Reisen nach Kuba 2021 - Trinidad Kuba

Trinidad Kuba & Playa Ancon – Karibikfeeling pur

Ein Tag in Trinidad, Kuba. Ein Tag in der Karibik meiner Träume. Mit unserem kleinen, weißen Hyundai ruckelten wir durch die engen Gassen dieser kleinen karibischen Kolonialstadt an der Südküste Kubas. Dicke, holprige Kopfsteinpflaster, dazwischen nicht unwesentlich große Lücken, machen das Fahren und das Gehen zu einer kleinen Konzentrationsübung. Kaum zu glauben, wie die wenigen Fahrräder, Motorroller und Pferdekutschen diese Wege beschreiten. Links und rechts erscheinen die kleinen Häuschen in einer herrlichen Farbenpracht. Rosa, hellblau, gelb, grün. Die Oldtimer tun es den Fassaden gleich. Auf den Bordsteinen chillen die Erwachsenen und beobachten zufrieden das entspannte Leben auf der Straße. Stress? So etwas kennt man hier nicht. Wir steigen aus dem Auto aus und werden geküsst von den starken Sonnenstrahlen. Die Palmenblätter winken uns zu. Willkommen in Trinidad!

Reisedaten Kuba

Reisezeit: Februar-März 2021
Reisedauer: 12 Tage
Unterkunftsart: Hotel in Varadero

Im Hintergrund der Turm der Kirche Santa Ana

Trinidad – Eine koloniale Karibikstadt wie aus dem Bilderbuch

In der Provinz Sancti Spíritus an der Südküste Kubas liegt Trinidad. Eine kleine Stadt, die rund 75.000 Einwohner beherbergt (aktuellster Stand: 2012). Jeder einzelne dieser 75.000 Menschen ist die Lässigkeit und die Ruhe in Person. Im krassen Kontrast zu Kubas Hauptstadt Havanna, wo wir kaum eine Straße entlang gehen konnten, ohne angequatscht zu werden. Hier in Trinidad grüßten uns die Locals mit einem freundlichen Grinsen, leichtem Nicken und einem „Bienvenidos chicos“. Authentisches Kuba.

Ein Zahlenvergleich spricht Bände: Während in Havanna 2893 Einwohner pro km2 leben, sind es in Trinidad gerade einmal 65 Einwohner pro km2. Trinidad und Havanna bieten einen vollends anderen Charme und sind unvergleichbar. Beide nicht weniger reizvoll.

Ab dem allerersten Moment fühlte ich mich in Trinidad pudelwohl. Es war ein besonderes Gefühl, welches ich meist bei kleinen Städtchen dieser Art verspüre. Ich wusste: Hier bin ich nicht das letzte Mal in meinem Leben.

Hinweis: Wir haben Trinidad während der Corona-Pandemie besucht. Mit allen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen, versteht sich! Zu unserer Reisezeit bestand in ganz Kuba eine generelle Maskenpflicht, auch auf allen Straßen und sogar im Auto. Restaurants und Bars hatten ihren Regelbetrieb eingestellt. Ein paar wenige boten Speisen und Getränke to go an. Entsprechend leer und außergewöhnlich haben wir Trinidad erlebt. Unsere beschriebenen Eindrücke können also von der normalerweise herrschenden Atmosphäre abweichen.

Die 5 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Trinidad

Wir möchten gar nicht so viele Worte auf die Sehenswürdigkeiten in Trinidad auf Kuba verwenden. Den Charme der Stadt erlebst du viel mehr beim Schlendern durch die Gassen. Während du dich vom Flow der kleinen, süßen Karibikstadt treiben lässt, wirst du ohnehin an den wichtigsten und schönsten Punkten vorbeikommen. Ganz natürlich, ganz gemütlich, ganz intuitiv, ganz genüsslich. Wie die Mentalität der Menschen.

Trotzdem möchten wir dir hier einen kleinen Überblick geben, was dich in Trinidad erwartet.

Trinidad Sehenswürdigkeit #1: Plaza Mayor

Die Plaza Mayor, übersetzt der Hauptplatz, macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie ist das Herz der kleinen Karibikstadt. Die Plaza Mayor gilt als einer der schönsten Plätze Kubas und ist bei einem Besuch in Trinidad unausweichlich. In der zentralen Parkanlage des Platzes kannst du auf kleinen, schnuckeligen, weißen Bänken, die stilistisch an ein altes Puppenhaus erinnern, ein Päuschen bei sengender Hitze machen. Die kolonialen, gut erhaltenen Fassaden rund um die Plaza Mayor erscheinen in prallen bunten Farben und machen das Karibikfeeling vollkommen.

Plaza Mayor in Trinidad Kuba

Trinidad Sehenswürdigkeit #2: Convento San Francisco de Asís

Direkt neben der Plaza Mayor ragt das Wahrzeichen Trinidads empor: Ein alter Klosterturm. Nein, DER alte Klosterturm, von welchem ein sagenhafter Blick über die Dächer Trinidads sowie die tropische Vegetation der Umgebung zu genießen ist. Diesen Ausblick wirst du auf so gut wie allen Postkartenmotiven von Trinidad sehen können. Leider war der Turm wegen der Corona-Pandemie zu unserer Reisezeit geschlossen, weshalb wir dieses Highlight nicht erleben konnten. Normalerweise muss am Eingang ein kleiner Eintritt in Höhe von 1 US-Dollar (früher 1 CUC*) entrichtet werden.

*Die Zweitwährung CUC existiert seit 2021 nicht mehr. Weitere Infos zur Währungsreform findest du in diesem unserer Kuba-Blogbeiträge: https://www.generation-world.de/reisen-nach-kuba-2021/

Das Wahrzeichen von Trinidad

Trinidad Sehenswürdigkeit #3: Casa de la Música

Ebenso unweit entfernt der Plaza Mayor befindet sich das Casa de la Música, das Haus der Musik. Der Rhythmus liegt den Kubanern bekanntlich im Blut. Karibische Klänge und tanzende Menschen prägen normalerweise das Stadtbild Trinidads und versprühen so unverkennbare positive Vibes und Lebensfreude. Als wir in Trinidad waren, herrschte auf den breiten Treppen vor dem Casa de la Música gähnende Leere. Vor der Corona-Pandemie steppte hier in den Abendstunden der Bär. So war unsere Fantasie gefragt in der Hoffnung, dass genau hier ganz bald wieder Salsa oder Rumba getanzt wird.

Casa de la Musica Trinidad Kuba
Die breiten Treppen hoch zum Casa de la Música - Normalerweise läuft hier Live Musik

Trinidad Sehenswürdigkeit #4: Plaza Santa Ana

Etwas außerhalb des Altstadtkerns in Trinidad liegt die Plaza Santa Ana. Ein wunderschöner, malerischer Platz, dominiert von der alten Kirche Santa Ana mit ruinenhafter Fassade. Der Rest des Platzes erstrahlt in kontrastreichem Gelb der Fassaden und sattem Grün der Palmen und Büsche. Wir persönlich fanden die Plaza Santa Ana sogar noch ein wenig hübscher als die berühmte Plaza Mayor. Vielleicht liegt dies auch daran, dass es der erste Ort war, den wir in Trinidad in voller Gänze wahrgenommen haben.

Trinidad Sehenswürdigkeit #5: Plaza Carrillo

Plätze, Plätze, Plätze – verbunden durch kleine, teils verwinkelte Gassen. Lässt du dich weiter Richtung Süden treiben, landest du auf der Plaza Carrillo. Hier erlebten wir wesentlich mehr Trubel und Leben als auf den zentraleren Plätzen der Altstadt. Der Wiedererkennungswert der Plaza Carrillo liegt in seiner besonderen Bepflanzung an langgezogenen Rankbögen, wodurch dieser Ort besonders grün und tropisch wirkt.

Abstecher zum Playa Ancon

Einer der schönsten Strände Kubas soll ganz in der Nähe von Trinidad liegen, haben wir bei unserer Reisevorbereitung gelesen. Ein traumhafter karibischer Strand? Und dann auch noch der schönste der Südküste Kubas? Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Und so tuckerten wir die 12km noch weiter in Richtung Süden auf die Halbinsel Ancon. Über Schlaglöcher ging es bis zur Küste. Die Umgebung – vollends verlassen, marode. Zahlreiche Hotels scheinen brach zu liegen oder im Aufbau zu sein. Eines schien jedoch auch zu dieser Zeit Touristen zu beherbergen. Zwischen Umbruch und Aufbruch. Wir parkten unseren Mietwagen im Sand, direkt an der berüchtigten Playa Ancon. Paradiesisch ist dieser Ort allemal, keine Frage. Zwischen meinen Zehen spürte ich den warmen, hellen, feinen Sand, während sich vor meinen Augen türkisblaues Wasser offenbarte. Unsere Ansprüche waren zugebenermaßen hoch. Schließlich hatten wir unseren festen Standort in Varadero und waren von dort perfekte Karibikstrände gewöhnt.

Playa Ancon in der Nähe von Trinidad Kuba

Playa Ancon ist ein wunderschöner Strand, der bei einem Aufenthalt in Trinidad auf jeden Fall empfehlenswert ist. Ob es sich tatsächlich um den schönsten der Südküste Kubas handelt, können wir nur schwer beurteilen, da wir uns ansonsten an den Stränden im Norden aufhielten. Allerdings empfanden wir das Wasser an den Stränden in Varadero als noch besonderer, noch klarer, noch blauer. Dazu möchten wir sagen, dass wir auch Varadero ungewöhnlich ausgestorben erlebten und die Strände dort nahezu für uns alleine hatten. Sollte der Massentourismus dort wieder die Herrschaft übernehmen, können wir uns gut vorstellen, dass der Playa Ancon die bessere Wahl ist, wenn man Ruhe und Entspannung sucht.

Das solltest du für einen Ausflug nach Trinidad wissen

Preise

Auf der Suche nach einer Kleinigkeit zu Essen und einem kühlen Getränk mussten wir uns durchfragen. Restaurants und Cafés hatten coronabedingt geschlossen.
»Ernesto hat sowas. Oder Juanita, was meinst du?«, überlegte eine kleine, dickliche Frau und versicherte sich bei ihrer Bekannten.
»Schaut mal da hinten um die Ecke bei Ernesto vorbei!«

Wir sahen einen kleinen Fensterladen mit handgeschriebener Tafel. Hier muss wohl Ernesto sein. Er war unser Retter. Drei Gläser frischen Guaven-Saft ließen wir uns von ihm einschenken. Henrik genehmigte sich noch ein Sandwich mit Steak. Ich probierte einen originalen kubanischen Kaffee: Ein Espresso mit gefühlten zwei Esslöffeln Zucker. Was Ernesto von uns haben wollte? 39 CUP. 1,33 Euro. Wir gaben ihm 50 CUP und er konnte sein Glück kaum fassen. Wir unseres auch nicht.

Im Vergleich: Für eine 1,5l-Flasche gekühltes Trinkwasser zum Mitnehmen zahlten wir in einem halb geöffneten Restaurant ebenfalls 50 CUP. Die Erklärung ist hier naheliegend: Trinkwasser bekommen die Einheimischen im sozialistischen System von Staat in Gallonen zur Verfügung gestellt. Das Angebot an kleineren Wasserflaschen ist demnach sehr gering. Die einzigen Abnehmer sind die Touristen. Wundere dich also nicht über teilweise krasse Preisunterschiede. In Trinidad hatten wir nicht den Eindruck, dass die Menschen uns über den Tisch ziehen wollten – ganz im Gegenteil.

Die Preise an der Playa Ancon scheinen, im Gegensatz dazu, ein bisschen stärker an die besondere Umgebung angepasst zu sein. 100 CUP (3,50 €) für eine frische Kokosnuss bezahlten wir. Immer noch einigermaßen okay. Doch nach dem Besuch bei Ernesto ist uns im ersten Moment die Kinnlade heruntergefallen.

Kubanischer Kaffee in Trinidad Kuba

Anfahrt und Übernachten

Wir fuhren mit unserem Mietwagen, den wir für vier Tage gebucht hatten, nach Trinidad. Das verspricht maximale Flexibilität. Ansonsten ist Trinidad auch mit den Fernbussen von Viazul erreichbar. Ähnlich wie in Havanna, war die Parkplatzsuche ein ungewöhnliches Unterfangen. Offiziell ausgeschilderte Parkplätze suchten wir vergebens. Platz gab es jedoch genug. So stellten wir unseren Hyundai auf der Plaza Santa Ana ab und fragten einen Bewohner, der in bester kubanischer Manier ohne T-Shirt vor seiner Haustür chillte.

»Können wir hier parken, Señor?«
»Ja ja, klar …«
»Okay und was kostet das? Brauchen wir einen Parkschein?«
»Juan, was kostet das?«, rief er über den Platz.
»Gebt ihm einfach 50 CUP oder so, wenn ihr wieder fahren möchtet. Der wohnt hier und hat einen Blick auf den Wagen. Wo kommt ihr eigentlich her?«

Parken in den Städten Kubas läuft demnach gänzlich anders. Vermutlich hätte es auch niemanden gestört, hätten wir nicht gefragt. Aber wenn wir den Einheimischen mit ein paar Pesos gegen eine persönliche Bewachung und einen authentischen Schnack etwas Gutes tun können, ist uns das lieb.

Auf der Karte von Trinidad sahen wir unzählige Hostels. Wirklich unzählige! In gefühlt jedem zweiten Haus besteht die Möglichkeit zur Übernachtung. Trinidad ist hipp, kreativ, inspirierend. Ein Anziehungspunkt für junge Menschen. Alle dieser Hostels hatten, als wir in Trinidad waren, geschlossene Türen. Zweimal wurden wir mehr oder weniger privat gefragt, ob wir eine Unterkunft suchen. Dies hatten wir in unserer Planung jedoch vorher schon ausgeschlossen, da wir über die Situation der geschlossenen Türen informiert waren.

Ciudad Creativa - die kreative Stadt

Herrlich! Ehrlich?

Trinidad ist für mich Kuba aus dem Bilderbuch. Das kann ich einfach nicht anders sagen. Zu gerne hätten wir diese tolle, schnuckelige Stadt mit mehr Leben erlebt. So teilten wir die Straßen nur mit den Einheimischen, die augenscheinlich und allmählich die Langeweile packte. Wir lügen nicht, wenn wir sagen, dass wir die einzigen Touristen in den Gassen Trinidads waren. Ein Gefühl, das uns nachdenklich und traurig stimmte, obwohl wir es natürlich auch so genossen haben. Auch wenn keiner von uns weiß, wann Trinidad wieder mit Leben gefüllt wird, eins ist sicher: Bei unserer nächsten Kuba Reise werden wir länger in dort bleiben. Trinidad war Liebe auf den ersten Blick, ein Ort zum Wohlfühlen, ein Ort der Sehnsucht.

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Hannah

Hey, ich bin Hannah - Gründerin von Generation World, meinem Herzensprojekt. Meine Idee von Generation World entstand intuitiv und ist mittlerweile zu einem Teil meiner Berufung geworden. Das Schreiben über unsere Reisen bedeutet für mich Kreativität und Freiheit. Deshalb bin ich richtig glücklich darüber, 2021 mein erstes Buch, Pachamama - Reise ins Unbekannte, veröffentlicht zu haben.

Wäre doch viel zu schade, wenn ich all die Erlebnisse nur für mich behalte, oder? Also komm mit uns auf Reisen!

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