Pyramide von Chichén Itzá, Mexiko

Tulum und Chichén Itzá – Auf den Spuren der Maya

Wäre es nicht schade nur an Stränden zu chillen und Cocktails zu schlürfen, wenn man schon mal in Mexiko ist? Na klar, das gehört auch dazu und das haben wir uns, wie im ersten Mexiko-Reisebericht (Zwischen Isla Mujeres und Cozumel  – Inselhopping im Karibikparadies“) erwähnt, auch nicht nehmen lassen. Doch einst lebte das indigene Volk der Maya in Mexiko und bis heute sind diverse Überreste dieser Ära in verschiedensten Teilen des Landes zu bestaunen. So auch auf der Halbinsel Yucatán. Wir besuchten die weltbekannte Küstenstadt Tulum, der Ort an dem alte Maya-Ruinen direkt am Strand zu finden sind, und den Mexiko-Klassiker, die Pyramide der Ruinenstätte Chichén Itzá. Außerdem liegen in unmittelbarer Umgebung einige sogenannter Cenotes, ein einzigartiges Naturschauspiel. Was erwartet dich an diesen Orten und worauf solltest du vorbereitet sein, wenn du Mexiko einen Besuch abstatten willst?

Maya Malerei in Mexiko
Wilde Echse in Chichén Itzá, Mexiko
Tulum – Maya-Ruinen direkt an traumhafter Küste

Egal in welchem Ort du an der Riviera Maya dein Lager aufgeschlagen hast, nach Tulum kommst du ganz einfach. Es verkehren ohnehin zwar in unregelmäßigem aber sehr frequentiertem Takt Kleinbusse (Colectivos) oder Reisebusse (ADO), die die Küstenstraße von Cancún bis mindestens Tulum (weiter sind wir nie gefahren) abklappern. Alternativ bekommst du an jeder Straßenecke geführte Touren nach Tulum und Umgebung angeboten. Man merkt direkt, dies ist ein beliebter Ort. Und das völlig zurecht!

Vorausgesetzt du bist mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Richtung Cancún angereist, steige am besten vor dem Zentrum der Kleinstadt Tulum aus, da du von dort aus zu Fuß zur Ruinenstätte gehen kannst. Alternativ nimm ein Taxi vom Zentrum aus. Eine weitläufige Anlage mit großen und kleinen Ruinen erstreckt sich und je weiter man sich Richtung Meer bewegt, kann man das wunderschöne Panorama schon erahnen. Steile Klippen mit Palmen geziert schaut man herab auf den Playa Ruinas und geradeaus seitlich auf eine der vielen Maya-Ruinen. Es ist voll dort, deshalb reise früh an. Tulum ist ein absolutes Muss, wenn es nach uns geht! Gut 1 km weiter befindet sich der Strand Playa Paraíso. Leichter zugänglich und viel weitläufiger als der Playa Ruinas. Auch ein Strandspaziergang dort lohnt sich.

Ruinen in Tulum, Mexiko
Tulum
Playa Paraíso nahe Tulum, Mexiko
Playa Paraíso
Cenotes – Geheimnisvolle Süßwasserhöhlen

Zurück in Tulum Downtown angekommen fragten wir uns bei Locals durch, welche Cenotes (deutsch: Cenoten) in der Umgebung schön jedoch nicht ganz so überlaufen seien. Im Übrigen musst du hier der spanischen Sprache nicht zwingend so mächtig sein wie wir, um gut durchzukommen. Bedingt durch Geografie und Tourismus reicht Englisch vollkommen aus. Jedenfalls war ein Taxifahrer so nett und brachte uns kurzum zur ersten Cenote, der Cenote Cristal. Cenoten sind natürliche Süßwasserseen, in denen man herrlich erfrischend baden kann. Henrik konnte es sich nicht nehmen lassen vom aus Holz gebauten Turm ins Nass zu springen.

Weiter ging es zur Cenote Escondido (deutsch: versteckte Cenote), die ihrem Namen alle Ehre macht. Ein langer schmaler Weg durch den Wald lag vor uns und die hohe Luftfeuchtigkeit (bedingt durch vorherigen Regen und der Nähe zum See) zog unfassbar viele Moskitos an. Den gesamten Weg hatten wir Summen im Ohr und Kribbeln auf der Haut. Au weia… Das Besondere an dieser Cenote ist nicht nur die versteckte Lage, sondern eine Liane, an der man sich ins Wasser schwingen kann. Das hat wirklich Spaß gemacht. Schau auf jeden Fall vorbei, wenn du ein Adrenalin-Junkie und eine Wasserratte bist.

Chichén Itzá – Der Klassiker

Aufgrund für uns sehr ungünstiger Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel entschieden wir uns, entgegen unseres ursprünglichen Vorhabens, eine geführte Tour nach Chichen Itzá zu buchen. Das Gute: Es war ein Stopp in Valladolid eingeplant, eine Stadt, die wir unbedingt sehen wollten. Die Kehrseite: Ein starker Hauch von Kaffeefahrt lag irgendwie doch in der Luft. Nachdem wir mehrere sehr negative Erfahrungen in Berichten gelesen und gesehen hatten, müssen wir jedoch anmerken, dass wir diesbezüglich noch Glück hatten.

Valladolid

Nach leider nur 20 Minuten in Valladolid und dem ein oder anderen fragwürdigem Besuch von Schamanen in Maya-Dörfern kamen wir schließlich an der Ruinenstätte an. Ja, natürlich sind die Bauten und insbesondere die Pyramide beeindruckend und sehenswert. Mehr aber auch nicht. Unserer Ansicht nach ist Chichén Itza ein Kann, aber kein Muss. Es gibt so viele andere alte Ruinenstätten, die weitaus weniger touristisch sind, zu denen wir es aber leider nicht geschafft haben. Der Eindruck wird untermauert von wirklich unzähligen Souvenir-Ständen. Zugebenermaßen sind teilweise aber auch coole Sachen dabei, die jedoch woanders sehr wahrscheinlich zu einem Bruchteil des Preises erworben werden können.

Pyramide von Chichén Itzá, Mexiko
Souvenirläden in Chichén Itzá, Mexiko
Ruinen in Chichén Itzá, Mexiko
Hannah & Henrik in Chichén Itzá, Mexiko
Tagebuchausschnitt (Hannah), Mexiko 24.08.:

„Am Sonntag sind wir auf eigene Faust mit dem Colectivo nach Tulum gestartet. Die Erwartungen und die Vorfreude waren hoch. Man merkte direkt, dass sich dort viel mehr Touristen ansammeln als in Puerto Morelos, aber das ist offenbar berechtigt. Denn die Fotos täuschen nicht. Die Kulisse ist wirklich einmalig. Auch wenn wir dort den ersten Regen unserer Reise erlebten, genossen wir den Strandspaziergang zum Playa Paraíso. Nach Cobá schafften wir es leider nicht mehr, dafür aber in zwei einsame, kühle Cenotes voller Moskitoschwärme. Schon auf dem Hinweg klebten etliche Moskitos an uns wie Fische am Köder und wir begannen zu rennen. Die Cenotes waren aber so schön, dass wir das wahre Unheil erst später bemerkten. Auf dem Rückweg nach Puerto Morelos begann es richtig heftig an zu schütten. Glück gehabt!

Nachdem wir die Chichén Itzá-Tour als einzige „pauschale“ Touristen-Tour sowie den Bus zum Flughafen für unseren Abreisetag gebucht hatten, ließen wir uns zu 3 Litern Michelada (ein laut Henrik unschlagbares Angebot) – einem traditionellen Biermischgetränk mit Limette, Salz und Tamarind hinreißen. Ein Fehler! Das wird in Erinnerung bleiben.

[…]

Als wir in Cancún in ein Riesen-Einkaufszentrum gelotst wurden, kamen erste Bedenken auf. Nach 20 Minuten Zwischenstopp im Zentrum von Valladolid wurden wir in ein vermeintliches Maya-Dorf gebracht, um einen Schamanen zu besuchen, der angeblich den Sohn unseres Guides Agustín vom Autismus geheilt haben soll. Hm wirklich? Chichén Itzá war wie erwartet. Viele Touristen und demnach viele Abzocker. Aber auf sowas lassen wir uns ja nicht ein. Trotzdem war es gut, es mitgenommen zu haben. Und Agustín war ein echt witziger Kauz.“

Herrlich! Ehrlich?

Der August fällt an der Riviera Maya in Mexiko in die Hurrikan-Saison. Die Temperaturen sind sehr hoch, die Niederschläge häufen sich enorm und demensprechend steigt die Luftfeuchtigkeit immens. An 3 von 6 Tagen (An- und Abreisetag ausgenommen) hatten wir den Umständen entsprechend Glück. Kurze heftige Schauer, die dann aber wieder der Sonne wichen kann man in dieser Zeit durchaus als Glück bezeichnen. Etwas weniger Touristen und niedrigere Preise sind der Vorteil in der Regenzeit an die Riviera Maya zu reisen. Die drückende Schwüle und insbesondere die damit verbundene Präsenz von Moskitos machte uns allerdings schwer zu schaffen. Hannahs Stiche waren teils so heftig, dass sich Eiterblasen bildeten, denen sich unser Homestay-Papa und Medizinmann annahm. Sei dir also über die Vor- und Nachteile der Regenzeit bewusst und wäge deine Interessen ab.

Wie bereits angeklungen, solltest du von Chichén Itzá nicht zu viel erwarten. Schon gar nicht Einsamkeit und Fotos ohne Menschen im Hintergrund. Natürlich sind historisch bedeutende und schöne Orte ein Touristenmagnet. Trotzdem finden wir es schade, wenn Heiligtümer unserer Vorfahren so behandelt werden. Der Aufstieg an die Spitze der Pyramide wurde übrigens kurz vor unserer Reise verboten, da besoffene Touristen oben ihre Blase entleerten. Wenn es dir irgendwie möglich ist und du es dir zutraust, versuche auf eigene Faust anzureisen. Ansonsten hake wirklich bei den Touren-Anbietern explizit nach und poche auf deine Vorstellungen. Kehre mit Feedback zum Anbieter zurück, wenn die Versprechen nicht eingehalten wurden.

Corona und Tequila waren gestern. Die Mexikaner trinken Michelada. Als große Fans authentischer Küche und als Menschen mit abgehärteten Geschmacksnerven, bestellten wir uns selbstverständlich (viel zu viel!) dieses kuriosen Getränkes. Ganz ehrlich: Uns persönlich schmeckt es überhaupt nicht! 😀

Reisedaten

Sieh dir hier ein paar Eckdaten zu dieser Reise an

Lateinamerika:
Reisezeit: August - Oktober 2017
Reisedauer: 50 Tage

Mexiko:
Reisezeit: August 2017
Reisedauer: 7 Tage
Unterkunftsart: Hostel/Homestay

geschrieben von Hannah

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