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    Into the Wild – Unsere 7 Reisetipps für Kenia

    Du wolltest schon immer mal die afrikanische Wildnis erkunden? Löwen, Elefanten und Zebras auf einer Safari hautnah erleben? Du träumst von malerischen Traumständen, türkisblauem Wasser und herrlicher Entspannung? Dann auf nach Kenia! Das Land an der Ostküste Afrikas eignet sich perfekt für eine einzigartige Kombinationsreise. Selten haben wir eine derart vielseitige Reise erlebt. In diesem Beitrag haben wir dir einige Anregungen und Ratschläge zusammengestellt, wie auch du deiner Traumreise nach Kenia näherkommen kannst. Hier sind unsere 7 Reisetipps für Kenia!

    Reisetipps für Kenia - Finde deine Balance

    Tipp #1 – Finde deine Balance!

    Eine Kombination lebt stets vom richtigen Verhältnis. Und das richtige Verhältnis kannst nur du für dich selbst finden.

    Um aus deiner Kenia-Reise das Beste herauszuholen, solltest du deinen Weg zwischen Individual- und Pauschalreise finden. Infrastrukturell ist Kenia für Backpacker bei Weitem kein Eldorado. Wir empfehlen an dieser Stelle ein Mindestmaß an „pauschaler“ Organisation. Für unsere Unterkunft an der Küste haben wir auf eine Pauschalreise gesetzt und die für uns passende 3-tägige Safari in einem lokal ansässigen kleinen Lädchen gebucht. In die meisten Nationalparks in Kenia kommt man ohne Ranger nämlich gar nicht rein.

    Ebenso gilt es deine Balance zwischen entspanntem Strandurlaub und abenteuerlicher Safari zu finden. An einem Tag kannst du zwar schon Einiges entdecken, aber wenn du wirklich einen intensiven Eindruck von der afrikanischen Wildnis haben möchtest, solltest du mindestens eine Übernachtung einplanen. Im krassen Gegensatz dazu, kannst du natürlich auch deine ganze Reise mit Safaris füllen – genug Parks und Orte gibt es. Welche Möglichkeiten es dazwischen gibt, erfährst du im nächsten Schritt.

    Reisetipps für Kenia - Wie viel Safari geht bei dir

    Tipp #2 – Wie viel Safari geht bei dir?!

    Kenia beheimatet robuste Populationen diverser afrikanischer Tierarten und bietet mit gut organisierten und geschützten Nationalparks perfekte Voraussetzungen für eine Safari. Dein Erlebnis ist abhängig von Zeit, Budget und deinem Bedürfnis für die Big Five*. Wir möchten dir hier kurz und knapp 3 exemplarische Optionen vorstellen:

    • Jeep Safari über 2 Tage (Tsavo East und Tsavo West)
    • Jeep Safari über 3 Tage (Tsavo East und Amboseli)
    • Jeep Safari über 4 Tage per Flug (Masai Mara)

    Alle genannten Safari-Touren starten in dieser Länge von den Urlaubsorten an der Küste ober- oder unterhalb von Mombasa. Die Preise sind logischerweise aufsteigend, die Spannung vermutlich auch. Denn die Masai Mara gilt als Teil der Seregenti und der jährlichen Gnu-Wanderung als das Non-Plus-Ultra. Allerdings ist diese nur per Flug von der Küste aus zu erreichen. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden, was unsere perfekte Balance war. Für die nächste Reise steht definitiv die Masai Mara auf dem Programm – Safari für Fortgeschrittene!

    * Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard
    Reisetipps für Kenia - Passende Base

    Tipp #3 – Entscheide dich für eine passende Base!

    Für einen Strandurlaub mit Safari wird die quirlige Stadt Mombasa dein Tor nach Ostafrika sein. Kenia liegt am indischen Ozean und hat wirklich überraschend traumhafte Sandstrände. Deine Vorstellung von Strandurlaub und Entspannung solltest du bei der Wahl der Küste unbedingt in Erwägung ziehen.

    Am Küstenabschnitt nördlich von Mombasa sind die Gezeiten von Ebbe und Flut stärker. Gut für Spaziergänger, weniger gut für Badenixen. Partymäuse kommen hier auch auf ihre Kosten. Die Orte der Nordküste, wie z.B. Bamburi Beach und Watamu, sind wesentlich belebter als die im Süden.

    Gen Süden solltest du dich orientieren, wenn du, wie wir, eher die Ruhe bevorzugst. Auch hier bewegt sich das Wasser zwischen Ebbe und Flut, aber offenbar nicht ganz so ausgeprägt. An der Südküste liegen beispielsweise Diani Beach, Galu Beach und Tiwi Beach.

    Reisetipps für Kenia - Buche vor Ort

    Tipp #4 – Sei spontan und buche vor Ort!

    Wenn du dich für eine ähnliche Kombinationsreise wie wir entscheidest, es dir zeitlich möglich ist und du Geld sparen möchtest, raten wir dir zur spontanen Safari-Buchung vor Ort. Verfügbare Online-Angebote von Reisebüros mit Individualreisen finden sich zumeist im hochklassigen Tourismusbereich wieder. Für eine ausführliche und längere Safari kann eine Vorabbuchung über das Internet wiederum die bessere Variante sein. Es gibt in den Badeorten an der Küste Kenias einige lokale Reisebüros, die 1-Tages- bis 4-Tages-Safaris anbieten. Für eine 3-Tages-Safari haben wir gut verhandelt pro Person rund 250€ bezahlt. Dafür sind während dieser Zeit keine weiteren Kosten für uns entstanden, außer für besondere Getränke wie Bier oder Wein. Und natürlich Souvenirs.

    Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Es lief alles reibungslos und zuverlässig ab. Allerdings möchten wir hier nicht pauschalisieren und davon ausgehen, dass dies immer so ist. Informiere dich vorher über die lokale Agentur, beispielsweise auf Tripadvisor. Für den Fall, dass du dir unsicher bist und auf eine deutsche Reiseleitung Wert legst, kannst du auch auf die Angebote deines Reiseveranstalters im Hotel zurückgreifen oder dich hier bei GetYourGuide für deine perfekte Safari entscheiden.

    Reisetipps für Kenia - Lass dich drauf ein

    Tipp #5 – Bleib geduldig und lass dich drauf ein!

    Erwarte nicht, dass dir direkt eine Löwenfamilie in Fotopose begegnet, wenn du das Hotel verlässt. Die afrikanischen Tiere gehen, ebenso wie wir Menschen, ihren alltäglichen Aufgaben nach. Dazu gehört naturgemäß nicht das Modeln für Touristen. Einige der dort lebenden Tierarten sind zudem gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

    Warte ab, halte die Augen auf, schärfe deine Sinne. Gerade dies macht eine Safari doch so spannend! Sei nicht enttäuscht, wenn du nicht das Motiv bekommst, was du dir vorher monatelang ausgemalt hast. Konzentriere dich auf das Gefühl, schätze wert, was du gerade erlebst. Und freue dich umso mehr, falls du dann doch das Foto deines Lebens schießen kannst! Die ersten von dir gesichteten Tiere sind etwas ganz Besonderes. Diesen Moment kann dir keiner nehmen. Du realisierst, dass es Löwen, Elefanten, Giraffen, Zebras und Warzenschweine nicht nur im Zoo oder bei König der Löwen gibt. Leg auch mal die Kamera zur Seite, beobachte still und sauge auf. Für uns definitiv eines der intensivsten Lebensgefühle!

    Reisetipps für Kenia - Diese Dinge solltest du dabeihaben

    Tipp #6 – Diese Dinge solltest du dabeihaben!

    Sonnencreme, Kamera und Händedesinfektion kannst du dir wahrscheinlich denken. Wir möchten dir abschließend ein paar wertvolle Packutensilien mit auf den Weg geben, die vielleicht nicht direkt und spontan in den Rucksack wandern.

    Dünnes Multifunktionstuch

    In den Parks und auf den Straßen Kenias ist es häufig sehr sehr staubig. Bei offenem Fenster oder Dach des Safari-Vans bist du ganz schnell eingepudert wie ein Kuchen. Schütze deine Atemwege.

    Kleingeld und Süßigkeiten

    Auf dem Weg wirst du in einigen Dörfern armen Menschen am Straßenrand begegnen, die sich über eine kleine Aufmerksamkeit freuen. Teilweise hatten wir das beklemmende Gefühl, wir seien Royals, als uns die Kinder fröhlich zuwinkten und die Erwachsenen mit großen Augen musterten. Als ernährungsbewusste Touristen hatten wir lediglich ¼ Packung zuckerfreier Kekse dabei. Als uns der Ranger erzählte, dass die Kinder immer „Sweeets!“ rufen und uns die Gelegenheit gab etwas abzugeben, sind wir in Scham fast versunken. Das kann man besser machen.

    Sweatshirt-Jacke

    Die Dunkelheit bricht recht schnell ein. Schnell wird es verhältnismäßig kühl, wenn du dich noch auf der Außenanlage der Lodge aufhältst oder morgens um 5 Uhr zur ersten Pirschfahrt aufmachst.

    Reisetipps für Kenia - Mombasa Express

    Tipp #7 – Keine Angst vorm Mombasa-Express!

    Eine dicke schwarze Raupe mit feuerroten Füßen kriecht entlang. Dieses ach so wunderschöne Exemplar Insekt wird vermutlich auch dir an Küste über den Weg laufen. Die Einheimischen nennen es liebevoll „Mombasa-Express“. Auch wenn die weniger schnellen Insekten-Züge verdammt eklig aussehen und nachts unterm Moskitonetz für Alpträume sorgen, brauchst du keine Angst haben. Sie sind nicht giftig!

    Also – auf nach Kenia!

    Wenn wir es geschafft haben, dich mit diesen Tipps zu überzeugen, kannst du dich hier von unseren Kenia-Reiseberichten inspirieren lassen. Reise mit uns zurück in den Tsavo East Nationalpark und den Amboseli Nationalpark oder sieh dir unseren Artikel im Shakebox-Magazin an!

    Reisedaten

    Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

    Kenia
    Reisezeit: September/Oktober 2018
    Reisedauer: 12 Tage
    Unterkunftsart: 4*-Hotel Galu Beach

    geschrieben von Hannah

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  • Thumbnail - Amboseli Nationalpark

    Amboseli Nationalpark – Am Fuße des „Kilis“

    Die Zeltwände bebten. Alle 5 Sekunden wurden unsere Einschlafversuche durch einen lauten Knall unterbrochen. Es war sehr windig am Fuße des Kilimanjaros nahe der Grenze zu Tansania. Zumindest hielten wir permanent an dem Gedanken fest, dass es hier nur der Wind war, der durch die Savanne jagte. Ein weiterer Knall gegen den Kopf unseres Bettes ließ uns aufschrecken. Wir griffen unter der Bettdecke unsere Hände. „Meinst du, das ist wirklich ein wildes Tier?“, flüsterte ich rüber zu meiner Mama. Vermutlich nur das Schlagen der Zeltwand gegen das Holz. Wir schliefen ein. Willkommen im Amboseli Nationalpark!

    Amboseli Nationalpark - Sonnenuntergang
    Die Reise geht weiter – Ankunft im Amboseli Nationalpark

    Die rote Erde des Tsavo East Nationalparks haben wir am Morgen des zweiten Safari-Tages hinter uns gelassen. Vor uns lag eine lange Fahrt von rund 380km. Dank der gutausgebauten Straßen in Richtung der kenianischen Hauptstadt Nairobi, wurden wir diesmal nicht wie ein Cocktail durchgeschüttelt. Bis in den Nachmittag hinein brauchten wir trotzdem. „Look – Tanzania is right over there!“, rief uns unser Ranger vom Steuer aus nach hinten. Wir befanden uns lediglich 11km von der Grenze entfernt. Unsere Verschlafenheit von der kurzen vergangenen Nacht hatten wir spätestens im Griff, als ein gewaltiges Bergmassiv im Vorbeifahren hinter der Fensterscheibe zum Vorschein kam – der Kilimanjaro! Wir sind da…

    Amboseli Nationalpark - Kili
    Von der Lodge ins Zelt

    WHAT!? Das ist das Zelt?

    Wie du in unserem letzten Beitrag Tsavo East Nationalpark – Die rote Erde erfahren hast, waren wir vom Standard der dortigen Lodge erstaunt. Erfreut über den unerwarteten Luxus, gespalten bezüglich der gesellschaftlichen Hintergründe. Mit der Fahrt zum Amboseli Nationalpark wussten wir, dass wir die kommende Nacht in einem Zelt übernachten werden. Die leidenschaftlichen Camper sind wir beide nun wirklich nicht. Der Mann im lokalen Reisebüro versicherte uns mehrfach, obwohl wir mehr als bereit waren für dieses Erlebnis einen geringen Standard in Kauf zu nehmen, dass es sich dort um komfortable Zelte handeln würde.

    Und das Adjektiv komfortabel traf in diesem Zusammenhang für uns mal so was von zu. Unser Zelt im Kilima Safari Camp hatte sogar ein größeres Badezimmer als ich es von Zuhause gewohnt war. Man würde nicht meinen, dass man sich tatsächlich in einem Zelt befindet. Zwei große Betten inkl. Moskitonetzen gehörten ebenso zur Ausstattung. Aber doch, allerspätestens in der Nacht als der Wind sein Unheil trieb, wurde einem der Begriff Zelt wieder in den Sinn gerufen.

    Amboseli Nationalpark - Zelt
    Der Kilimanjaro und die Vegetation

    Die staubtrockene rote Steppe hatten wir nicht nur geografisch hinter uns gelassen. Trotz der Tatsache, dass sich der höchste Berg Afrikas auf tansanischem Gebiet befindet, hat der Kilimanjaro doch einen enormen Einfluss auf das Wetter in der ganzen weiteren Umgebung. Auch wenn es auf 1.200m über dem Meeresspiegel tagsüber sehr heiß und trocken werden kann, so sorgt der Amboseli-See und der schneebedeckte Kibo (5.895m), der höchste Gipfel des Kilimanjaros, für eine saftig grüne Vegetation. Dies steht natürlich in Abhängigkeit von der Reisezeit und der Region innerhalb des Parks.

    Amboseli Nationalpark - Elefant

    Im Laufe eines Game Drives (Pirschfahrt) kann sich das saftige Grün lokal nämlich auch in trockenere Szenerie verwandeln. Zwischendurch passiert man Sümpfe und Akazien. Im Vergleich zum Tsavo East Nationalpark wirkt der Amboseli Nationalpark weitläufiger, freier und offener. Und dies, obwohl der Amboseli Nationalpark flächenmäßig wesentlich kleiner ist.

    Die Tierwelt im Amboseli Nationalpark

    Unser erster Game Drive stand an. Im Gegensatz zum Vortag mussten wir diesmal nicht lange auf die ersten wilden Tiere warten. Schnell liefen uns die ersten grauen Riesen über den Weg. Auch beim Erscheinungsbild der Elefanten könnte sich der Amboseli Nationalpark nicht stärker vom Tsavo East Nationalpark unterscheiden. Während die trockene, rote Erde im Tsavo East für einen rötlichen Schimmer sorgt, warten die Elefanten im Amboseli Nationalpark im „klassischen“ edlen Grau auf dich. Es leben dort über 900 Elefanten, was für einen Park dieser Größe eine enorme Zahl ist.

    Amboseli Nationalpark - Elefant 2

    Warum? Der Amboseli Nationalpark liegt (noch) komplett in den Händen der Massai. Die kenianische Volksgruppe der Massai schützt ihre Gebiete vehement gegen Wilderer, wodurch der Erhalt und die Fortpflanzung der afrikanischen Riesen gesichert ist.

    Amboseli Nationalpark - Zebra

    Auf unseren insgesamt zwei Game Drives haben wir eine Vielzahl verschiedenster wilder Tiere beobachten können. Neben dem interessanten Sozialverhalten der beeindruckenden Elefanten, hat uns auch das Miteinander der zahlreichen Zebras gefesselt. Bleibt ein Zebra ruckartig stehen, so tut es ihm die gesamte Herde gleich. Ist ein Zebra in Aufruhr, überträgt sich dies auf die gesamte Gruppe.

    Amboseli Nationalpark - Gnus
    Amboseli Nationalpark - Giraffe

    Auch die Freunde der Zebras, die Giraffen und die Gnus, durften wir in beachtlicher Präsenz kennenlernen. Insbesondere in oder um die Sümpfe hast du ebenso eine sehr gute Chance auf grasende oder badende Hippos zu treffen. Rar, aber da waren darüber hinaus Hyänen und Löwen. Schwer zu beobachten, aber jeweils ein Tier konnten wir, wenn auch gut getarnt und weit entfernt, vor die Linse bekommen. Die Vielfalt im Amboseli Nationalpark ist wirklich enorm. Vom Vogelstrauß, über Impalas und diverse Gazellenarten bis hin zu Massen an Affen. Wir konnten uns über mangelnde Beobachtungsziele wirklich nicht beklagen. Sogar Flamingos konnten wir am See bestaunen.

    Amboseli Nationalpark - Hippo
    Amboseli Nationalpark - Flamingos
    Asante sana, Kenya!

    Für uns hieß es nun Rückfahrt. Und die ging lange. Nach unserer Nacht im Zelt und erneutem sehr frühen Aufstehen traten wir bereits jetzt den Rückweg Richtung Küste an. Knapp 8 Stunden sollte die Fahrt dauern. Vorbei an kleinen Dörfern, rennenden und strahlenden Kindern in Schuluniform und Herden von kreuzenden Rindern, bekamen wir nochmals einen intensiven Eindruck des afrikanischen Lebens. Wir waren erschöpft. Erschöpft von der diesmal unfassbar holprigen Fahrt, verstaubter Haut, wenig Schlaf und den unvergesslichen Eindrücken.

    Asante sana – DANKE Kenia für die tollen Erinnerungen, die du uns geschenkt hast!

    Amboseli Nationalpark - Löwin
    Amboseli Nationalpark - Hyäne
    Herrlich! Ehrlich?

    Trotz aller Dankbarkeit, mischten sich in unserem Unterbewusstsein auch andere, negativere Gefühle bei. Wie bereits im letzten Artikel beschrieben, zerriss uns der Gedanke ein wenig, dass wir einem sehr armen Land auf gewisse Art und Weise wertvolle Ressourcen rauben. So luxuriös, wie die „Zeltlager“ oder Lodges in den Nationalparks sind, sind teils nicht mal unsere ausgewählten Hotels. Wieso haben wir das Privileg für eine Übernachtung, die für uns eigentlich nur zweckmäßig sein sollte, einen Pool zur Verfügung zu haben, wenn die Einheimischen nicht einmal sauberes und fließendes Wasser haben? Es war irgendwie ein Gefühl von Scham, dass wir dies alles geboten bekamen, obwohl wir nicht einmal danach fragten.

    Da wir nur für eine kurze Zeit dort waren, können wir es uns nicht anmaßen, Verurteilungen auszusprechen. Es mag sein, dass Betriebe in dieser Art trotz allem nachhaltig arbeiten und den Tierschutz auch mit unterstützen. Und schließlich entsteht dadurch auch die Chance, Menschen aus aller Welt den immensen Wert unseres Planeten nahezubringen und vielleicht auch zu sensibilisieren.

    Auf den Besuch in einem Massai-Dorf verzichteten wir unter anderem aus den genannten Gründen. Im eigentlichen Sinne möchten wir keine Touristen sein, die Einheimische dafür bezahlen, damit sie sich uns zur Schau stellen müssen. Kommerz hin oder her. Wir möchten ehrlich, auf andere Weise helfen und wollen, dass die Massai so sein können, wie sie sind.

    Amboseli Nationalpark - Affe
    Fazit

    Der Amboseli Nationalpark ist nicht umsonst einer beliebtesten Safari-Ziele in Kenia. Man hat dort quasi eine Garantie viele verschiedene afrikanische Tiere in ihrem natürlichen und wilden Habitat zu beobachten. Für uns war die Kombination aus den beiden Nationalparks, dem Tsavo East und dem Amboseli, perfekt und absolut eindrucksvoll. Kontrastreicher können die Erfahrungen auf der ersten Safari, unserer Meinung nach, kaum sein.

    Wenn jetzt auch in dir der Löwe geweckt wurde und du unbedingt eine Safari in Kenia machen willst oder du bereits eine planst, solltest du unbedingt unseren Beitrag Into the Wild – Unsere 7 Tipps für deine Kenia-Reise lesen.

    Reisedaten

    Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

    Kenia
    Reisezeit: September/Oktober 2018
    Reisedauer: 12 Tage
    Unterkunftsart: 4*-Hotel Galu Beach
    Amboseli
    Reisezeit: Oktober 2018
    Reisedauer: 1 Tag
    Unterkunftsart: Camp

    geschrieben von Hannah

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  • Elefanten im Tsavo East Nationalpark in Kenia

    Tsavo East Nationalpark – Die rote Erde

    Karibu Kenya! (Willkommen in Kenia)

    Eine Herde Elefanten näherte sich langsam, doch typisch elegant dem großen Wasserloch, dass sich unmittelbar vor den Türen unserer Lodge im Tsavo East Nationalpark befand. Die Finsternis hat bereits lange die Landschaft erobert und zunächst konnte man die beeindruckenden Silhouetten der am Kopf der Herde stampfenden Tiere mit Hilfe der Beleuchtung der Lodge nur erahnen. Man hörte und fühlte jedoch im selben Moment viel mehr. Es bildete sich allmählich eine Versammlung rund um das breite Wasserloch. Die Herde war durstig. Unsere Augen konnten gar nicht anders als gebannt zuzusehen. Das Bild wirkte irgendwie unwirklich, aber doch so natürlich und ausgewogen. Dieser Eindruck der Ausgewogenheit wurde plötzlich unterbrochen.

    Unruhe machte sich breit unter den zuvor so harmonisch trinkenden Elefanten. Wir Menschen konnten zunächst keine Ursache für die Stimmungsschwankung erkennen. Doch auch wir spürten, dass etwas vor sich geht. Allmählich wurden die dunklen Umrisse von einer beträchtlichen Anzahl an Wasserbüffeln sichtbar, einer der gefährlichsten Spezies der Savanne. Einige starke Elefantenbullen bildeten einen Halbkreis um das Wasserloch und den Rest der Herde. Bei jedem Annäherungsversuch wurde es lauter, aber durchaus kontrolliert. Ein großer Schritt nach vorne und die Büffel wichen zurück. Man sah den Büffeln den Respekt an, trotz ihrer natürlich gegebenen eher aggressiven Art. Teilen in der Savanne? Tag ein Tag aus ein neuer Überlebenskampf. Das Spektakel nahm kein Ende.

    Gebannt beobachten wir weiterhin dieses unfassbare Naturschauspiel, obwohl zwischendrin minutenlang nichts geschah. Doch die Elefanten schienen Mitleid zu haben, denn sie ließen die Wasserbüffel immer weiter in ihre Privatsphäre eindringen, sodass auch diese eine Chance auf das lang ersehnte Wasser bekommen. Teilen funktioniert also auch in der Savanne, trotz teils unerbittlichem Kampf. Wieso nicht auch bei uns Menschen?

    Im Bett liegend horchten wir weiterhin den Lauten, die dort draußen in der Wildnis ertönten.

    Der erste Stopp unseres 3-tägigen Abenteuers

    Um 4:30 Uhr in der Früh klingelte der Wecker in unserem Hotelzimmer am Galu Beach. Der Sonnenaufgang am Strand war es aber wert. Circa 7 Stunden Fahrt für rund 350 km im Safari-Van lagen vor uns, bevor wir im Tsavo East Nationalpark angekommen werden. Eine buckelige Fahrt mit unserem Ranger Sami am Steuer. Außer uns (meiner Mama und mir) war kein Tourist mit „an Bord“. Ein komisches Gefühl zu Beginn wich jedoch im Laufe der Zeit Dankbarkeit für die Freiheit und Einsamkeit.

    Willkommen im Tsavo East Nationalpark in Kenia
    Safari Van im Tsavo East Nationalpark, Kenia

    Als die Erde der Umgebung allmählich roter wurde, wussten wir, dass wir nicht mehr weit von unserem ersten Stopp entfernt sein konnten. Der Tsavo East Nationalpark ist bekannt für seine eisenhaltige und somit rotfarbene Erde. Der Grund weshalb auch die dort lebenden Tiere allesamt einen roten Schimmer haben. Vom Elefant bis zum Zebra. Der erste Game Drive (Pirschfahrt) stand an, das Dach des Vans wurde von uns Dreien mit vereinten Kräften hochgeschoben. Und dann sahen wir ihn, unseren ersten freilebenden wilden Elefanten in weiter Ferne. Voller Staunen wollten wir diesen Moment lange auskosten, nicht wissend, dass dies nicht das letzte Tier sein wird, dass wir zu Augen bekommen werden. Die Landschaft ist wirklich unglaublich. Einfach so wie man sich die afrikanische Wildnis vorstellt. Wir beobachteten Zebras, Pumbas (Warzenschweine), diverse Antilopenarten wie Impalas, ein paar wenige Giraffen und eine Vielzahl an rot gefärbten Elefanten sowie Affen.

    Zeit für die erste Pause – es ging für zwei Stunden in unsere Lodge, wo wir die erste Nacht verbrachten, bevor es zum nächsten Game Drive vor der Abenddämmerung ging.

    Zeltlager in der Savanne?

    Der Anblick der Lodge (Voi Wildlife Lodge) verschlug uns die Sprache. Insgeheim haben wir uns auf mehr oder weniger spartanisches Zelten eingestellt, aber das was uns dort alles empfing haben wir nun wirklich nicht erwartet. Neben zwei großen mit Moskitonetz ausgestatteten Betten, eigenem Badezimmer stand uns ebenso ein Pool und sogar WLAN zur Verfügung. Dazu frisches Essen und kalte Getränke in Buffetform. Das absolut Beste, war die Terrasse und ein Steg, welcher quasi hinaus in die Wildnis führte. Auge in Auge standen wir nur wenige Meter und nur durch einen niedrigen Holzzaun getrennt wilden Elefanten gegenüber. Wir konnten sie so hautnah beim Trinken und Baden beobachten, frühstückten am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang praktisch neben ihnen. Ein einmaliges Erlebnis. WLAN sei Dank konnte ich dies sogar live mit Henrik via WhatsApp Call teilen. Total konträr, aber irgendwie auch genial.

    Hannah auf Terrasse im Tsavo East Nationalpark, Kenia
    Löwen im Tsavo East Nationalpark, Kenia

    In jener Nacht ereignete sich das eingangs beschriebene Naturschauspiel, dass wir unser Leben lang in Erinnerung behalten werden. Spätestens nach diesem Tag haben wir uns voll und ganz in Kenia bzw. in Afrika im Allgemeinen verliebt.

    Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns mit einer letzten Pirschfahrt, bei welcher wir noch ein Rudel Löwen in der Ferne entdeckten. Das Besondere an Löwen im Tsavo East Nationalpark ist nicht unbedingt das rot gefärbte Fell, sondern dass auch die Männchen keine Mähne haben.

    Unsere Reise ging weiter Richtung Amboseli, dem zweiten Nationalpark unserer Safari.
    Du willst wissen wie es weiterging? Bald erscheint der Beitrag „Amboseli Nationalpark – Am Fuße des Kilis“.

    Herrlich! Ehrlich?

    Wie bereits angedeutet wurden wir von der Ausstattung in der Lodge ziemlich überrascht. Ein Pool, WLAN, frisches Essen und fließendes Wasser inmitten der Wildnis? Natürlich waren wir auf der einen Seite begeistert und freuten uns über unerwarteten Luxus. Auf der anderen Seite stellten wir uns einige Fragen. Wie kommen all die frischen Lebensmittel tagtäglich hierher? Wie kann so eine Anlage genau hier gebaut werden ohne dass zig Bauarbeiter von wilden Tieren angegriffen werden? Wieso ist der Preis für all das was hier geboten wird nicht viel höher? Fragen auf die wir nicht wirklich Antworten haben, sondern nur Vermutungen anstellen können.

    Ein unfassbar schlechtes Gewissen machte sich breit: Wir sind in einem Land, indem so viele Menschen unter Armut leiden und wir nächtigen mitten auf dem Land wie die Könige. Zwangsläufig kommen außerdem Zweifel an der Nachhaltigkeit und dem Wohl der wilden Tiere auf. Die meisten Arten sind doch ohnehin schon vom Aussterben bedroht. Oder unter anderem genau deshalb.  Wir waren nur für einen Tag da, können es uns aus diesem Grund nicht anmaßen, Verurteilungen auszusprechen. Es mag sein, dass Lodges in dieser Art trotz allem nachhaltig arbeiten und den Tierschutz unterstützen. Schließlich entsteht dadurch auch die Chance, Menschen aus aller Welt den immensen Wert unseres Planeten nahezubringen und vielleicht auch zu sensibilisieren.

    Es ist sehr schwierig für uns zu diesem Thema klar Stellung zu beziehen. Fest steht, dass wir unheimlich dankbar für diese tolle Erfahrung und das einmalige Erlebnis sind. Fest steht aber auch, dass man die Dinge hier äußerst kritisch hinterfragen sollte. Wir möchten nicht auf Kosten anderer Lebewesen leben. Sei es Mensch oder Tier. Was jeder von uns tun kann ist, fremde Zonen mit allergrößtem Respekt zu behandeln, indem wir beispielsweise keinen Müll liegen lassen oder weniger reichen Menschen als uns einen Teil abgeben. Schließlich lassen die Elefanten auch die Wasserbüffel vom selben Wasserloch trinken ;).

    Fazit

    Der Tsavo East Nationalpark ist ein absolutes Muss, wenn du in Kenia auf Safari gehst! Eisenhaltige Erde und extreme Trockenheit münden in einer einzigartigen Natur. Sowohl die rote Landschaft als auch die beeindruckende Lebensweise und Anpassungsfähigkeit der dort lebenden Tiere machen das Gebiet zu etwas ganz Besonderem. Es ist einer der ältesten und größten geschützten Gebiete Kenias und das aus gutem Grund. Die Chance hier einige der „Big Five“ zu sehen ist recht hoch, zumindest in der Reisezeit, als wir dort waren. Wenn du an der Ostküste zum indischen Ozean im Hotel unterkommst, ist der Tsavo East Nationalpark immerhin 381 km entfernt (gerechnet von Galu Beach). Du wirst demnach mindestens eine Nacht einplanen müssen, wenn du nicht sogar noch weiter ins Landesinnere reisen möchtest.

    Wenn jetzt auch in dir der Löwe geweckt wurde und du unbedingt eine Safari in Kenia machen willst oder du bereits eine planst, solltest du unbedingt unseren Beitrag Into the Wild – Unsere 7 Tipps für deine Kenia-Reise lesen.

    Reisedaten

    Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

    Kenia
    Reisezeit: September/Oktober 2018
    Reisedauer: 12 Tage
    Unterkunftsart: 4*-Hotel Galu Beach

    Tsavo East
    Reisezeit: September 2018
    Reisedauer: 1 Tag
    Unterkunftsart: Lodge

    geschrieben von Hannah

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