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    Lissabon – Highlights für einen Tagesausflug

    Von der Algarve ging ein weiterer größerer Tagesausflug nach Lissabon, der Hauptstadt und größten Stadt Portugals. In hügeliger Lage, ziemlich direkt an der Atlantikküste, erlebten wir Lissabon als eine offene, lebensfrohe Metropole voller verschiedener Einflüsse, voller Kultur und Kunst. Wir nahmen lediglich für den Transfer hin und zurück einen Bus in Anspruch. Dieser brauchte von unserer Unterkunft in Alporchinhos  2 ½ bis 3 Stunden nach Lissabon, weshalb es sehr früh losging…
    Wir entschieden uns aber gegen jegliche geführten Touren. Doch diesmal hatten wir uns vorher keinen so exakten Plan bezüglich der Aktivitäten vor Ort zurechtgelegt und hätten im Nachhinein, bei effizienterer Nutzung der Zeit, bestimmt noch einiges mehr erleben können.

    Aber auch so haben wir einiges sehen können und vor allen Dingen die Zeit vor Ort genossen. In diesem Beitrag erfährst du, was an einem Tag in Lissabon möglich ist. Lass dich inspirieren von unseren persönlichen, sehenswerten und einfach erreichbaren Highlights im Zentrum Lissabons:

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    1. Belém

    In die Stadt hinein ging es über die Ponte 25 de Abril. Gleich links davon, bevor es in die Innenstadt ging, war der Praça do Imperio, der Reichsplatz unser erster Halt. Dieser ist zwar sehr ordentlich geometrisch angeordnet, aber durchaus einladend mit seinen Grünflachen, wunderschönen Pflanzen und Blumen. Viele Bänke bieten an sich niederzulassen, um sich nach der langen, beschwerlichen Busfahrt, etwas mit der Energie der aufsteigenden Sonne aufzuladen. Am besten kann man sich dort mit einem kleinen süßen Snack stärken. Prädestiniert dafür sind die berühmten, im Original aus diesem Viertel stammenden Pastéis de Belém oder auch Pastel del Nata genannt.

    Lissabon - Praca do Imperio

    Pastéis de Belem sind Blätterteigtörtchen mit Pudding gefüllt und meist mit Puderzucker oder Zimt bestreut. Uns läuft heute noch das Wasser im Mund zusammen, wenn wir an diese regional charakteristische Spezialität denken. Nicht nur direkt vor Ort sind sie DAS süße Gebäck des Landes und der Verkaufsschlager schlechthin. Das Originalrezept stammt direkt aus dem Stadtteil Belém und wurde angeblich bereits im 18. Jahrhundert im anliegenden Kloster Mosteiro dos Jeronimos von Mönchen kreiert und nach Schließung des Klosters an eine Zuckerraffinerie verkauft. Quasi seitdem werden sie von der Patisseria Casa Pastéis de Belem in die ganze Welt geliefert, aber auch vor Ort an ursprünglichster Stätte im betriebseigenen Café dargeboten. Wir ließen uns diese Chance nicht nehmen, genossen das Ambiente und natürlich die Pastéis. Allerdings muss man auch sagen, der Andrang ist enorm. Als wir es endlich geschafft hatten, das ein oder andere Exemplar zu ergattern, haben wir uns lieber wieder in Ruhe auf den Praça do Imperio zurückgezogen und das dichte Treiben hinter uns gelassen.

    Lissabon - Pasteis de Belem

    Ebenso liegt in Belém, direkt an der Mündung des Flusses Tejo, der berühmte Turm von Belém. Er ist eines DER architektonischen Wahrzeichen Lissabons. Das Weltkulturerbe der UNESCO ist nämlich eines der wenigen Bauwerke, die das schwere Erdbeben 1755 nahezu unbeschadet überstanden haben und wurde bereits im 16. Jahrhundert als Leuchtturm und Orientierung für Schiffe genutzt. Der Turm von Belém strotzt also nur so von Historie und ist einfach ein prächtiges Bauwerk mit besonderer Lage. An ihm fuhren wir lediglich vorbei, doch wir hätten die Freizeit vorher bestimmt auch dafür nutzen können, ihm einen kurzen Besuch abzustatten. Allerdings hatten die Pastéis bei uns einfach eine höhere Priorität 😉

    2. Bairro Alto & Baixa

    Als wir dann nach ein paar Minuten mit dem Bus in der Innenstadt hielten und für die kommenden 4 Stunden erstmal in die Freiheit entlassen wurden, landeten wir direkt in einem der extravagantesten und wohl schönsten Viertel Lissabons. Das Bairro Alto ist eines der Szeneviertel Lissabons und wohl insbesondere aufgrund seiner Kneipen und Bars alles andere als ein Geheimtipp für Nachtschwärmer.  Da diese urtypische Atmosphäre bei Nacht an uns vorbeigehen würde, erfreuten wir uns an dem, was uns geboten wurde. Und das ist auch absolut erwähnenswert.

    Lissabon - Bairro Alto

    Denn auch wenn sich das Bairro Alto tagsüber still und unscheinbar zeigt, so offenbaren sich darin die charakteristischen, teils steilen gepflasterten Straßen zwischen alten, gelben teilweise auch mit moderner Street-Art verzierten Häusern. Im Bairro Alto zeigt sich viel von dem historischen Lissabon und es lässt sich gut erahnen, wie es hier einmal ausgesehen hat. Pittoresk zeigt sich auch eine gelb-weiße altertümlich anmutende Standseilbahn, der Elevador da Bica. Sie bringt sowohl Einheimische, wie auch Touristen, verlässlich von A nach B.

    Nur scheinbar etwas moderner geht es im angrenzenden Stadtviertel Baixa zu. Hier ermöglicht einem der Elevador de Santa Justa einen fantastischen Ausblick direkt aus der Innenstadt über die Innenstadt. Der Elevador de Santa Justa ist ein schon 1901 gebauter Personenaufzug.  Mit seiner Stahlkonstruktion erinnert er ein wenig an den Eifelturm, nur dass er nicht spitz zuläuft, sondern sich als Turm mitten ins Stadtbild drängt. Oben, auf 45m Höhe, befindet sich nicht nur eine Aussichtsplattform, sondern auch die Verbindung zu den höher gelegenen Stadtteilen Chiado und Bairro Alto.

    Nicht umsonst wird Bairro Alto mit Oberstadt und Baixa mit Unterstadt übersetzt. Hauptsächlich aufgrund der Touristenmassen vor Ort entschieden wir uns allerdings weiter zu schlendern und landeten schnell im moderneren Lissabon mit seinen zig mehr oder weniger bekannten Boutiquen und Stores.  Hier findet man definitiv alles was das Shopping-Herz begehrt, unsere Intention war dies eher nicht. Wir wollten mehr sehen von der Stadt und den Leuten.

    Lissabon - Bairro Alto Elevador Bica
    Elevador da Bica
    3. Praça do Comercio

    Etwas weiter Richtung Flussufer des Tejos, am Ende der Rua Augusta, ging es dann durch einen riesigen, prachtvollen Torbogen auf den Praça do Comercio, dem Platz des Handels. Bis 1755, dem großen Erdbeben, befand sich hier, direkt am Lissabonner Hafen, das Königsschloss. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Doch neben dem pompösen Triumphbogen bildet eine berühmte Reiterstatue, welche den ehemaligen König Portugals Joseph I zeigt, ein weiteres prunkvolles Kunstwerk des Gedenkens. Sie bildet das Zentrum des Platzes, der heutzutage aufgrund seiner großen Fläche und des drastischen Parkverbots sehr frei und offen daliegt.

    Oft wird der Praça do Comercio für Veranstaltungen oder Märkte genutzt, insbesondere an Wochenenden. Hat man ihn einmal überquert und sich nicht von den vielen Vögeln attackieren lassen, erreicht man das Flussufer des Tejos. Nicht zuletzt aufgrund dieser flussnahen Lage in der Nähe des Hafens, wo der Handel floriert, trägt der Praça do Comercio seinen Namen. Auf dem Platz hat man zwar einerseits Ruhe gegenüber dem geschäftigen Treiben in den engen Gässchen und Verkaufsstraßen, andererseits aber auch entsprechend teure Cafés. Also entscheide selber, ob du dich nicht lieber mit einem Getränk oder einem Snack auf der Hand an die Uferpromenade setzt.

    Lissabon - Praca do Comercio
    4. Uferpromenade

    So nutzten wir die Gelegenheit an der Uferpromenade Lissabons etwas zu verschnaufen und in ruhiger Atmosphäre den Ausblick zu genießen. Nicht nur auf die vorbeifließenden Wassermassen des Tejos, sondern auch mit Blick auf die berühmte Ponte Vasco da Gama, einem der Sinnbilder Lissabons. Diese Autobahnbrücke ist mit ihren über 17km die längste Brücke Europas und mit ihrer charakteristischen Schrägseilkonstruktion wahrlich besonders. Unser Bus fuhr leider einen anderen Weg, daher blieb uns auch hier nur der Anblick aus der Ferne. Bei einer Brücke ist dieser aber ohnehin meistens der vielversprechendere, insbesondere wenn diese eher für ihre Länge als für ihre Höhe steht.

    Wir erliefen uns Lissabon weiter, der langen Uferpromenade entlang gen Westen. Hier ist es spürbar ruhiger und so bietet die Promenade Spaziergängern ordentlich Strecke. Wir kamen ungefähr bis auf Höhe des Museo Nacional de Arte Antiga bevor wir umdrehten, da wir die Strecke ja auch wieder zurückmussten. Dabei wollten wir allerdings wieder etwas weg vom Ufer, durch die kleinen Gässchen. So verließen wir das Ufer nicht ohne einen weiteren Blick auf den Tejo und die hier befindliche Ponte de 25 April zu werfen, auf welcher wir in die Stadt hineinfuhren. Von hier aus war auch ein weiteres Wahrzeichen der Stadt gut und deutlich zu sehen, der Cristo Rei.

    Lissabon - Tejo - Ponte Vasca da Gama
    Im Hintergrund die Ponte Vasco da Gama sowie der Cristo Rei
    5. Cristo Rei

    Über der Stadt Lissabon wacht der Cristo Rei. Von der Uferpromenade aus erblickten wir ihn abermals. Ähnlich wie sein größeres, berühmteres Pendant in Rio de Janeiro hebt er von hoch oben symbolisch seine Arme schützend über die Stadt. Die eigentliche Statue ist nur 28m hoch und damit lediglich die siebthöchste der Welt.

    Die für Touristen zugängliche Plattform auf dem 75m hohen Sockel bietet eine wohl fantastische Aussicht über ganz Lissabon. Obwohl wir eigentlich immer den Berg einer Stadt erklimmen, war es uns hier leider nicht möglich den Cristo Rei näher zu begutachten und Lissabon einmal aus dieser besonderen Vogel-Perspektive zu erleben. Auch wenn überall Ausflüge angeboten werden, hierfür brauch man Minimum einen halben Tag. So sahen wir den Cristo Rei lediglich von unten aus der Ferne. Aber wir haben ihn auf der Liste und wenn wir zurückkehren, dann nehmen wir uns die Zeit.

    6. Fado

    Mit der untergehenden Sonne erwacht Lissabon. Mehr und mehr Klänge ertönen,  vermischen sich mit den lauten Stimmen und beginnenden Tänzen zu einer kulturellen Melange. Fado heißt ein portugiesischer Musikstil, eine Vortragsart, eine Philosophie, ja ein Lebensgefühl, welches hier insbesondere in den Barrios Alfama, Bairro Alto und Mouraria beheimatet ist. Kneipen, Bars und öffentliche Plätze werden zu Tanzflächen und Lissabon zeigt sich in all seiner Pracht, wenngleich es sich meist eher um traurige Werke und Lieder voller Sehnsucht und Schmerz handelt. Wir bekamen davon leider nicht mehr viel mit und können nur erahnen wie schön es sein mag. Um nicht völlig in die Nacht hineinzugeraten, mussten wir uns frühzeitig mit dem Bus auf den langen Rückweg nach Alporchinhos machen. Nicht ohne uns zu schwören, einmal wieder zu kommen und einige Nächte hier zu verbringen!

    Und jetzt du! Wenn du schon einmal in Portugal an der Algarve bist, dann schau definitiv in Lissabon vorbei! Allerdings muss dir klar sein, dass du in ein paar Stunden nicht annähernd einen umfassenden Eindruck dieser auf so viele Arten eindrucksvollen Metropole bekommst. Du kannst bestenfalls schon  einmal reinschnuppern, ein paar ausgewählte Spots auf dich wirken lassen um dich anzufixen bald mit mehr Zeit zurückzukehren. Auf jeden Fall kann ein Tagestrip nach Lissabon eine mehr als gelungene Abwechslung während deines Urlaubs an der Algarve sein.

    Ach ja, kulinarisch haben wir uns leider auch etwas verrannt… Daher der abschließende Tipp, wenn du nicht grade viel Geld für wenig und vor allen Dingen langweiliges Essen ausgeben möchtest, meide die großen Prachtboulevards und informiere dich am besten vorher (online), falls du nach was Bestimmten suchst.

    Reisedaten

    Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

    Portugal:
    Reisezeit: September 2016
    Reisedauer: 10 Tage
    Unterkunftsart: Appartement

    geschrieben von Henrik

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    Roadtrip an der Algarve – 7 Stopps für einen Tag

    Einer der größten Ausflüge und prägendsten Erlebnisse in Portugal war unser Roadtrip an der Algarve. Wir haben uns vor Ort aufgrund der Länge der Strecke und des nur minimalen Preisunterschiedes gegen einen Roller bzw. ein Motorrad und für einen günstigen Kleinwagen, einen Nissan Micra, entschieden. Als Spontanentschlossene landeten wir direkt vor unserem Hotel-Komplex bei einer Europcar-Filiale. Das Angebot schien soweit okay. Erst später stellten wir fest, dass knapp 90€ für den einen Tag doch recht happig waren. Wir hatten einfach keinen Vergleich und wollten uns das in diesem Augenblick einfach mal gönnen. Die zu hinterlegende, enorm hohe Kaution von 1500€ erforderte im ersten Augenblick ein wenig Organisation unsererseits. Doch auch das klappte irgendwie, es war einfach das erste Mal eine Kreditkarte so zu nutzen. Wir waren noch jung und ungeübt…

    So machten wir uns eines Morgens nach dem Frühstück früh von unserer Basis in Alporchinhos auf, denn wir hatten einiges an Strecke vor uns. Zwar de facto nur mindestens 80km je Strecke bis an unser Ziel Cabo de São Vicente, aber je nach Weg und Stopps konnte das durchaus deutlich mehr werden. Einiges würden wir spontan entscheiden, wann wir wo wie lange bleiben und so weiter. Doch ein wenig hatten wir uns natürlich vorbereitet. Wir wollten unseren schönsten, einzigartigsten, atemberaubendsten Strand der Algarve küren, aber auch andere Punkte kamen auf unsere Liste. Folgende 7 Stopps haben wir uns unter anderem markiert, die wir dabei gezielt ansteuern wollten:

    Roadtrip an der Algarve - Karte Route

    1. Praia da Marinha

    Vormittags hatten wir uns, auch bedingt durch die Reihenfolge der Strecke, einige Strände rausgepickt, die uns lohnenswert erschienen. Der erste Halt auf unserer Strandtour war die nicht weit entfernte Praia da Marinha. Dort hielten wir schon nach 15min Fahrt, etwas mehr als eine Bucht von unserem Heimstrand Praia de Nossa Senhora da Rocha entfernt. Die Praia da Marinha ist circa 5km vom nächsten größeren Ort (Carvoeira) entfernt und inmitten der sogenannten Felsalgarve. So wird der Küstenabschnitt von Faro bis Sagres, also exakt dort, wo wir entlanggefahren sind, nämlich auch genannt. Genau wegen der felsigen Küste mit so schönen Buchten und Stränden, wie die Praia da Marinha. Dieser gehört zwar schon fast zu den etwas größeren Stränden, ist aber wirklich gleich ein ganz besonderer. Die von Erosion zerklüfteten Felsformationen in und um den Strand herum und das sagenhaft grün-türkis-blaue Wasser bilden eine einzigartige Kulisse.

    Kurz überlegten wir einfach den Tag hier zu chillen, aber wir hatten ja das Auto gemietet und noch einiges vor uns. Daher machten wir uns nach einem Erkundungsrundgang und einer ausgiebigen Fotosession relativ schnell wieder auf den Weg. Gleich der erste Strand war ein absoluter Volltreffer, welch ein Auftakt!

    Roadtrip an der Algarve - Praia da Marinha
    Roadtrip an der Algarve - Praia da Marinha2

    2. Benagil

    Benagil ist eines dieser typischen kleinen verschlafenen Fischerdörfchen, wie man sie in Portugal häufiger findet. Hier hat mittlerweile der Tourismus die Fischerei als Haupteinnahmequelle abgelöst und der Strand ist die berühmte Hauptattraktion des Dorfes. So war auch bei uns klar, es wurde nicht viel weiter gefahren, denn als nächstes war die Praia de Benagil an der Reihe. Hier erwartete uns ein absolutes Highlight, die sogenannte Benagil Cave. Unweit der Praia de Benagil legt die Ebbe eine Art Höhle, Grotte frei, mit einem kleinen Sandstrand zum Meer ohne sonstigen Zugang. Die Benagil Cave ist also nur über das Meer oder mit Abseilen von den Felsen zu erreichen. Mittlerweile ist sie ein bekanntes Ziel zahlreicher Algarve-Touristen sowie der Instagram Hotspot der Region. Heutzutage würden wir wahrscheinlich einfach alles in unseren wasserdichten Beutel packen und rüber schwimmen, aber damals gab es sowas noch nicht oder wir waren einfach noch nicht richtig vorbereitet für solche Aktionen. Auch ein Kanu zu mieten wäre eine Option gewesen, aber der Zeitfaktor hat auch mitgespielt. Einige Tage später würden wir diesen Spot auf einer Bootstour durch die Höhlen und Grotten der anliegenden Strände nachholen.

    Ansonsten lädt die Praia de Benagil absolut auch zum längeren Entspannen und Sonnenbaden ein. Hier waren wir kurz im Wasser, immer mit einem Auge auf unsere Sachen die herrenlos am Ufer lagen. Doch für den Moment blieb es ein kurzer Zwischenstopp und schon machten wir uns wieder auf zum nächsten Strand.

    Roadtrip an der Algarve - Benagil

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    3. Praia da Rocha

    An der Praia da Rocha erlebten wir dann ein kleines Abenteuer. Die Praia da Rocha steht schon dem Namen (rocha = Felsen) nach für die in der gesamten Region charakteristischen Felsen, welche die kleine Bucht mit ihrem feinen Sandstrand umschließen. Auf der rechten Seite entdeckten wir direkt am Felsen einen kleinen Pfad, kaum einen Meter breit, auf dem sich einige Mutige hinaus auf die Klippe wagten. Unten schlugen teils heftig die Wellen dagegen, doch je weiter man ging, schlängelte sich der Weg höher und höher an der Klippe entlang. Wirklich nicht ohne…Aufgrund des durchaus rutschigen Gesteins auch absolut nicht mit Flipflops zu empfehlen! Ein falscher Tritt, ein Abrutschen und es ginge 6-7m in die Tiefe – mit Glück ins Wasser, mit Pech auf Felsen. Dazu machte Hannah in so einer heiklen Situation auch ihre Höhenangst zu schaffen, weswegen der Spaßfaktor dann doch schnell kippte und wir uns sehr vorsichtig auf den Rückweg machten. Nach diesem Nervenkitzel legten wir uns in die mittlerweile pralle Mittagssonne, relaxten und ließen diese wirklich phänomenale Kulisse auf uns wirken. Der große Vorteil dieser kleinen Buchten, so von den felsigen Klippen umschlossen, ist nämlich auch, dass sie sehr windgeschützt sind. Das ist einerseits angenehm, aber andererseits ist dadurch Sonnenbaden hier schnell spürbar intensiver. Die Praia da Rocha ist absolut mehr als nur ein weiterer wunderbarer Strand. Hier sieht man die Felsalgarve wie aus dem Bilderbuch!

    Roadtrip an der Algarve - Praia da Rocha2
    Roadtrip an der Algarve - Praia da Rocha

    4. Alvor

    Der Roadtrip ging weiter…
    Alvor bietete uns nach den ganzen Stränden einen etwas anderen Flair. Hier spazierten wir durch das Städtchen, machten entspannt Mittagspause und gönnten uns in einem Café an der gepflasterten Flusspromenade kühle Erfrischungsgetränke. In Alvor mündet der gleichnamige Fluss ins Meer und so kann man wunderschön an einem der zahlreichen Cafés oder Restaurants am Flussufer speisen. Die Auswahl derer ist, durch den Tourismus bedingt, wirklich groß. Früher war Alvor ebenfalls ein Fischerdorf, aber heutzutage lebt dieses kleine dezente Städtchen mit lediglich 6000 Einwohnern hauptsächlich vom Tourismus. Nichtsdestotrotz sieht man noch die Überbleibsel aus anderen Zeiten und kann durch die typischen Gässchen mit Kopfsteinpflaster an den weiß getünchten Häuserfassaden vorbeischlendern.

    Alte Fischerboote liegen auch heute noch im Hafen, wenngleich sie kaum noch im großen Stile kommerziell genutzt werden. Auf einer Anhöhe können architektonisch oder historisch Interessierte hier auch die Pfarrkirche Igreja Martiz de Alvor aus dem 16. Jahrhundert begutachten. Wegen dieser Attraktionen und im Speziellen der zentralen Lage in der Mitte der Algarve ist Alvor eine beliebte Basis von der viele Touren und Ausflüge starten. Alvor ist mindestens ein Zwischenstopp wert, kann aber auch ideal als Basis und Haupturlaubsstätte deines Algarve-Urlaubs ausgewählt werden.

    Roadtrip an der Algarve - Alvor
    Roadtrip an der Algarve - Alvor2

    5. Ponta da Piedade

    Die „Spitze des Erbarmens“ oder der „Punkt der Frömmigkeit“ der steilen Landzunge unweit von Lagos bietet die wohl faszinierendsten Felsformationen der Algarve. Auf dem Plateau angekommen wirkt die Landschaft erstmal karg und öde, doch von hoch oben kann man hier herrlich umherwandern und hinunterblicken in die tiefen, zerklüfteten Schluchten. Rund 20m hoch bzw. aus unserer Perspektive eher tief, türmt sich diese Felsklippenlandschaft auf. Sie ist komplett natürlich über die Jahrhunderte gewachsen, ohne jegliche Baumaßnahmen durch Menschenhand entstanden. Wirklich verblüffend welch kunstvolle, teilweise sehr akkurate und doch fragil wirkende Felsgebilde von Mutter Erde hier kreiert wurden. Beeindruckend waren auch die verschiedenen Farben der Gesteinsschichten, umspielt von den Wellen des herrlich türkisblauen Wassers. Abermals konnten wir uns nicht satt sehen auf unserer kleinen Runde, die wir drehten.

    Wachsam solltest du trotzdem bleiben! Touristen, so sagt man hier, seien oftmals so fasziniert und vertieft in ihre Fotoaufnahmen, dass sie unachtsam werden und hinabstürzen. Einigen soll dies wohl schon das Leben gekostet haben. Auch gefährliche Felsrutsche kommen hier immer mal wieder vor. Bei uns in Deutschland wäre solch ein Ort definitiv ganz anders gesichert und nicht so frei zu erleben. So ist bei aller Vorsicht die Ponta da Piedade ein absolutes Muss und Highlight unseres Algarve-Urlaubs gewesen.

    Roadtrip an der Algarve - Ponta da Piedade

    6. Sagres

    Kurz vor dem Ziel unseres Roadtrips angekommen, stellt Sagres nicht nur das damals von uns liebgewonnene populärste Bier Portugals, sondern auch eine ansehnliche alte See-Festung aus dem 15. Jahrhundert auf einer steilen Klippe. Von hier aus hat man eine grandiose Aussicht und kann bereits herüber blicken auf den Cabo de São Vicente und seinen Leuchtturm. Auch die Festung an sich hat ihren Charme. Sie besteht aus einer massiven Festungsmauer und einigen mehr oder weniger gut erhaltenen Gebäuden im Inneren. Eine kleine Kirche, Ingreja de Nossa Senhora de Graca, ist noch mit am besten erhalten und auch begehbar. Generell kostet der Eintritt in die gesamte Festung, die ein Nationaldenkmal Portugals darstellt, überschaubare 5€. Innerhalb der Mauern erwartet dich auch ein Mysterium. Ein Steinkreis mit 43m Durchmesser, 1928 entdeckt, sorgt bis heute für Rätselraten unter den Historikern. Vielleicht eine Art Sonnenuhr? Für uns war es hier nach auf jeden Fall mal an der Zeit im Ort Sagres noch verspätet zu essen, bevor wir uns aufmachten zum letzten Abschnitt und Ziel unseres Roadtrips, dem Cabo de São Vicente.

    7. Cabo de São Vicente

    Und da war es, das Ende der Welt! Der Endpunkt unserer Tour war der südwestlichste Punkt Europas mit Ausblick auf Amerika. Gleichzeitig endet hier auch die Südküste Portugals und damit die Felsalgarve. Schroffe Klippen und karge Vegetation stellen sich an dieser steilen Küste den oftmals heranstürmenden Wassermassen des Atlantiks. Auch an Land stürmt es oft stark, aber dies unterstreicht nur das prägende Erlebnis, wenn man den weiten Horizont entlang schaut, an die Entdecker vergangener Tage und die geschlagenen Seeschlachten denkt. Ein Ort zum Wegträumen, Fernweh garantiert!

    In der Anlage vor Ort mit ihrem 24m hohen Leuchtturm, der das stärkste Leuchtfeuer Europas haben soll, gibt es unserer Meinung nach nicht so viel zu sehen. Zumindest nichts was unsere Aufmerksamkeit von diesem Ausblick hat ablenken können. Wir beobachteten noch einige Zeit die unendliche Weite und das Treiben der Wassermassen, bis es spät wurde und wir uns auf den langen Rückweg machen mussten. Anfangs quatschten wir und erzählten uns von den vielen Eindrücken des Tages, aber schnell übermannte uns auch die Erschöpfung und es wurde stiller. Nur ich am Steuer blieb natürlich aufmerksam, um uns sicher zurück zu bringen.

    Roadtrip an der Algarve - Cabo Sao Vicente2
    Und wieder zurück…

    Die etwas längere Rückfahrt ohne weitere Stopps verlief problemlos. Am Ende kamen wir zwar erschöpft, von den vielen Eindrücken des Tages, aber auch glücklich und zufrieden wieder in unserem Appartement an. Nicht ohne den Mietwagen, wie vereinbart, vorher wieder vollgetankt zu haben.

    Ein wohltuendes Gefühl von Stolz kam auf, was wir beide alleine zusammen auf die Beine gestellt hatten, ohne dass etwas schieflief. Und so ging ein einmaliger Tag bei einer Flasche Wein auf unserem Balkon zu Ende. Wir hatten echt viel gesehen, insbesondere die vielen schönen kleinen Buchten und feinen Strände umzäunt von harten, kantigen Felsen und schroffen Klippen, haben sich in unser Gedächtnis gebrannt. Auch die unendliche Weite des Atlantiks am Horizonts des Cabo de São Vicente, dem Ende der Welt, war sehr beeindruckend. Selbst geschossene, traumhafte Postkartenmotive in unserem Fotoalbum, die passenden Erinnerungen und das Gefühl eingebrannt in Herz und Hirn.

    Ach ja, zu unserem absoluten Lieblingsstrand der Felsalgarve wurde nach einhergehender Rekapitulation des Tages übrigens die PRAIA DA MARINHA gekürt.

    Roadtrip an der Algarve - Praia da Marinha4

    Unser Roadtrip entlang der Algarve war ein wirklich besonderes Erlebnis und ist bis heute in bester Erinnerung.  Und jetzt bist du dran, lerne aus unseren Fehlern und trau dich! Eine Tagestour mit dem Mietwagen ist ein guter erster Schritt um sich heranzutasten. Es muss nicht gleich die komplette Reise als Tour von Standort zu Standort zurückgelegt werden, auch wenn wir es heute vielleicht eher so machen würden…

    Reisedaten

    Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

    Portugal:
    Reisezeit: September 2016
    Reisedauer: 10 Tage
    Unterkunftsart: Appartement

    geschrieben von Henrik

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  • Thumbnail - Algarve - Schroffe Klippen an der Südküste Portugals

    Algarve – Schroffe Klippen an der Südküste Portugals

    Unsere Zeit an der Algarve in Portugal 2016 war unser erster eigener, frei geplanter und organisierter Urlaub. Ok, wir sind die 10 Tage in Armação de Pera an einem Standort geblieben und haben „lediglich“ Tagesausflüge geplant. Dabei haben wir aber Einiges auf eigene Faust unternommen sowie uns bis auf das Frühstück komplett selbstversorgt. Und das nicht schlecht! Tauche mit diesen Kurzbeiträgen in unsere Erinnerungen an Portugal 2016 ein, unsere jungen Reiseanfänge, was gut lief, was schlecht lief und außerdem wie uns Land, Leute, Kultur gefallen haben. Vielleicht geht ja dann dein nächster Trip nach Portugal!

    Algarve - Henrik Klippen
    Die Algarve – Im Süden Portugals

    Algarve wird die südliche Region Portugals rund um Faro genannt. Sie ist eine von sieben Regionen Portugals. Aufgrund ihres milden Klimas, der teils üppigen Vegetation, der wilden Landschaften und vor allen Dingen der kleinen Buchten und Strände zwischen den felsigen, schroffen Klippen der langen Küste, ist sie eine sehr beliebte Touristenregion geworden. Ob Natur, Kultur oder Partyurlaub – mittlerweile findet dort wohl jeder das für sich passende Angebot. Nichtsdestotrotz findet man hier auch immer noch kleine, einsame Spots: Ob in typischen Fischerdörfchen, in der weitläufigen Natur oder an den unendlich vielen kleinen und feinsandigen Stränden der Region. So wollten auch wir dort die gemeinsame Zeit, die uns damals noch nicht so alltäglich und selbstverständlich war, entsprechend für uns eher ruhig und erholsam genießen.

    Algarve - Sonnenuntergang
    Unsere Base in Armação de Pera

    Als Ort für unser Basislager wählten wir mit Armação de Pera, bewusst einen kleinen, beschaulichen Ort fern der touristischen Hochburgen der Algarve. Fernab von Partytrubel und Menschenmassen sollte uns dies Ruhe und Erholung bieten, um die gemeinsame Zeit bestmöglich zu genießen. Armação de Pera befindet sich geographisch zwischen den größeren, bekannteren Städten Albufeira und Portimão, circa eine ¾ Stunde vom Flughafen in Faro entfernt.

    Genauer gesagt in Alporchinhos (offiziell Porches) wählten wir für uns ein kleines Appartement, quasi eine kleine Wohnung mit eigener Küche, in einem größeren Hotelkomplex, dem Terrace Club (heute Be Smart Terrace Algarve). An unserem Appartement war absolut nichts auszusetzen, doch insgesamt wirkte das ganze Gelände schon etwas verlassen und verwahrlost. Wahrscheinlich in dem Fall die Ruhe nach dem Sturm, da wir doch deutlich nach der Hauptsaison vor Ort waren. Diesmal entschieden wir uns, entgegen bisheriger gemeinsamer Urlaube, bis auf das tägliche Frühstücksbuffet, uns komplett selber zu versorgen. Wir hatten ja eine Küche! Da vor Ort das Frühstück dann leider auch absolut nicht mit dem vielfältigen und reichhaltigen Frühstücksbuffet aus unserem Ägypten-Urlaub des Vorjahres mithalten konnte (es gab wirklich kaum Früchte oder Joghurt, Käse war auch rar und sogar das Rührei war aus Instantpulver…) mussten wir zur ordentlichen Versorgung umso mehr auf die umliegenden Supermärkte zurückgreifen.

    Algarve - Hannah am Strand
    Praia de Nossa Senhora da Rocha
    Praia de Nossa Senhora da Rocha
    Selbstversorgung und Umgebung

    Die günstige Selbstversorgung vor Ort war allerdings glücklicherweise kein Problem. Ob im großen Intermarché oder in den zahlreichen Mini-Mercados, die Auswahl an Lebensmitteln zu meist auch günstigeren oder zumindest gleichwertigen Preisen im Vergleich zu Deutschland ist definitiv ausreichend gegeben.

    Nur Käse, Milch und Joghurtprodukte sind wie in den meisten südeuropäischen Ländern schon deutlich teurer und nicht so vielfältig im Angebot. So kauften wir ein und bereiten uns unsere eigenen Snacks und Mahlzeiten in unserer Küche im Appartement zu.

    Ab und an gingen wir natürlich auch in eines der zahlreichen Restaurants lecker (und meist sehr günstig) essen. Vor Ort gibt es neben den landestypischen Restaurants, auch absolute kulinarische Vielfalt. Uns hat es zur Abwechslung beispielsweise ein authentisches indisches Restaurant angetan (New Delhi India). Außerdem ließen wir uns im Laufe der Tage natürlich insbesondere den einen oder anderen Wein schmecken.  Dringend zu empfehlen und gar nicht mal so teuer, wie man denken könnte! Wirklich guten portugiesischen Wein bekommt man in Restaurants ohne Probleme schon ab 8 bis 10€ die Flasche, im Supermarkt gar ab 3 bis 4€! Da der Wein dort als essentiell für das Leben angesehen ist, wird er lediglich mit einer Mehrwertsteuer von 13% statt der für Alkoholika üblichen 23% belastet.

    Im Speziellen, wenn du viel unterwegs sein wirst und nicht 24/7 im Hotel das All-Inclusive nutzt, trau dich und spare Geld mittels Selbstversorgung! Aber achte darauf, dich trotzdem ausreichend und abwechslungsreich zu versorgen und auch ausreichend zu trinken. Dies bedarf ein bisschen Übung und Anpassung, aber es lohnt sich, da du auch dir bis dato fremde Lebensmittel kennen und dir bekannte mehr schätzen lernst.

    Algarve - Hannah & Henrik am Strand
    Geschichten des Urlaubs – Von Sonnenbaden bis Tretbootfahren

    An vielen der wilden, kleinen Strände der Algarve waren wir fast für uns alleine. Dies mag damit zu tun haben, dass wir uns nicht unbedingt in den Touristenzentren aufhielten und es auch im September dort auch schon mal etwas frischer werden kann. Bei uns war es übrigens noch knackig warm und unseren Ansprüchen absolut genügend, wenn auch abends schnell recht kühl. Also sogar nach der Hauptsaison bis in den September ist die Algarve eine naheliegende Option. Definitiv war es in unserem Fall alles andere als überfüllt. Herrliche Ruhe und Idylle hat absolut einen Vorteil, aber die Action-Junkies in uns haben trotzdem nicht geschlafen. An den größeren Badestränden gibt es entsprechend Aktivitäten, die die Lust auf etwas Abenteuer befriedigen können.

    Wir mieteten uns ein Tretboot, um allein die stürmische See zu erobern und an einem anderen Tag machten wir eine geführte Bootstour um umliegende Strände, Grotten und felsige Klippen vom Wasser aus zu erkunden. Dazu badeten wir natürlich ausgiebig in der doch noch ganz schön warmen Sonne Portugals. Insbesondere unser „Hausstrand“ der Praia de Nossa Senhora da Rocha hatte es uns dabei wirklich angetan. Eine wunderschöne kleine Bucht, links und rechts von Felsen und Klippen umsäumt und ein feiner, kleiner Sandabschnitt mittig. Die Algarve wie aus dem Bilderbuch! Nichtsdestotrotz haben wir uns natürlich noch aufgemacht, um weitere schöne, idyllische Strände zu entdecken. Dafür buchten wir uns einen Mietwagen und machten uns auf den Weg entlang der Küste der Algarve…

    Algarve - Strand Senhora da Rocha
    Praia de Nossa Senhora da Rocha
    Algarve - Strand Senhora da Rocha1
    Praia de Nossa Senhora da Rocha
    Herrlich! Ehrlich?

    Natürlich ist auch in Portugal nicht alles Gold was glänzt, aber an diesem Urlaub gab es wirklich wenig auszusetzen. Es war teilweise noch richtig heiß und daher auch ein wunderschöner Badeurlaub an den beschrieben, wirklich besonderen Stränden entlang der Algarve. Aber eben nicht nur!

    Ein zu nennender Kritikpunkt war, wie schon erwähnt, die etwas karge Auswahl am Frühstücksbuffet. Insbesondere das Rührei (Instantpulver) war leider eine Enttäuschung. Aber wir waren ja im Urlaub und konnten uns durch die Selbstversorgung im Supermarkt einigermaßen Ersatz besorgen.

    Was unsere Ausflüge betrifft, hätte die Planung unsererseits besser sein können. Beispielsweise auf dem Tagesausflug nach Lissabon, wo wir deutlich mehr hätten mitnehmen können. Aber aus solchen Kinderkrankheiten haben wir gelernt und seitdem erkundigen wir uns im Vorhinein zielgerichteter auf unsere Wünsche und Vorstellungen. Zusammen evaluieren wir dann was realistisch und planbar ist in der Zeit, so dass wir nicht völlig plan- und ziellos durch die Stadt spazieren. Am schönsten ist es aber, wenn auch dafür mal Zeit bleibt!

    Übrigens ist in Portugal (wie in der Regel, wie wir nachher feststellten) ein Auto zu mieten als junge(r) Reisende(r) unter 23 Jahren, spontan vor Ort meistens gar nicht möglich. Diese grundsätzliche Regelung sorgte dafür, dass Hannah pro forma im Vorhinein zum Beifahrer degradiert wurde und ich alleinverantwortlich für den Wagen war. Seitdem schauen wir aber meist im Vorhinein, was für Angebote es vor Ort gibt und buchen online. Nicht nur bessere Preise, sondern individuelle Sondertarife oder benötigte Versicherungen für deine Tour im Urlaubsland stellen dich dann vor Ort nicht vor böse Überraschungen.

    Reisedaten

    Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

    Portugal:
    Reisezeit: September 2016
    Reisedauer: 10 Tage
    Unterkunftsart: Appartement

    geschrieben von Henrik

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    Into the Wild – Unsere 7 Reisetipps für Kenia

    Du wolltest schon immer mal die afrikanische Wildnis erkunden? Löwen, Elefanten und Zebras auf einer Safari hautnah erleben? Du träumst von malerischen Traumständen, türkisblauem Wasser und herrlicher Entspannung? Dann auf nach Kenia! Das Land an der Ostküste Afrikas eignet sich perfekt für eine einzigartige Kombinationsreise. Selten haben wir eine derart vielseitige Reise erlebt. In diesem Beitrag haben wir dir einige Anregungen und Ratschläge zusammengestellt, wie auch du deiner Traumreise nach Kenia näherkommen kannst. Hier sind unsere 7 Reisetipps für Kenia!

    Reisetipps für Kenia - Finde deine Balance

    Tipp #1 – Finde deine Balance!

    Eine Kombination lebt stets vom richtigen Verhältnis. Und das richtige Verhältnis kannst nur du für dich selbst finden.

    Um aus deiner Kenia-Reise das Beste herauszuholen, solltest du deinen Weg zwischen Individual- und Pauschalreise finden. Infrastrukturell ist Kenia für Backpacker bei Weitem kein Eldorado. Wir empfehlen an dieser Stelle ein Mindestmaß an „pauschaler“ Organisation. Für unsere Unterkunft an der Küste haben wir auf eine Pauschalreise gesetzt und die für uns passende 3-tägige Safari in einem lokal ansässigen kleinen Lädchen gebucht. In die meisten Nationalparks in Kenia kommt man ohne Ranger nämlich gar nicht rein.

    Ebenso gilt es deine Balance zwischen entspanntem Strandurlaub und abenteuerlicher Safari zu finden. An einem Tag kannst du zwar schon Einiges entdecken, aber wenn du wirklich einen intensiven Eindruck von der afrikanischen Wildnis haben möchtest, solltest du mindestens eine Übernachtung einplanen. Im krassen Gegensatz dazu, kannst du natürlich auch deine ganze Reise mit Safaris füllen – genug Parks und Orte gibt es. Welche Möglichkeiten es dazwischen gibt, erfährst du im nächsten Schritt.

    Reisetipps für Kenia - Wie viel Safari geht bei dir

    Tipp #2 – Wie viel Safari geht bei dir?!

    Kenia beheimatet robuste Populationen diverser afrikanischer Tierarten und bietet mit gut organisierten und geschützten Nationalparks perfekte Voraussetzungen für eine Safari. Dein Erlebnis ist abhängig von Zeit, Budget und deinem Bedürfnis für die Big Five*. Wir möchten dir hier kurz und knapp 3 exemplarische Optionen vorstellen:

    • Jeep Safari über 2 Tage (Tsavo East und Tsavo West)
    • Jeep Safari über 3 Tage (Tsavo East und Amboseli)
    • Jeep Safari über 4 Tage per Flug (Masai Mara)

    Alle genannten Safari-Touren starten in dieser Länge von den Urlaubsorten an der Küste ober- oder unterhalb von Mombasa. Die Preise sind logischerweise aufsteigend, die Spannung vermutlich auch. Denn die Masai Mara gilt als Teil der Seregenti und der jährlichen Gnu-Wanderung als das Non-Plus-Ultra. Allerdings ist diese nur per Flug von der Küste aus zu erreichen. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden, was unsere perfekte Balance war. Für die nächste Reise steht definitiv die Masai Mara auf dem Programm – Safari für Fortgeschrittene!

    * Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard
    Reisetipps für Kenia - Passende Base

    Tipp #3 – Entscheide dich für eine passende Base!

    Für einen Strandurlaub mit Safari wird die quirlige Stadt Mombasa dein Tor nach Ostafrika sein. Kenia liegt am indischen Ozean und hat wirklich überraschend traumhafte Sandstrände. Deine Vorstellung von Strandurlaub und Entspannung solltest du bei der Wahl der Küste unbedingt in Erwägung ziehen.

    Am Küstenabschnitt nördlich von Mombasa sind die Gezeiten von Ebbe und Flut stärker. Gut für Spaziergänger, weniger gut für Badenixen. Partymäuse kommen hier auch auf ihre Kosten. Die Orte der Nordküste, wie z.B. Bamburi Beach und Watamu, sind wesentlich belebter als die im Süden.

    Gen Süden solltest du dich orientieren, wenn du, wie wir, eher die Ruhe bevorzugst. Auch hier bewegt sich das Wasser zwischen Ebbe und Flut, aber offenbar nicht ganz so ausgeprägt. An der Südküste liegen beispielsweise Diani Beach, Galu Beach und Tiwi Beach.

    Reisetipps für Kenia - Buche vor Ort

    Tipp #4 – Sei spontan und buche vor Ort!

    Wenn du dich für eine ähnliche Kombinationsreise wie wir entscheidest, es dir zeitlich möglich ist und du Geld sparen möchtest, raten wir dir zur spontanen Safari-Buchung vor Ort. Verfügbare Online-Angebote von Reisebüros mit Individualreisen finden sich zumeist im hochklassigen Tourismusbereich wieder. Für eine ausführliche und längere Safari kann eine Vorabbuchung über das Internet wiederum die bessere Variante sein. Es gibt in den Badeorten an der Küste Kenias einige lokale Reisebüros, die 1-Tages- bis 4-Tages-Safaris anbieten. Für eine 3-Tages-Safari haben wir gut verhandelt pro Person rund 250€ bezahlt. Dafür sind während dieser Zeit keine weiteren Kosten für uns entstanden, außer für besondere Getränke wie Bier oder Wein. Und natürlich Souvenirs.

    Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Es lief alles reibungslos und zuverlässig ab. Allerdings möchten wir hier nicht pauschalisieren und davon ausgehen, dass dies immer so ist. Informiere dich vorher über die lokale Agentur, beispielsweise auf Tripadvisor. Für den Fall, dass du dir unsicher bist und auf eine deutsche Reiseleitung Wert legst, kannst du auch auf die Angebote deines Reiseveranstalters im Hotel zurückgreifen oder dich hier bei GetYourGuide für deine perfekte Safari entscheiden.

    Reisetipps für Kenia - Lass dich drauf ein

    Tipp #5 – Bleib geduldig und lass dich drauf ein!

    Erwarte nicht, dass dir direkt eine Löwenfamilie in Fotopose begegnet, wenn du das Hotel verlässt. Die afrikanischen Tiere gehen, ebenso wie wir Menschen, ihren alltäglichen Aufgaben nach. Dazu gehört naturgemäß nicht das Modeln für Touristen. Einige der dort lebenden Tierarten sind zudem gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

    Warte ab, halte die Augen auf, schärfe deine Sinne. Gerade dies macht eine Safari doch so spannend! Sei nicht enttäuscht, wenn du nicht das Motiv bekommst, was du dir vorher monatelang ausgemalt hast. Konzentriere dich auf das Gefühl, schätze wert, was du gerade erlebst. Und freue dich umso mehr, falls du dann doch das Foto deines Lebens schießen kannst! Die ersten von dir gesichteten Tiere sind etwas ganz Besonderes. Diesen Moment kann dir keiner nehmen. Du realisierst, dass es Löwen, Elefanten, Giraffen, Zebras und Warzenschweine nicht nur im Zoo oder bei König der Löwen gibt. Leg auch mal die Kamera zur Seite, beobachte still und sauge auf. Für uns definitiv eines der intensivsten Lebensgefühle!

    Reisetipps für Kenia - Diese Dinge solltest du dabeihaben

    Tipp #6 – Diese Dinge solltest du dabeihaben!

    Sonnencreme, Kamera und Händedesinfektion kannst du dir wahrscheinlich denken. Wir möchten dir abschließend ein paar wertvolle Packutensilien mit auf den Weg geben, die vielleicht nicht direkt und spontan in den Rucksack wandern.

    Dünnes Multifunktionstuch

    In den Parks und auf den Straßen Kenias ist es häufig sehr sehr staubig. Bei offenem Fenster oder Dach des Safari-Vans bist du ganz schnell eingepudert wie ein Kuchen. Schütze deine Atemwege.

    Kleingeld und Süßigkeiten

    Auf dem Weg wirst du in einigen Dörfern armen Menschen am Straßenrand begegnen, die sich über eine kleine Aufmerksamkeit freuen. Teilweise hatten wir das beklemmende Gefühl, wir seien Royals, als uns die Kinder fröhlich zuwinkten und die Erwachsenen mit großen Augen musterten. Als ernährungsbewusste Touristen hatten wir lediglich ¼ Packung zuckerfreier Kekse dabei. Als uns der Ranger erzählte, dass die Kinder immer „Sweeets!“ rufen und uns die Gelegenheit gab etwas abzugeben, sind wir in Scham fast versunken. Das kann man besser machen.

    Sweatshirt-Jacke

    Die Dunkelheit bricht recht schnell ein. Schnell wird es verhältnismäßig kühl, wenn du dich noch auf der Außenanlage der Lodge aufhältst oder morgens um 5 Uhr zur ersten Pirschfahrt aufmachst.

    Reisetipps für Kenia - Mombasa Express

    Tipp #7 – Keine Angst vorm Mombasa-Express!

    Eine dicke schwarze Raupe mit feuerroten Füßen kriecht entlang. Dieses ach so wunderschöne Exemplar Insekt wird vermutlich auch dir an Küste über den Weg laufen. Die Einheimischen nennen es liebevoll „Mombasa-Express“. Auch wenn die weniger schnellen Insekten-Züge verdammt eklig aussehen und nachts unterm Moskitonetz für Alpträume sorgen, brauchst du keine Angst haben. Sie sind nicht giftig!

    Also – auf nach Kenia!

    Wenn wir es geschafft haben, dich mit diesen Tipps zu überzeugen, kannst du dich hier von unseren Kenia-Reiseberichten inspirieren lassen. Reise mit uns zurück in den Tsavo East Nationalpark und den Amboseli Nationalpark oder sieh dir unseren Artikel im Shakebox-Magazin an!

    Reisedaten

    Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

    Kenia
    Reisezeit: September/Oktober 2018
    Reisedauer: 12 Tage
    Unterkunftsart: 4*-Hotel Galu Beach

    geschrieben von Hannah

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  • Thumbnail - Amboseli Nationalpark

    Amboseli Nationalpark – Am Fuße des „Kilis“

    Die Zeltwände bebten. Alle 5 Sekunden wurden unsere Einschlafversuche durch einen lauten Knall unterbrochen. Es war sehr windig am Fuße des Kilimanjaros nahe der Grenze zu Tansania. Zumindest hielten wir permanent an dem Gedanken fest, dass es hier nur der Wind war, der durch die Savanne jagte. Ein weiterer Knall gegen den Kopf unseres Bettes ließ uns aufschrecken. Wir griffen unter der Bettdecke unsere Hände. „Meinst du, das ist wirklich ein wildes Tier?“, flüsterte ich rüber zu meiner Mama. Vermutlich nur das Schlagen der Zeltwand gegen das Holz. Wir schliefen ein. Willkommen im Amboseli Nationalpark!

    Amboseli Nationalpark - Sonnenuntergang
    Die Reise geht weiter – Ankunft im Amboseli Nationalpark

    Die rote Erde des Tsavo East Nationalparks haben wir am Morgen des zweiten Safari-Tages hinter uns gelassen. Vor uns lag eine lange Fahrt von rund 380km. Dank der gutausgebauten Straßen in Richtung der kenianischen Hauptstadt Nairobi, wurden wir diesmal nicht wie ein Cocktail durchgeschüttelt. Bis in den Nachmittag hinein brauchten wir trotzdem. „Look – Tanzania is right over there!“, rief uns unser Ranger vom Steuer aus nach hinten. Wir befanden uns lediglich 11km von der Grenze entfernt. Unsere Verschlafenheit von der kurzen vergangenen Nacht hatten wir spätestens im Griff, als ein gewaltiges Bergmassiv im Vorbeifahren hinter der Fensterscheibe zum Vorschein kam – der Kilimanjaro! Wir sind da…

    Amboseli Nationalpark - Kili
    Von der Lodge ins Zelt

    WHAT!? Das ist das Zelt?

    Wie du in unserem letzten Beitrag Tsavo East Nationalpark – Die rote Erde erfahren hast, waren wir vom Standard der dortigen Lodge erstaunt. Erfreut über den unerwarteten Luxus, gespalten bezüglich der gesellschaftlichen Hintergründe. Mit der Fahrt zum Amboseli Nationalpark wussten wir, dass wir die kommende Nacht in einem Zelt übernachten werden. Die leidenschaftlichen Camper sind wir beide nun wirklich nicht. Der Mann im lokalen Reisebüro versicherte uns mehrfach, obwohl wir mehr als bereit waren für dieses Erlebnis einen geringen Standard in Kauf zu nehmen, dass es sich dort um komfortable Zelte handeln würde.

    Und das Adjektiv komfortabel traf in diesem Zusammenhang für uns mal so was von zu. Unser Zelt im Kilima Safari Camp hatte sogar ein größeres Badezimmer als ich es von Zuhause gewohnt war. Man würde nicht meinen, dass man sich tatsächlich in einem Zelt befindet. Zwei große Betten inkl. Moskitonetzen gehörten ebenso zur Ausstattung. Aber doch, allerspätestens in der Nacht als der Wind sein Unheil trieb, wurde einem der Begriff Zelt wieder in den Sinn gerufen.

    Amboseli Nationalpark - Zelt
    Der Kilimanjaro und die Vegetation

    Die staubtrockene rote Steppe hatten wir nicht nur geografisch hinter uns gelassen. Trotz der Tatsache, dass sich der höchste Berg Afrikas auf tansanischem Gebiet befindet, hat der Kilimanjaro doch einen enormen Einfluss auf das Wetter in der ganzen weiteren Umgebung. Auch wenn es auf 1.200m über dem Meeresspiegel tagsüber sehr heiß und trocken werden kann, so sorgt der Amboseli-See und der schneebedeckte Kibo (5.895m), der höchste Gipfel des Kilimanjaros, für eine saftig grüne Vegetation. Dies steht natürlich in Abhängigkeit von der Reisezeit und der Region innerhalb des Parks.

    Amboseli Nationalpark - Elefant

    Im Laufe eines Game Drives (Pirschfahrt) kann sich das saftige Grün lokal nämlich auch in trockenere Szenerie verwandeln. Zwischendurch passiert man Sümpfe und Akazien. Im Vergleich zum Tsavo East Nationalpark wirkt der Amboseli Nationalpark weitläufiger, freier und offener. Und dies, obwohl der Amboseli Nationalpark flächenmäßig wesentlich kleiner ist.

    Die Tierwelt im Amboseli Nationalpark

    Unser erster Game Drive stand an. Im Gegensatz zum Vortag mussten wir diesmal nicht lange auf die ersten wilden Tiere warten. Schnell liefen uns die ersten grauen Riesen über den Weg. Auch beim Erscheinungsbild der Elefanten könnte sich der Amboseli Nationalpark nicht stärker vom Tsavo East Nationalpark unterscheiden. Während die trockene, rote Erde im Tsavo East für einen rötlichen Schimmer sorgt, warten die Elefanten im Amboseli Nationalpark im „klassischen“ edlen Grau auf dich. Es leben dort über 900 Elefanten, was für einen Park dieser Größe eine enorme Zahl ist.

    Amboseli Nationalpark - Elefant 2

    Warum? Der Amboseli Nationalpark liegt (noch) komplett in den Händen der Massai. Die kenianische Volksgruppe der Massai schützt ihre Gebiete vehement gegen Wilderer, wodurch der Erhalt und die Fortpflanzung der afrikanischen Riesen gesichert ist.

    Amboseli Nationalpark - Zebra

    Auf unseren insgesamt zwei Game Drives haben wir eine Vielzahl verschiedenster wilder Tiere beobachten können. Neben dem interessanten Sozialverhalten der beeindruckenden Elefanten, hat uns auch das Miteinander der zahlreichen Zebras gefesselt. Bleibt ein Zebra ruckartig stehen, so tut es ihm die gesamte Herde gleich. Ist ein Zebra in Aufruhr, überträgt sich dies auf die gesamte Gruppe.

    Amboseli Nationalpark - Gnus
    Amboseli Nationalpark - Giraffe

    Auch die Freunde der Zebras, die Giraffen und die Gnus, durften wir in beachtlicher Präsenz kennenlernen. Insbesondere in oder um die Sümpfe hast du ebenso eine sehr gute Chance auf grasende oder badende Hippos zu treffen. Rar, aber da waren darüber hinaus Hyänen und Löwen. Schwer zu beobachten, aber jeweils ein Tier konnten wir, wenn auch gut getarnt und weit entfernt, vor die Linse bekommen. Die Vielfalt im Amboseli Nationalpark ist wirklich enorm. Vom Vogelstrauß, über Impalas und diverse Gazellenarten bis hin zu Massen an Affen. Wir konnten uns über mangelnde Beobachtungsziele wirklich nicht beklagen. Sogar Flamingos konnten wir am See bestaunen.

    Amboseli Nationalpark - Hippo
    Amboseli Nationalpark - Flamingos
    Asante sana, Kenya!

    Für uns hieß es nun Rückfahrt. Und die ging lange. Nach unserer Nacht im Zelt und erneutem sehr frühen Aufstehen traten wir bereits jetzt den Rückweg Richtung Küste an. Knapp 8 Stunden sollte die Fahrt dauern. Vorbei an kleinen Dörfern, rennenden und strahlenden Kindern in Schuluniform und Herden von kreuzenden Rindern, bekamen wir nochmals einen intensiven Eindruck des afrikanischen Lebens. Wir waren erschöpft. Erschöpft von der diesmal unfassbar holprigen Fahrt, verstaubter Haut, wenig Schlaf und den unvergesslichen Eindrücken.

    Asante sana – DANKE Kenia für die tollen Erinnerungen, die du uns geschenkt hast!

    Amboseli Nationalpark - Löwin
    Amboseli Nationalpark - Hyäne
    Herrlich! Ehrlich?

    Trotz aller Dankbarkeit, mischten sich in unserem Unterbewusstsein auch andere, negativere Gefühle bei. Wie bereits im letzten Artikel beschrieben, zerriss uns der Gedanke ein wenig, dass wir einem sehr armen Land auf gewisse Art und Weise wertvolle Ressourcen rauben. So luxuriös, wie die „Zeltlager“ oder Lodges in den Nationalparks sind, sind teils nicht mal unsere ausgewählten Hotels. Wieso haben wir das Privileg für eine Übernachtung, die für uns eigentlich nur zweckmäßig sein sollte, einen Pool zur Verfügung zu haben, wenn die Einheimischen nicht einmal sauberes und fließendes Wasser haben? Es war irgendwie ein Gefühl von Scham, dass wir dies alles geboten bekamen, obwohl wir nicht einmal danach fragten.

    Da wir nur für eine kurze Zeit dort waren, können wir es uns nicht anmaßen, Verurteilungen auszusprechen. Es mag sein, dass Betriebe in dieser Art trotz allem nachhaltig arbeiten und den Tierschutz auch mit unterstützen. Und schließlich entsteht dadurch auch die Chance, Menschen aus aller Welt den immensen Wert unseres Planeten nahezubringen und vielleicht auch zu sensibilisieren.

    Auf den Besuch in einem Massai-Dorf verzichteten wir unter anderem aus den genannten Gründen. Im eigentlichen Sinne möchten wir keine Touristen sein, die Einheimische dafür bezahlen, damit sie sich uns zur Schau stellen müssen. Kommerz hin oder her. Wir möchten ehrlich, auf andere Weise helfen und wollen, dass die Massai so sein können, wie sie sind.

    Amboseli Nationalpark - Affe
    Fazit

    Der Amboseli Nationalpark ist nicht umsonst einer beliebtesten Safari-Ziele in Kenia. Man hat dort quasi eine Garantie viele verschiedene afrikanische Tiere in ihrem natürlichen und wilden Habitat zu beobachten. Für uns war die Kombination aus den beiden Nationalparks, dem Tsavo East und dem Amboseli, perfekt und absolut eindrucksvoll. Kontrastreicher können die Erfahrungen auf der ersten Safari, unserer Meinung nach, kaum sein.

    Wenn jetzt auch in dir der Löwe geweckt wurde und du unbedingt eine Safari in Kenia machen willst oder du bereits eine planst, solltest du unbedingt unseren Beitrag Into the Wild – Unsere 7 Tipps für deine Kenia-Reise lesen.

    Reisedaten

    Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

    Kenia
    Reisezeit: September/Oktober 2018
    Reisedauer: 12 Tage
    Unterkunftsart: 4*-Hotel Galu Beach
    Amboseli
    Reisezeit: Oktober 2018
    Reisedauer: 1 Tag
    Unterkunftsart: Camp

    geschrieben von Hannah

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  • Elefanten im Tsavo East Nationalpark in Kenia

    Tsavo East Nationalpark – Die rote Erde

    Karibu Kenya! (Willkommen in Kenia)

    Eine Herde Elefanten näherte sich langsam, doch typisch elegant dem großen Wasserloch, dass sich unmittelbar vor den Türen unserer Lodge im Tsavo East Nationalpark befand. Die Finsternis hat bereits lange die Landschaft erobert und zunächst konnte man die beeindruckenden Silhouetten der am Kopf der Herde stampfenden Tiere mit Hilfe der Beleuchtung der Lodge nur erahnen. Man hörte und fühlte jedoch im selben Moment viel mehr. Es bildete sich allmählich eine Versammlung rund um das breite Wasserloch. Die Herde war durstig. Unsere Augen konnten gar nicht anders als gebannt zuzusehen. Das Bild wirkte irgendwie unwirklich, aber doch so natürlich und ausgewogen. Dieser Eindruck der Ausgewogenheit wurde plötzlich unterbrochen.

    Unruhe machte sich breit unter den zuvor so harmonisch trinkenden Elefanten. Wir Menschen konnten zunächst keine Ursache für die Stimmungsschwankung erkennen. Doch auch wir spürten, dass etwas vor sich geht. Allmählich wurden die dunklen Umrisse von einer beträchtlichen Anzahl an Wasserbüffeln sichtbar, einer der gefährlichsten Spezies der Savanne. Einige starke Elefantenbullen bildeten einen Halbkreis um das Wasserloch und den Rest der Herde. Bei jedem Annäherungsversuch wurde es lauter, aber durchaus kontrolliert. Ein großer Schritt nach vorne und die Büffel wichen zurück. Man sah den Büffeln den Respekt an, trotz ihrer natürlich gegebenen eher aggressiven Art. Teilen in der Savanne? Tag ein Tag aus ein neuer Überlebenskampf. Das Spektakel nahm kein Ende.

    Gebannt beobachten wir weiterhin dieses unfassbare Naturschauspiel, obwohl zwischendrin minutenlang nichts geschah. Doch die Elefanten schienen Mitleid zu haben, denn sie ließen die Wasserbüffel immer weiter in ihre Privatsphäre eindringen, sodass auch diese eine Chance auf das lang ersehnte Wasser bekommen. Teilen funktioniert also auch in der Savanne, trotz teils unerbittlichem Kampf. Wieso nicht auch bei uns Menschen?

    Im Bett liegend horchten wir weiterhin den Lauten, die dort draußen in der Wildnis ertönten.

    Der erste Stopp unseres 3-tägigen Abenteuers

    Um 4:30 Uhr in der Früh klingelte der Wecker in unserem Hotelzimmer am Galu Beach. Der Sonnenaufgang am Strand war es aber wert. Circa 7 Stunden Fahrt für rund 350 km im Safari-Van lagen vor uns, bevor wir im Tsavo East Nationalpark angekommen werden. Eine buckelige Fahrt mit unserem Ranger Sami am Steuer. Außer uns (meiner Mama und mir) war kein Tourist mit „an Bord“. Ein komisches Gefühl zu Beginn wich jedoch im Laufe der Zeit Dankbarkeit für die Freiheit und Einsamkeit.

    Willkommen im Tsavo East Nationalpark in Kenia
    Safari Van im Tsavo East Nationalpark, Kenia

    Als die Erde der Umgebung allmählich roter wurde, wussten wir, dass wir nicht mehr weit von unserem ersten Stopp entfernt sein konnten. Der Tsavo East Nationalpark ist bekannt für seine eisenhaltige und somit rotfarbene Erde. Der Grund weshalb auch die dort lebenden Tiere allesamt einen roten Schimmer haben. Vom Elefant bis zum Zebra. Der erste Game Drive (Pirschfahrt) stand an, das Dach des Vans wurde von uns Dreien mit vereinten Kräften hochgeschoben. Und dann sahen wir ihn, unseren ersten freilebenden wilden Elefanten in weiter Ferne. Voller Staunen wollten wir diesen Moment lange auskosten, nicht wissend, dass dies nicht das letzte Tier sein wird, dass wir zu Augen bekommen werden. Die Landschaft ist wirklich unglaublich. Einfach so wie man sich die afrikanische Wildnis vorstellt. Wir beobachteten Zebras, Pumbas (Warzenschweine), diverse Antilopenarten wie Impalas, ein paar wenige Giraffen und eine Vielzahl an rot gefärbten Elefanten sowie Affen.

    Zeit für die erste Pause – es ging für zwei Stunden in unsere Lodge, wo wir die erste Nacht verbrachten, bevor es zum nächsten Game Drive vor der Abenddämmerung ging.

    Zeltlager in der Savanne?

    Der Anblick der Lodge (Voi Wildlife Lodge) verschlug uns die Sprache. Insgeheim haben wir uns auf mehr oder weniger spartanisches Zelten eingestellt, aber das was uns dort alles empfing haben wir nun wirklich nicht erwartet. Neben zwei großen mit Moskitonetz ausgestatteten Betten, eigenem Badezimmer stand uns ebenso ein Pool und sogar WLAN zur Verfügung. Dazu frisches Essen und kalte Getränke in Buffetform. Das absolut Beste, war die Terrasse und ein Steg, welcher quasi hinaus in die Wildnis führte. Auge in Auge standen wir nur wenige Meter und nur durch einen niedrigen Holzzaun getrennt wilden Elefanten gegenüber. Wir konnten sie so hautnah beim Trinken und Baden beobachten, frühstückten am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang praktisch neben ihnen. Ein einmaliges Erlebnis. WLAN sei Dank konnte ich dies sogar live mit Henrik via WhatsApp Call teilen. Total konträr, aber irgendwie auch genial.

    Hannah auf Terrasse im Tsavo East Nationalpark, Kenia
    Löwen im Tsavo East Nationalpark, Kenia

    In jener Nacht ereignete sich das eingangs beschriebene Naturschauspiel, dass wir unser Leben lang in Erinnerung behalten werden. Spätestens nach diesem Tag haben wir uns voll und ganz in Kenia bzw. in Afrika im Allgemeinen verliebt.

    Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns mit einer letzten Pirschfahrt, bei welcher wir noch ein Rudel Löwen in der Ferne entdeckten. Das Besondere an Löwen im Tsavo East Nationalpark ist nicht unbedingt das rot gefärbte Fell, sondern dass auch die Männchen keine Mähne haben.

    Unsere Reise ging weiter Richtung Amboseli, dem zweiten Nationalpark unserer Safari.
    Du willst wissen wie es weiterging? Bald erscheint der Beitrag „Amboseli Nationalpark – Am Fuße des Kilis“.

    Herrlich! Ehrlich?

    Wie bereits angedeutet wurden wir von der Ausstattung in der Lodge ziemlich überrascht. Ein Pool, WLAN, frisches Essen und fließendes Wasser inmitten der Wildnis? Natürlich waren wir auf der einen Seite begeistert und freuten uns über unerwarteten Luxus. Auf der anderen Seite stellten wir uns einige Fragen. Wie kommen all die frischen Lebensmittel tagtäglich hierher? Wie kann so eine Anlage genau hier gebaut werden ohne dass zig Bauarbeiter von wilden Tieren angegriffen werden? Wieso ist der Preis für all das was hier geboten wird nicht viel höher? Fragen auf die wir nicht wirklich Antworten haben, sondern nur Vermutungen anstellen können.

    Ein unfassbar schlechtes Gewissen machte sich breit: Wir sind in einem Land, indem so viele Menschen unter Armut leiden und wir nächtigen mitten auf dem Land wie die Könige. Zwangsläufig kommen außerdem Zweifel an der Nachhaltigkeit und dem Wohl der wilden Tiere auf. Die meisten Arten sind doch ohnehin schon vom Aussterben bedroht. Oder unter anderem genau deshalb.  Wir waren nur für einen Tag da, können es uns aus diesem Grund nicht anmaßen, Verurteilungen auszusprechen. Es mag sein, dass Lodges in dieser Art trotz allem nachhaltig arbeiten und den Tierschutz unterstützen. Schließlich entsteht dadurch auch die Chance, Menschen aus aller Welt den immensen Wert unseres Planeten nahezubringen und vielleicht auch zu sensibilisieren.

    Es ist sehr schwierig für uns zu diesem Thema klar Stellung zu beziehen. Fest steht, dass wir unheimlich dankbar für diese tolle Erfahrung und das einmalige Erlebnis sind. Fest steht aber auch, dass man die Dinge hier äußerst kritisch hinterfragen sollte. Wir möchten nicht auf Kosten anderer Lebewesen leben. Sei es Mensch oder Tier. Was jeder von uns tun kann ist, fremde Zonen mit allergrößtem Respekt zu behandeln, indem wir beispielsweise keinen Müll liegen lassen oder weniger reichen Menschen als uns einen Teil abgeben. Schließlich lassen die Elefanten auch die Wasserbüffel vom selben Wasserloch trinken ;).

    Fazit

    Der Tsavo East Nationalpark ist ein absolutes Muss, wenn du in Kenia auf Safari gehst! Eisenhaltige Erde und extreme Trockenheit münden in einer einzigartigen Natur. Sowohl die rote Landschaft als auch die beeindruckende Lebensweise und Anpassungsfähigkeit der dort lebenden Tiere machen das Gebiet zu etwas ganz Besonderem. Es ist einer der ältesten und größten geschützten Gebiete Kenias und das aus gutem Grund. Die Chance hier einige der „Big Five“ zu sehen ist recht hoch, zumindest in der Reisezeit, als wir dort waren. Wenn du an der Ostküste zum indischen Ozean im Hotel unterkommst, ist der Tsavo East Nationalpark immerhin 381 km entfernt (gerechnet von Galu Beach). Du wirst demnach mindestens eine Nacht einplanen müssen, wenn du nicht sogar noch weiter ins Landesinnere reisen möchtest.

    Wenn jetzt auch in dir der Löwe geweckt wurde und du unbedingt eine Safari in Kenia machen willst oder du bereits eine planst, solltest du unbedingt unseren Beitrag Into the Wild – Unsere 7 Tipps für deine Kenia-Reise lesen.

    Reisedaten

    Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

    Kenia
    Reisezeit: September/Oktober 2018
    Reisedauer: 12 Tage
    Unterkunftsart: 4*-Hotel Galu Beach

    Tsavo East
    Reisezeit: September 2018
    Reisedauer: 1 Tag
    Unterkunftsart: Lodge

    geschrieben von Hannah

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  • Pauschalreise - Wann All Inclusive Sinn macht - Thumbnail

    Pauschalreisen – Wann „All inclusive“ Sinn macht

    Die Backpacker unter euch zucken wahrscheinlich beim Lesen des Titels erstmal zusammen. Unter Individualreisenden ist das Wort „Pauschalreisen“ durchaus negativ behaftet. Man bekommt nichts von der Kultur des Landes mit und schlittert automatisch in Touristenfallen. Man zahlt auch noch mehr als notwendig und das Geld fließt nicht in die Taschen der Einheimischen, sondern zu kommerziell agierenden Reiseveranstaltern. Und so weiter und so fort…Viele Argumente unterschreiben wir sofort, dennoch finden wir, dass Pauschalreisen auch ihre Daseinsberechtigung haben. Grundsätzlich reisen wir auch am aller liebsten selbst geplant und damit individuell. Wann Pauschalreisen unserer Meinung nach aber durchaus Sinn macht – für wen, für welches Land oder für welchen Zweck – erfahrt ihr in diesem Beitrag.

    Argumente für Pauschalreisen

    Wir haben das große Privileg, dass uns theoretisch die Grenzen sämtlicher Länder offen stehen. Für dieses Privileg sollten wir dankbar sein und es, sowohl für uns selbst als auch ein Stück für die Welt, nutzen. Digitalisierung und Globalisierung machen es möglich, das Land unserer Wahl zu bereisen. Welches es auch immer sein mag. Nichtsdestotrotz sollte einem bewusst sein, dass sich die Umstände vor Ort je nach Land stark unterscheiden können, insbesondere infrastruktureller und/oder gesamtpolitischer Art. So gibt es Orte auf dieser Welt, die sich perfekt für einen Backpacking-Urlaub anbieten. Unserer Erfahrung nach dienen die lateinamerikanischen sowie europäischen Länder oder auch Indonesien dafür als Beispiele. Verkehrswege sind größtenteils gut erschlossen, für Sicherheit ist mal mehr, mal weniger gesorgt. Es steht schlicht und ergreifend, auch aufgrund des dort wachsenden Tourismus, Struktur dahinter (teilweise sogar besser als bei uns in Deutschland!).


    Wir glauben, dass man mit der richtigen Planung, genügend Zeit und Verbindungen vor Ort nahezu überall auch individuell zurechtkommen kann. Diese Voraussetzungen sind jedoch häufig nicht gegeben. Als Beispiel dafür möchten wir Kenia nennen. Wir persönlich haben noch von niemandem gehört, der das ostafrikanische Land ohne festes Hotel aus Urlaubszwecken bereist (soziale Projekte mal ausgeklammert). Das hat auch seine berechtigten Gründe. Beispielsweise ist es dir gar nicht möglich, deine eigene Safari zu starten und eigenhändig durch die Nationalparks zu fahren. Du brauchst stets einen Ranger, der meist durch lokale Reiseagenturen oder eben über den Reiseveranstalter organisiert wird. Unterbringungen bei Einheimischen, wie AirBnB, sind in Kenia erfahrungsgemäß, eher unüblich. Letztendlich wird es in den meisten Fällen mindestens auf ein Hotel mit Flughafentransfer hinauslaufen.

    Dies geht raus an die Reiseanfänger. Du willst unbedingt in ein „exotisches“ Land, weißt aber nicht richtig wie du es umsetzen sollst und hast Bedenken, dass nicht alles klappt wie du es dir vorstellst. Ins kalte Wasser geworfen werden will man in diesem Fall vielleicht wirklich nur buchstäblich, nämlich ins Meer oder den Pool. Unerfahrene haben mit Pauschalreisen die Möglichkeit, sich langsam an das eigenständige Reisen heranzutasten. Auf diese Weise hat man Sicherheit im Gepäck und kann sich ganz nach seinen Bedürfnissen immer freier entfalten. Sei es eine Fahrt mit dem Linienbus in die nächstgelegene Stadt, ein Spaziergang außerhalb der Hotelanlage oder sogar eine selbst geplante Mietwagen-Tour vom Hotel aus. Du kannst selbst entscheiden, wie viel Freiheit du dir auf der einen Seite und wie viel Sicherheit auf der anderen Seite gibst. Traust du dich etwas, wirst du reicher an Erfahrung und lernst unheimlich viel dazu.

    Geben wir es zu: Ab und an hat man auch einfach mal das Bedürfnis nichts zu tun. Zuhause ist Abschalten nicht möglich. Aufregung und Abenteuer und Planung sind irgendwie gerade viel zu anstrengend. Es gibt so viele preisgünstige Angebote zum Relaxen. Scheu dich nicht diese wahrzunehmen. Bei aller Begierde nach neuen Ländern, Kulturen, Eindrücken und Erlebnissen brauchen Körper und Geist auch Zeit zur Verarbeitung. Für uns ist dafür beispielsweise Ägypten perfekt. Oftmals haben wir Zuhause genug Stress mit Arbeit und Haushalt, dass wir „All inclusive“ und Sonnenbaden ebenso absolut genießen. Hör also in dich hinein und frage dich, welche Erwartungen du an deine Reise hast.

    Nachdem du nun einen besseren Eindruck bekommen hast, wann du bei deiner Urlaubsplanung über eine Pauschalreise nachdenken solltest, möchten wir dir den ein oder anderen hilfreichen Tipp für die Umsetzung von Pauschalreisen mit auf den Weg geben.

    Unsere Tipps für die perfekte Pauschalreise nach deinem Geschmack
    All Inclusive ist nicht gleich All inclusive

    Den Begriff „All Inclusive“ kann man in diesem Zusammenhang wortwörtlich oder sinnbildlich verstehen.

    Habe ich pro forma All Inclusive gebucht, muss ich mir nicht einmal um die Verpflegung Gedanken machen. Bei Urlaub in sehr entlegenen Gegenden ist dies vermutlich die bessere Wahl. Ein ausschlaggebendes Kriterium könnten auch die Lebenshaltungskosten vor Ort sein. Manchmal rechnet sich alles in einem Paket dann doch. Wenn organisatorisch und preislich möglich, nimm doch auch mal die Herausforderung an und geh auf kulinarische Entdeckungstour.
    Jedoch ist unserer Ansicht nach All Inclusive nicht mit Inflexibilität in der Reiseplanung gleichzusetzen. All Inclusive heißt nicht, dass du dir alles vorkauen lassen musst und demnach auch nicht, dass du tun musst, was dein Reiseveranstalter dir als ein „Muss“ verkauft.

    Somit kann man zwar wortwörtlich eine „All-Inclusive-Reise“ machen, dies muss aber noch lange nicht sinnbildlich auch alles umfassen, was mit der Reise zu tun hat. Wenn wir pauschal reisen, haben wir zum Beispiel bis dato in den seltensten Fällen Ausflüge über das Hotel oder den Reiseveranstalter geplant und durchgeführt. Andere Reiseblogs, Reiseführer oder Tipps von Einheimischen vor Ort haben für uns bei der Auswahl der Erlebnisse einen wesentlich höheren Stellenwert.

    Ausflüge planen – Vom Veranstalter bis zum Strandverkäufer

    Kaum am Zielflughafen angekommen wirst du vom Personal des Reiseveranstalters eine Einladung zum „Kennenlernen“ in die Hand gedrückt bekommen. Oft findet dieses Treffen dann am ersten oder zweiten Tag statt, sodass wir persönlich wenig Lust haben unseren ersehnten Strandaufenthalt zu unterbrechen. Dieser Termin ist selbstverständlich nicht verpflichtend! Schließlich bist du im Urlaub. Wir empfehlen dir, den Termin nur wahrzunehmen, wenn du gar keinen Plan hast, was du vor Ort machen willst, dir die Sicherheit an oberster Stelle steht oder du auf eine deutschsprachige Durchführung angewiesen bist. Garantiert sind die Preise der dort angebotenen Touren teurer als woanders – bei exakt der gleichen Leistung. Wir möchten dir folgend drei Anlaufstellen für dein Programm vorstellen und deren Grad an Sicherheit, Freiheit und Kosten beurteilen:

    Grafik zu Sicherheit und Kosten bei Pauschalreisen
    Hinweis: Die Darstellung ist sehr allgemein gefasst, trifft jedoch auf nahezu alle Pauschalreisen von uns zu. In manchen Fällen müssen Teile der Darstellung nicht zutreffend sein

    In Kürze kannst du dazu mehr in unseren Beitrag „Achtung Touristenfalle – Lass dich nicht abzocken“ erfahren.

    Es gibt ferner eine vierte Möglichkeit dein Reiseland zu entdecken. Je nach Land und dessen Gegebenheit kannst du natürlich auch vieles mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Mietwagen in Eigenregie planen. In den meisten Fällen ist dies die kostengünstigste und spannendste Methode. Manche Aktivitäten, wie z.B. eine Safari in Kenia, eine Bootstour auf dem Meer oder Paragliding sind auf diese Weise jedoch nicht möglich. Du bist damit außerdem schon sehr nah dran an einer individuellen Reise. Frage dich in dem Fall, ob eine Pauschalreise für dich wirklich Sinn macht. Manchmal ist es aber auch mal eine gelungene Abwechslung ein bis zwei Tage auf diese Art zu verbringen und sich für den Rest im Hotel verwöhnen zu lassen.

    Finde deinen Mix

    Du hast dich für eine Pauschalreise entschieden? Stell sie dir doch trotzdem einfach nach deinen Bedürfnissen zusammen! Auch an dieser Stelle sind deine persönlichen Erwartungen gefragt. Wenn du sehr viel Entspannung benötigst oder du in einer sehr ruhigen Hotelumgebung untergebracht bist, solltest du dich vielleicht tatsächlich wortwörtlich für All Inclusive entscheiden. Willst du tiefer eintauchen sollten lokale Restaurants, öffentliche Verkehrsmittel und örtliche Reisebüros für Touren bzw. Mietwagenverleih deine Anlaufstellen sein. Wäge ab nach Zeit, Sicherheitsbedürfnis, Preis und Zweck!

    Fazit

    Um dir abschließend noch einen simplen Überblick zu bieten, wie wir welche Länder bereist haben und daraus resultierende persönliche (!) Empfehlungen auszusprechen, haben wir folgende Tabelle erstellt.

    Reiseland Empfohlene Reiseart

    Individuell

    (einzelne Buchung und Planung von Anreise, Unterkunft, Ausflügen etc./keine persönliche Betreuung vor Ort)

    Pauschal mit individuellen Bausteinen

    (pauschal gebuchte Reise mit selbst zusammengestellten Reisebestandteilen - siehe "Finde deinen Mix")


    *auch individuell empfehlenswert

    Ägypten

    Pauschal

    (Pauschalreise mit im Hotel oder über den Veranstalter organisierten Touren)

    Wie dir die Tipps und die Übersicht zu verstehen gegeben haben, ist für uns Pauschalreisen nicht zwangsläufig sinnbildlich mit „All Inclusive“ gleichzusetzen. Auch eine pauschal organisierte Reise kannst du dir flexibel nach deinem Belieben gestalten. Einige Reiseziele, wie beispielsweise Mauritius, eignen sich sowohl als Individual- als auch als Pauschalreise. Dort ist in jedem Fall beides gut möglich. Deine Bedürfnisse, Erwartungen und Erfahrungen sind das Maß aller Dinge!

    geschrieben von Hannah

    Jetzt du! Hast du schon mal Pauschalurlaub gemacht und wenn ja, wo und warum? Was ist deine Meinung zu dem Thema oder hast du eine Frage? Lass es uns wissen und kommentiere den Beitrag.