennen können, vielleicht sogar müssen. Doch da wir hiermit unsere persönliche Auswahl darstellen möchten, musste einiges hinten runter fallen. Denn Rio de Janeiro bietet wirklich unglaublich viele Tipps und Möglichkeiten. Wir maßen uns nicht an diese illustre Metropole wirklich intensiv kennengelernt zu haben. Festhalten möchten wir allerdings, wir haben uns ob der Kriminalität zu keinem Zeitpunkt gefährdet oder gar unsicher gefühlt. Natürlich sollte man nicht sorglos agieren und die Realität und Lebensumstände vieler Menschen vor Ort im Hinterkopf behalten, aber wir haben glücklicherweise keinerlei Erfahrungen diesbezüglich machen müssen und das obwohl (oder gerade weil) wir sogar Unterkunft mitten in einer der „gefährlichen“ Favelas bezogen. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag!  

Kontär ist das Bild der Stadt dennoch. Bruchbuden zieren sich vor hochmodernen Bankgebäuden, Obdachlose liegen nachts vor dem Instagram-Hotspot, den Stufen von Selarón. In Brasilien läuft sozialpolitisch einiges mehr als suboptimal. Das spürt man, wenn man auch mal hinter die Fassaden schaut.

Reisedaten

Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

Lateinamerika:
Reisezeit: August - Oktober 2017
Reisedauer: 50 Tage
Brasilien:
Reisezeit: September - Oktober 2017
Reisedauer: 8 Tage
Unterkunftsart: Hostel in Favela

geschrieben von Henrik

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