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Wunderschönes Sri Lanka – Tipps für den Süden

Sri Lanka – diese auf der Weltkarte so klein erscheinende Insel südlich von Indien. Es ist tatsächlich schon einige Jahre her, dass ich dort das erste Mal asiatischen Boden betreten habe. Das erste Mal auf einem fremden Kontinent ist immer etwas ganz Aufregendes. Wie läuft alles ab? Wie sind die Menschen? Ich war noch unsicher und absolut nicht Backpacking erprobt, weshalb meine erste Asienreise pauschal gebucht wurde, obwohl Sri Lanka als ein absolutes Backpacker-Schlaraffenland gilt. Doch pauschal gebucht heißt ja nicht pauschal, keine einzigartige Reise zu erleben. Man muss eben nur wissen wie.

Reisedaten

Reisezeit: September 2014
Reisedauer: 14 Tage
Unterkunftsart: 4*-Hotel in Bentota

Sri Lanka – diese auf der Weltkarte so klein erscheinende Insel südlich von Indien. Es ist tatsächlich schon einige Jahre her, dass ich dort das erste Mal asiatischen Boden betreten habe. Das erste Mal auf einem fremden Kontinent ist immer etwas ganz Aufregendes. Wie läuft alles ab? Wie sind die Menschen? Ich war noch unsicher und absolut nicht Backpacking erprobt, weshalb meine erste Asienreise pauschal gebucht wurde, obwohl Sri Lanka als ein absolutes Backpacker-Schlaraffenland gilt. Doch pauschal gebucht heißt ja nicht pauschal, keine einzigartige Reise zu erleben. Man muss eben nur wissen wie.

Mit dem Boot durch mystische Mangrovenwälder tuckern, auf Krokodile treffen und einen Einblick in die ayurvedische Heilmethodik bekommen? Oder doch lieber mit dem traditionellen, klapprigen Zug ins srilankanische Hochland zu inspirierenden Tempeln, endlos weiten Teeplantagen und Elefanten? In diesem Beitrag erfährst du, was du im Süden Sri Lankas mit Tagesausflügen erleben kannst.

Sri Lanka - Hochland2
Bentota River – Jungle Vibes und Show-Tourismus

Die Stadt Bentota liegt an der Südwestküste Sri Lankas, in etwa 67km südlich vom Flughafen der Hauptstadt Colombo entfernt. Der langgezogene, breite und wunderschöne Sandstrand sowie der gleichnamige Fluss machen Bentota zur echten Ferienhochburg. Doch in unserem Reisemonat September, welcher zur Nebensaison zählt, kann man nichtsdestotrotz Ruhe spüren.
Der Bentota Beach mit seinen tropischen Palmen und bilderbuchhaften Steinformationen lädt zum langen Strandspaziergang und zum Sonnenbaden ein. Wirklich ein Traum, indischer Ozean in Perfektion! Das trifft auch auf den Sonnenuntergang zu. Jeden Abend haute mich der Anblick vom Balkon aufs Meer erneut aus meinen nicht existenten Socken.

Sri Lanka - Bentota Beach
Sri Lanka - Bentota Beach Sonnenuntergang

Strand schön und gut. Ja, ich könnte ewig dort bleiben, aber irgendwann brauche selbst ich mal Abwechslung. Perfekt für einen halben Tag ist dafür eine Flusssafari auf dem Bentota River. Der Verkaufsschlager Nummer 1 in dem recht beschaulichen Örtchen. Falsch machen kann man damit eigentlich nicht viel, bei gutem Verhandlungsgeschick auch preislich nicht. Mit einem kleinen motorisierten Boot geht es durch dicht bewachsene Mangrovenwälder, in denen man wirklich einige exotische Tiere, wie Leguane, Warane und sogar Flughunde zu Gesicht bekommt. Das tierische Abenteuer erreicht seinen Höhepunkt an einer kleinen Anlegestelle, von welcher bereits von Weitem ein junger Mann winkt. Was er bereithält? Kleine Krokodile zum Anfassen. Einerseits eine neue Erfahrung, andererseits eine unangenehme Situation, da Neinsagen schwierig ist (insbesondere, wenn man alleine auf dem Boot ohne andere Touristen ist wie wir) und direkt klar ist, dass in diesem Fall die Tiere für Showzwecke verwendet werden.

Sri Lanka - Bentota River Mangrovenwald
Sri Lanka - Bentota River Wildes Krokodil

Neben der Tierwelt Sri Lankas bekommt man bei der Bentota River Safari auch Einblicke in die ayurvedische Naturheilkunst. Mitten im Wald steigt man aus und erhält gleich eine Führung durch einen wild bewachsenen Garten. Vom Meister bekommt man unter anderem die beeindruckenden Effekte zahlreicher Kräuter auf den eigenen Körper oder das interessante Wachstum sowie die Ernte von Ananas erklärt. Aber Achtung! Relativ schnell kann sich das zunächst sehr lehrreiche und unterhaltsame Treiben in eine Verkaufsveranstaltung unter dem Hashtag #Kaffeefahrt entwickeln.

Sri Lanka - Bentota River Ananas
Kandy – Sri Lanka im Kern entdecken

So herrlich die Südwestküste Sri Lankas ist, das Landesinnere der Insel ist mindestens genauso spannend und sollte definitiv besucht werden. Doch obwohl Sri Lanka nur rund 18% der Fläche Deutschlands misst, sind die Wege lang und beschwerlich, dank schlechter Straßenverhältnisse und asientypisch chaotischem Verkehr. Der Wecker klingelte für uns demnach um 4 Uhr in der Nacht, um möglichst früh im 180km entfernten Kandy zu sein. Eine wuselige Stadt im Hochland umgeben von Regenwäldern, Reisfeldern und Teeplantagen sowie Herberge zahlreicher bedeutender buddhistischer Tempel.

Sri Lanka - Hochland

Alleine die Anreise hinauf in gänzlich andere Vegetation ist abenteuerlich und unvergesslich. Insbesondere wenn man von Colombo oder Kegalle aus in den urtypischen Zug, oftmals frisch bunt bemalt und dennoch technisch altertümlich, steigt. Zwischen einheimischen Pendlern, Familien oder teils auch Tieren, erlebt man hierbei Kultur hautnah – im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch auch die Fahrt auf der Straße wird bei der haarsträubenden Fahrkunst und waghalsigen Überholmanövern zur Abenteuerfahrt mit garantiert hohem Puls.

Sri Lanka - Zug nach Kandy
Botanischer Garten

Unweit außerhalb von Kandy finden Fans der Pflanzenwelt das Paradies, namentlich im Königlichen Botanischen Garten von Peradeniya. Die Anlage gilt als einer der schönsten botanischen Gärten in ganz Asien mit über 4000 verschiedenen Pflanzenarten. Zahlreiche bunte Orchideen, gewaltige Bäume mit verschlungenen Wurzeln und eine lange Palmenallee, ein beliebtes Fotomotiv für Instagram & Co., lassen sich dort finden. An jeder Ecke steigt einem ein anderer Duft der Natur in die Nase. Zwar nicht mein persönliches Highlight (Grün ist mein Daumen nicht), aber durchaus sehenswert.

Als ein wenig interessanter empfand ich den Besuch einer Teeplantage und einer -fabrik. Wusstest du, dass Sri Lanka früher einmal Ceylon hieß? Genau, so wie der berühmte Tee, welcher dort seinen Ursprung hat und in Perfektion angebaut wird. Probier‘ doch mal!

Sri Lanka - Tempel Kandy
Sri Dalada Maligawa oder der Zahntempel

Bewunderer buddhistischer Kultur kommen in Kandy ebenso voll auf ihre Kosten. Besonders heilig ist den Gläubigen der Tempel Sri Dalada Maligawa, wo der Überlieferung nach, der linke Eckzahn von Buddha Siddhartha Gautama aufbewahrt ist. Ein bedeutsames Ziel für Pilger. Die gesamte weitläufige Tempelanlage mit verschnörkelten Pagoden und wunderschönen Teichanlagen ist des Stellenwerts entsprechend sehr gepflegt und enorm beeindruckend. Als Asien-Neuling wie mich damals eine gänzlich neue Erfahrung.

Der Zahntempel ist für Touristen zugänglich, aber man sollte zwingend auf eine respektvolle Etikette achten. Beispielsweise sollten buddhistische Mönche in orangefarbenen Roben nicht ohne Erlaubnis das Fotomotiv deiner Wahl sein, so ästhetisch es auch aussieht.

Elefantenwaisenhaus in Pinnawela

Nach Stunden tiefgründiger Kultur und lehrreicher Fauna stand als letztes Highlight das Elefantenwaisenhaus in Pinnawela an. Seit dem Moment, in dem Sri Lanka als Reiseziel feststand, freute ich mich ungemein die dort lebenden Elefanten zu treffen. Dass der Bestand dieser faszinierenden Tiere sowohl in Asien als auch in Afrika dramatisch sinkt, dürfte keine neue Nachricht sein, wenngleich sie nicht weniger ernst zu nehmen ist. Gegründet im Jahre 1975 hat es sich das Waisenhaus zum Ziel gesetzt, Jungtiere von verstorbenen bzw. ermordeten Elefanten aufzunehmen, um sie später auszuwildern. Inwiefern dies heutzutage wirklich geschieht, sei mal dahingestellt.

Wir trafen erst am späten Nachmittag ein, weshalb die Zeit begrenzt und das Bad im anliegenden Maha Oya-Fluss bereits gelaufen war. Wir bekamen einen Mahout an die Seite gestellt, so nennt man die dortigen Elefantenführer, die mehr oder weniger gleichzusetzen sind mit den Besitzern der Tiere. Das Besitztum von Elefanten ist in südostasiatischen Ländern, im Gegensatz zu den afrikanischen Artgenossen, Gang und Gäbe, da sie zwar als heilig, aber ebenso als Arbeitstiere gelten.

Wir kamen nah an die Elefanten ran und durften sogar ein Baby, das in etwa so hoch war wie ich, mit einer Milchflasche füttern. Zuckersüß!

An einer anderen etwas entlegeneren Stelle irgendwo auf dem Rückweg zwischen Pinnawela und Colombo hielte der Bus erneut, um uns Touristen die Gelegenheit zu geben, auf einem Elefanten eine vom Mahout geführte Runde zum naheliegenden Fluss und zurück zu reiten.

Sri Lanka - Pinnawela
Sri Lanka - Elefantenreiten

Recherchiert man heute nach dem Elefantenwaisenhaus in Pinnawela, stößt man ziemlich direkt auf negative Berichte bezüglich Tierquälerei. Um darüber einen sachlichen und objektiven Beitrag zu leisten, hatte ich damals zu wenig Erfahrung mit der Thematik und keinen Vergleich zu anderen vergleichbaren Einrichtungen. Deshalb möchte ich es mir an dieser Stelle nicht anmaßen, das Elefantenwaisenhaus in Pinnawela in ein gutes oder schlechtes Licht zu stellen. Mit Sicherheit steckt mittlerweile aufgrund des hohen Touristenaufkommens ein starkes kommerzielles Interesse dahinter. Insbesondere bei Elefantenritten scheinen die Einheimischen das hohe Interesse der Touristen zu wittern und hören vermutlich schon die Rupien klimpern. Nichtsdestotrotz empfand ich es damals als eine sehr tolle Erfahrung.

Support the Locals – Shoppe sinnvoll!

Gleich schräg gegenüber von den Toren unserer idyllischen Hotelanlage fand man Sena, eine Frau mittleren Alters in ihrem kleinen, aber feinen Stoffwarenladen. Wenn man weiß, wie klein ich bin, glaubt man mir kaum, dass Sena tatsächlich nochmal sage und schreibe fast einen Kopf kleiner ist als ich (zur Info: ich messe gerade einmal 1,58m!). Ihren Laden fand man zumindest 2014 dort. Ob dies heute noch so existiert? Ich weiß es nicht und konnte es leider auch nicht herausfinden.

Wie dem auch sei, ungefähr viermal statteten wir der freundlichen Frau einen Besuch ab, so verliebt waren wir in die typisch gemusterten Stoffe. Und in ihre herzliche Art. In einer Seelenruhe nahm Sena unsere Maße ab und schneiderte lockere Strandkleider und chillige Hosen mit unseren Lieblingsstoffen. Statt für langweilige Souvenirs, kann man hier wirklich guten Gewissens sein Geld lassen.

  1. Diese Stücke findet man definitiv so nirgendwo anders, in keinem H&M, in keinem Zara dieser Welt. Es sind Unikate!
  2. Man kann immer ein Stück Sri Lanka an sich tragen und es sitzt immer perfekt, vorausgesetzt man hält seine Maße 😉
  3. Die Preise sind für die dahintersteckende Arbeit für unsere Verhältnisse fast nicht zu glauben. Je mehr Kleidungsstücke du nähen lassen möchtest, desto günstiger wird es. Für ein langes Kleid mit Spaghettiträgern habe ich nicht mehr als 6 oder 7 Euro bezahlt.
  4. Das Geld bleibt direkt bei den Locals!
Sri Lanka - Bentota Beach2
Herrlich! Ehrlich?

Die Tatsache, dass Sri Lankas Tourismus nach dem erschütternden Tsunami 2004 immer stärker boomt, bringt in der Folge wie in so vielen Ländern drastische Konsequenzen mit sich. Durch die Präsenz der sozialen Medien und zahlreicher instagramable spots auf der Insel im indischen Ozean verstärken diese zusätzlich. Dies betrifft insbesondere den Natur- und Tierschutz. Im Nachhinein mache ich mir selbst ein schlechtes Gewissen, mich über Krokodile auf meiner Hand oder über die Nähe zu meinen Lieblingstieren, den Elefanten, derart gefreut zu haben, konnte ich doch die Hintergründe dieser Art von Tourismus noch nicht ganz erschließen. Es mag sein, dass die Situation und der fragwürdige Umgang mit Tieren aus Tourismuszwecken 2014 noch nicht so stark ausgeprägt war, aber dennoch bin ich mir im Rückblick sicher: Einiges lief auch damals schon nicht nachhaltig und artgerecht. Reist man heute nach Sri Lanka sollte man definitiv die positive Seite des Internets nutzen und ausgiebig nach Erfahrungsberichten von Experten recherchieren, wenn man dem Tierschutz denn einen hohen Stellenwert einräumt, so wie ich mittlerweile.

Auch wenn ich damals noch vieles durch eine rosa-rote Brille wahrgenommen habe, hat Sri Lanka mich in seinen Bann gezogen. Das satte Grün, die endlos langen, breiten Sandstrände, die epischen Sonnenuntergänge, das ayurvedisch und buddhistische Flair – definitiv ein wunderbares Reiseland. Sri Lanka, ich komme ganz bald wieder! Doch diesmal länger und mit dem Rucksack…

geschrieben von Hannah

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